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Galerie: Erster Test BMW ActiveE

Erster Test: BMW ActiveE

Generalprobe

06.10.2011

Elektroautos sind keine Seltenheit mehr, nur: kaufen kann man kaum welche. BMW bringt nun den Einser mit Stromantrieb. Ebenfalls wieder nur als Erprobungsfahrzeug mit begrenzter Stückzahl und für eine ausgewählte Klientel, dafür aber bereits mit Serienkomponenten des kommenden i3.

Rund 1.000 ActiveE, so heißt das strombetriebene 1er Coupé, baut BMW im Einser-Werk in Leipzig auf. Bis zum Marktstart des ersten Serien-Elektro-BMWs, dem i3, 2013 sollen diese Versuchsfahrzeuge weitere wertvolle Daten und Erfahrungen im Alltag sammeln.

Galerie: Erster Test BMW ActiveEDabei, so meint man, hat BMW bereits reichlich Wissen angehäuft. Schließlich hat eine Elektro-Mini-Flotte bereits mehrere Millionen Test-Kilometer zurückgelegt. Die wichtigste Erkenntnis: Die Reichweite von 100 bis 150 Kilometern reicht vollkommen aus. Und die oft bemängelte Lade-Infrastruktur ist, zumindest zu Beginn des Elektro-Zeitalters, wohl kaum ein Problem. Denn die Strompioniere der ersten Stunde haben ihre Minis fast ausschließlich zu Hause aufgetankt.

Mit dem ActiveE will BMW nun Serienkomponenten, die später im i3 zum Einsatz kommen werden, im Alltagseinsatz erproben. Mit dem Unterschied, dass der ActiveE immer noch ein Umbau-Fahrzeug ist, und nicht als E-Auto konstruiert wurde.

Neubau statt Umbau

Galerie: Erster Test BMW ActiveEAnstelle des Verbrennungsmotors sitzt unter der langen Haube der Lithium-Ionen-Akku, der E-Motor sowie die Leistungselektronik sind im Kofferraum untergebracht; das Ladevolumen wird dadurch allerdings erheblich, auf nur noch 200 Liter, eingeschränkt. Und so bestückt bringt der ActiveE über 1.800 Kilogramm auf die Waage.

Beim i3 soll das anders sein. Da er von Grund auf als Elektrofahrzeug konzipiert ist, konnten die Ingenieure die Bedürfnisse eines Stromers viel besser berücksichtigen und Vorteile, wie etwa den kleineren Motor, nutzen, um kompakter zu bauen. Das Resultat: Der i3 soll nur noch knapp über 1.200 Kilogramm wiegen.

Mehr als flott

Behält man diese Zahl im Hinterkopf, gestaltet sich die erste Ausfahrt mit dem ActiveE noch eindrucksvoller. Denn schon mit dem 1,8 Tonnen schweren Einser hat der 125 Kilowatt starke Elektromotor leichtes Spiel. Seine 250 Newtonmeter Drehmoment liegen, wie bei allen Stromern, vom Stand weg an der Kurbelwelle an und sorgen für einen kraftvollen Antritt, mit dem der ActiveE die meisten anderen Autos beim Ampelstart abhängt.

In 4,5 Sekunden beschleunigt der BMW auf Tempo 60, Landstraßengeschwindigkeit erreicht er nach neun Sekunden. Führt man sich jetzt noch vor Augen, dass der i3 rund 600 Kilogramm weniger schleppen muss, lässt dies auf ein, ceteris paribus, äußerst beeindruckendes Sprintverhalten schließen.

Genug Reichweite

Galerie: Erster Test BMW ActiveESchon jetzt ist der ActiveE kein Verkehrshindernis, maximal läuft er 145 km/h und kann damit auf der Autobahn problemlos - und sprichwörtlich - im Strom mitschwimmen. Der leichtere i3 dürfte noch deutlich flotter unterwegs sein oder alternativ über noch mehr Reichweite verfügen. Wobei letzteres, wie bereits erwähnt, eher ein psychologisches Problem ist. Denn die schon jetzt mit dem Active E tatsächlich erzielbaren 160 Kilometer sind in den allermeisten Fällen ausreichend.

Seinen Stromvorrat kann der ActiveE in rund acht Stunden an jeder Haushaltssteckdose wieder komplett auffüllen, mit Starkstrom dauert es nur fünf bis sechs Stunden. Die Tankuhr zeigt an, wie voll die Akkus sind und eine Reichweitenanzeige gibt Auskunft darüber, wie weit man noch kommt. Außerdem weist der ActiveE den Verbrauch in Kilowattstunden pro 100 Kilometer an; eine Einheit, unter der sich momentan aber wohl nur wenige etwas vorstellen können.

Wer kann ActiveE fahren?
Wer Interesse hat, an BMWs Feldversuch teilzunehmen, kann sich im Internet über den ActiveE informieren und dort auch bewerben. BMW entscheidet dann nach verschieden Kriterien, an wen die Fahrzeuge vergeben werden. Die monatliche Leasing-Rate für den ActiveE wird sich auf rund 500 Euro belaufen.

Starke Verzögerung

Galerie: Erster Test BMW ActiveEGeladen werden die Akkus übrigens nicht nur an der Steckdose, sondern auch per Rekuperation, also im Schiebebetrieb und beim Bremsen. Das allerdings erfordert beim ActiveE etwas Gewöhnung, verzögert der Einser durch die Generatorwirkung des E-Motors, also die Motorbremse, doch recht stark und kommt es zum spürbaren Lastwechsel wenn man vom Gas geht; der BMW nickt recht heftig nach vorne , was mitunter störend ist.

Statt der sonst häufig zu findenden Sporttaste, die für eine dynamischere Auslegung sorgt, gibt es beim ActiveE eine Spartaste, die den Eco-Pro-Modus aktiviert und damit Auswirkung auf die Gaspedalkennlinie, aber auch auf Klimaanlage beziehunsgweise die Heizung hat. So soll die Effizienz und damit die Reichweite noch weiter erhöht werden können.

Fazit

Schade, dass BMW es nicht wagt, den ActiveE in den Handel zu bringen. Denn die Technik erscheint, zumindest bei der ersten Ausfahrt, durchaus ausgereift und alltagstauglich. Und selbst mit einem Gewicht von über 1,8 Tonnen hält der Elektro-Einser, was BMW verspricht: Freude am Fahren – egal ob mit Benzin oder Strom.

 
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