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Galerie: Erster Test BMW 7er Facelift

Erster Test: BMW 7er Facelift

Bereit für die S-Klasse

23.07.2012

Mehr Komfort, weniger Geräusche – so lautete die Arbeitsanweisung an die Ingenieure, die das Facelift für den BMW 7er zu verantworten hatten. Die beiden Schwachpunkte hatte man in den vergangenen vier Jahren an der intern F01 genannten Baureihe ausgemacht und will sie nun ausmerzen, ehe im September 2012 Mercedes-Benz mit der neuen S-Klasse zum Gegenschlag ausholt.

Die Münchner Designer hatten dieses Mal keine großen Herausforderungen zu bewältigen, die Optik des 2008 vorgestellten 7ers gefällt der Kundschaft nachwievor. Dementsprechend haben die Kreativen der Limousine nur ein Feinschliff verpasst: Eine Chromleiste am Heck, ein neuer, noch größerer Kühlergrill und in die Außenspiegel integrierte Blinker kennzeichnen den neuen Siebener-Look.

Voll-LED-Licht

Galerie: Erster Test BMW 7er FaceliftAm auffälligsten dürften wohl die neuen Voll-LED-Scheinwerfer sein, so sie denn zum Preis von 2.500 Euro geordert werden; Serie sind Xenon-Lampen. Dann übernehmen die markanten Corona-Ringe, die bisweilen nur für Stand- beziehungsweise Tagfahrlicht zuständig waren, das Abblendlicht. Erstmals bleibt das BMW-typische Gesicht nun also auch bei voller Beleuchtung sichtbar; damit soll sich der 7er stärker von den anderen Baureihen abheben können. Allerdings ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch die übrigen BMW-Modelle von dieser Technik profitieren werden.

Neu ist außerdem ein Scheinwerfer in der Frontschürze, der, zusammen mit dem optionalen Nachtsichtgerät (2.300 Euro) auf die Suche nach Passagieren geht. Erkennt das System einen Fußgänger im sogenannten Fahrschlauch, also dem Weg, auf dem sich der 7er befindet, wird der Passant, angeblich blendfrei, angestrahlt und so für den Fahrer besser sichtbar. Außerdem erkennt der Siebener, egal ob bei Tag oder Nacht, drohende Auffahrunfälle und warnt den Fahrer, oder greift gleich selber bremsend ein.

Luftfederung für alle

Galerie: Erster Test BMW 7er FaceliftDoch wie steht es nun um die eigentliche Aufgabe, den Komfort zu erhöhen? Die Techniker haben das Fahrwerk überarbeitet, neue Gummilager und Dämpfer verbaut und alle 7er haben jetzt die Luftfederung an der Hinterachse, die bislang den Versionen mit langem Radstand (plus 14 Zentimeter) sowie dem Zwölfzylinder-Modell 760i vorbehalten war. Damit werden die meisten Unebenheiten spürbar besser absorbiert und den Fondgästen die Reise noch angenehmer gemacht. Bei unserer ersten Ausfahrt hatten wir allerdings den Eindruck, dass eine Mercedes-Benz S-Klasse immer noch eine Spur sanfter gleitet; an die Dynamik eines 7ers kommt das Stuttgarter Flaggschiff dafür nicht ran.

Serienmäßig lassen sich mit dem Fahrererlebnisschalter, jener kleinen Wipptaste neben dem Automatikwählhebel, die zu BMWs neuem Lieblingsspielzeug zu avancieren scheint und peu à peu in jedem Modell verbaut wird, die Dämpfer straffen oder eben nicht und sich so die Sportlichkeit oder der Komfort in bis zu drei Stufen einstellen. Gleichzeitig wird damit Einfluss auf die formidable, stets serienmäßige Achtgang-Automatik, die Lenkung und die Gasannahme genommen. Und wenn man die neuen, volldigitalen Instrumente (600 Euro) bestellt hat, auch auf diese. Je nach Modus erstrahlen die Rundinstrumente dann sportlich rot, mit prominentem Drehzahlmesser und digitalem Tacho oder, im Effizienz-Modus, blau mit einer Öko-Anzeige, die zum Spritsparen animieren soll.

Spritspar-Modus

Galerie: Erster Test BMW 7er FaceliftAuch im 7er gibt es nämlich ab sofort den Eco-Pro-Modus (außer beim 760i), der den Wagen etwas weniger spritzig macht und Verbraucher wie Klimaanalage oder Sitzheizung runter dreht. Außerdem hat der Siebener das Segeln gelernt: Zwischen 60 und 160 km/h wird im Schiebebetrieb wann immer möglich der Motor entkoppelt und der BMW rollt ohne Bremswirkung des Motorschleppmoments dahin. Der im Eco-Pro-Betrieb gesparte Sprit wird übrigens in Form von zusätzlicher Reichweite zur Belohnung des Fahrers ausgewiesen, wenn man die serienmäßigen, klassischen Rundinstrumente vor sich hat. Noch besser als jeder Tacho ist übrigens das Head-up-Display (1.390 Euro), das alle relevanten Informationen, auch Navi-Hinweise zum Beispiel, in die Scheibe und damit ins Sichtfeld des Fahrers projiziert.

