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Galerie: Erster Test BMW ActiveHybrid X6

Erster Test: BMW ActiveHybrid X6

Sparsamer, nicht sparsam

12.11.2009

Vor wenigen Jahren noch tat man den Hybrid-Antrieb bei BMW als Kinderkram aus Fernost ab. Die Zukunft, so verlautete es stets aus München, sei der Wasserstoffantrieb. Davon ist man im Vierzylinder immer noch überzeugt, doch ist der Kinderkram derzeit nunmal auf dem Vormarsch und auch BMW mischt seit kurzem kräftig mit. Nach dem hybridisierten 7er stellt der Autobauer jetzt den ActiveHybrid X6 vor.   

Damit BMW den leistungsstärksten Hybridantrieb der Welt anbieten kann, braucht es einiges: genauer gesagt 485 PS und 780 Newtonmeter. Ob es allerdings einen derart starken Hybrid braucht, steht auf einem anderen Blatt. Im Sinne des Erfinders jedenfalls kann dies nicht sein, soll doch der Hybrid beim Spritsparen eine Vorbildfunktion einnehmen. Und das geht mit einem Sechs- oder gar Vier-Zylinder sicher besser, als mit einem voluminösen Achtender.

Sparsamer, nicht sparsam

Galerie: Erster Test BMW ActiveHybrid X6Verglichen mit seinem konventionellen Bruder, dem X6 xDrive50i, der im Grunde vom gleichen Acht-Zylinder befeuert wird, ist der Hybrid zwar sparsamer. Im europäischen Messzyklus konsumiert er nur 9,9 Liter Benzin auf 100 Kilometer und unterbietet den herkömmlich betriebenen X6 um rund 20 Prozent. Doch stellt man sich einen kleineren Verbrennungsmotor als Basis vor, wären sicher auch Verbrauchswerte von acht, vielleicht sogar sieben Litern möglich.

Warum BMW einen 407 PS starken Acht-Zylinder mit gleich zwei Elektromotoren (67 und 63 Kilowatt) kombiniert, hat den gleichen Grund wie schon beim ActiveHybrid 7 und lässt sich mit dem Blick über den Atlantik erklären. Denn sowohl der X6 im Speziellen als auch Hybridfahrzeuge im  Allgemeinen werden vor allem in den USA verkauft und dort ist man - gerade in dieser Preisklasse - immer noch auf Leistung und Hubraum fixiert.

Imagefrage

Galerie: Erster Test BMW ActiveHybrid X6So möchte man fast den Eindruck bekommen, der Hybridantrieb ist mehr eine dem aktuellen Trend geschuldete Image-Kampagne denn eine Umwelt-Offensive. In der Realität nämlich pendelte sich der Verbrauch bei den meisten Testfahrzeugen zwischen zwölf und 14 Litern ein - und das im wohlgemerkt eher gemächlichen, amerikanischen Verkehr. Wer den X6 auf einer deutschen Autobahn fordert, wird trotz elektrischer Unterstützung eher bei bei 16 oder mehr Liter je 100 Kilometer landen.

Anders als im 7er, greifen die beiden Elektromotoren im ActiveHybrid X6 allerdings nicht nur unterstützend ein, sondern können das zweieinhalb Tonnen schwere SUV-Coupé aus Spartanburg auch alleine antreiben. Möglich macht‘s das sogenannte Two-Mode-Getriebe (vom Grundprinzip her ein stufenloses Getriebe), über das der X6 beim Anfahren zunächst nur durch die elektrische Kraft eines E-Motors in Bewegung gesetzt wird. Wird mehr Leistung gefordert, wirft der zweite Elektromotor unverzüglich der Ottomotor an. Und das ist in der Regel nach wenigen Metern der Fall.

Elektrische Reichweite: 2,5 Kilometer

Galerie: Erster Test BMW ActiveHybrid X6BMW verspricht bis zu zweieinhalb Kilometer rein elektrischer Reichweite, was im Alltag nur schwer zu schaffen ist. Schließlich müssen die Bedingungen dafür optimal sein, also der unterhalb des Gepäckraums eingebaute Nickel-Metallhydrid-Akku voll und elektrische Verbraucher wie etwa die Klimaanlage auf Sparflamme arbeiten.  

Da der Fahrer normalerweise beim Anfahren schon zu viel Gas gibt, um rein elektrisch zu fahren, empfiehlt BMW zügig auf etwa 60 km/h zu beschleunigen und dann mit konstanter Geschwindigkeit dahin zu rollen. Segeln nennt man das im Fachjargon. Und beim Segeln sollte der Verbrennungsmotor eigentlich wieder ausgehen. Tut er auch meistens - bis der Fahrer aus Versehen ein wenig mit dem rechten Fuß zuckt und der V8 unverzüglich wieder angeworfen wird um so einer etwaigen Leistungsforderung gerecht zu werden.

Unmerklich

Galerie: Erster Test BMW ActiveHybrid X6Zugute halten muss man dem ActiveHybrid X6, dass der Fahrer von dem komplexen Zusammenspiel der beiden E-Motoren und des Benziners nichts mitbekommt. Lediglich eine Anzeige im Infodisplay und in der Instrumententafel gibt Aufschluss darüber, von wo die Kraft gerade an die vier Räder fließt oder ob - beim Bremsen und Rollen - Energie zurückgewonnen und der Akku geladen wird.

Und das darf natürlich auch nicht unerwähnt bleiben: Die Leistungsentfaltung ist freilich gewaltig. Kleinste Gasbefehle werden spontan umgesetzt, in nur 5,6 Sekunden sprintet der Hybrid auf Tempo 100. Vor allem das zusätzliche Drehmoment der beiden E-Motoren macht den X6 schlichtweg noch einen Tick spritziger als es der X6 xDrive50i schon ist.

Technische Daten
 
Marke und Modell   BMW ActiveHybrid X6
Ausstattungsvariante    
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.877 / 1.983 / 1.697
Radstand (mm)   2.933
Wendekreis (m)   12,8
Leergewicht (kg)   2.525
Kofferraum (Liter)   470 - 1,350
Bereifung Testwagen   225/50 R 19
Motor    
Ottomotor / Elektromotoren   1.461 ccm, V8 / zwei Elektro-Synchronmotoren (67 und 63 kW)
Gesamtleistung (kW / PS)   357 / 485
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   780
Antriebsart   Allradantrieb
Getriebeart   Two-Mode-Getriebe
Verbrauch    
Krafstoffart   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   9,9
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   231 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k. A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   5,6
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   236
Preise    
ab (Euro)   102.900 Euro
 
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Fazit

Zwei bis drei Liter Liter konsumiert der ActiveHybrid X6 weniger als der X6, der nur von einem Benziner angetrieben wird und weniger Leistung zur Verfügung stellt. Das ist schön, ein Kaufanreiz dürfte das allerdings nicht sein. Denn wer sich für den ab 17. April 2010 verfügbaren Hybrid entscheidet muss ohnehin mindestens 102.900 Euro investieren, also fast 27.000 Euro mehr als für den X6 xDrive50i.

Auf das Weltklima werden diese paar Liter Unterschied keinen Einfluss haben, ist doch der X6 eher ein Nischenprodukt und der absolute Verbrauch immer noch recht hoch. So werden den ActiveHybrid X6 am Ende wohl diejenigen Kaufen, die mehr Leistung wollen als im xDrive50i und denen die M-Version zu protzig ist. Und natürlich die, die Hybridantriebe einfach cool finden.

Galerie: Erster Test BMW ActiveHybrid X6

 
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