Damit auch dem Beifahrer nicht langweilig wird, hat BMW das iDrive-System leicht überarbeitet und die Grafik auf dem großen Bildschirm über der Mittelkonsole mit 3D-Effekten und Animationen aufgefrischt. Davon profitieren übrigens auch die Fondgäste, wenn das Rear-Seat-Entertainment-System (2.950 Euro) bestellt wird. Dann gibt es an den Rückenlehnen der Vordersitze zwei große Bildschirme und auf dem zur Armlehne umgeklappten Mittelsitz hinten einen zusätzlichen iDrive-Drehregler. Der Klang kommt auf Wunsch aus einem Bang & Olufsen-System (4.950 Euro) mit ausklappbarem Lautsprecher auf dem Armaturenbrett und beleuchteten Boxen in den Türen. Ganz ohne Musik fällt hingegen auf, dass auch das zweite Ziel, den 7er noch leiser zu machen, erfüllt wurde.

Leisetreter

Galerie: Erster Test BMW 7er FaceliftAm leisesten von allen ist der neue Hybrid, wenn er bis zu vier Kilometer rein elektrisch fährt; das konnte der Vorgänger, in dem noch ein V8 statt wie jetzt ein Reihensechszylinder-Benziner mit einem E-Motor gekoppelt wurde, nicht. Lautlos rollt der Siebener aber nur dahin, wenn das Gaspedal nicht zu stark getreten wird. Fordert der Fahrer Leistung, springt sofort der Turbo-Verbrenner an und kombiniert seine 320 PS und 450 Newtonmeter mit denen des Elektromotors (40 kW, 210 Nm). Das Ergebnis: beeindruckender Durchzug und vehementer Vortrieb.

Der Standardsprint soll so in kurzen 5,7 Sekunden erledigt sein, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei abgeregelten 250 km/h. Anders als sein Vorgänger, der vor allem dem ersten Teil seines Namens ActiveHybrid alle Ehre gemacht hat, ist der Neue in der Tat spritsparend und konsumiert nur noch 6,4 Liter auf 100 Kilometer; bisher standen 9,4 im Datenblatt. Nach einer ersten Runde bescheinigte uns der Bordcomputer rund acht Liter.  

Neuer Power-Diesel

Galerie: Erster Test BMW 7er FaceliftStark und sparsam zugleich ist auch der neue 750xd. Der dreifach aufgeladene Drei-Liter-Diesel, der im 5er als M550d firmiert, entwickelt 381 PS und wuchtet bei 2.000 Umdrehungen 740 Newtonmeter an alle vier Räder. 4,9 Sekunden für den Null-Einhundert-Sprint sind alles andere als dieseltypische Werte. Die beiden schon bekannten Selbstzünder wurden überarbeitet und leisten jetzt marginal mehr, bei gleichzeitig gesunkenem Verbrauch: der nun 258 PS starke 730d schluckt 5,6 Liter, der 740d mit 313 PS 5,7 Liter.

Deutlicher an Leistung zugelegt hat der 740i, der nun 43 mehr und folglich 450 PS leistet; interessant ist der 4,4-Liter-V8 aber vor allem außerhalb Europas. Dort, wo sich auch der 544 PS starke Zwölfzylinder im 760i besser verkaufen lässt. Hierzulande wird von den Ottomotoren der neue Sechszylinder-Benziner im 740i die größere Rolle spielen. Mit 320 PS ist er zwar geringfügig schwächer als das Vorgängeraggregat, dafür schluckt er aber auch nur noch 7,9 statt 9,9 Liter. Zur Ausfahrt stand der neue Motor im 7er-Programm aber noch nicht bereit.  

Ab 75.000 Euro

Galerie: Erster Test BMW 7er FaceliftZu haben ist der neue 7er ab Ende Juli 2012 für mindestens 74.900 Euro für den 730d, günstigster Benziner ist der neue 740i für 80.700 Euro. Die für alle Varianten außer dem 740d erhältliche Langversion kostet je nach Motor zwischen 3.900 und 5.300 Euro, der Allradantrieb, den es für 750i (ab 96.000 Euro), 730d und 740d (81.900 Euro) optional gibt, kostet 3.400 Euro extra. Der neue Top-Diesel 750d gibt seine Kraft immer an alle Räder ab und kostet ab 99.400 Euro. Spitzenreiter bleibt der 760i für 138.100 Euro, der ActiveHybrid 7 steht mit 89.300 Euro in der Preisliste, die, ganz nach Art deutscher Premiumhersteller, nach oben offen ist.

 
Fazit

Michael Gebhardt

Viel gab es am BMW 7er nicht zu verbessern und so haben sich die Ingenieure auf das Wesentliche konzentriert. Die überarbeitete Auflage der Oberklasse-Limousine ist noch ein wenig leiser als bisher und bietet vor allem den Fondpassagieren noch mehr Komfort. Die optischen Retuschen sind marginal, auffällig sind dagegen die neuen Voll-LED-Scheinwerfer mit deutlich besserer Lichtausbeute.

Ob die Optimierungen ausreichend waren, wird sich spätestens im Herbst 2012 auf dem Pariser Auto Salon zeigen. Dort wird Mercedes-Benz die Neuauflage der S-Klasse präsentieren - und gegen die muss der 7er dann noch mindestens drei Jahre lang antreten, ehe auch er einen Nachfolger bekommt.
 
 

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