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Erster Test: BMW M 135i

Erster Test: BMW M 135i

Gelungenes Zwischending

03.08.2012

Die Hardcore-Fans weinen ein bisschen, denn gerade liefen die letzten echten BMW M1er vom Band. Das BMW 1er M-Coupé mit 340 PS und dicken Backen sowie Fahrwerkskomponenten des M3 hat (noch) keinen Nachfolger, doch Abhilfe ist in Sicht: der auf dem aktuellen 1er basierende M 135i kann nicht viel weniger.

Passend zur Einführung des sportlich gestalteten Dreitürers des Münchner Kompaktmodells gibt es auch die Top-Motorisierung der Baureihe: Der M 135i leistet mit 320 PS unwesentlich weniger als die Krawallbüchse M-Coupé und bietet sehr sportliche Fahrleistungen. Die M GmbH verantwortet das kleinste Spitzenmodell, doch für einen M ist er ausgesprochen komfortabel zu bewegen.

Verwirrung

Erster Test BMW M 135iDass es bei der Namensgebung ein bisschen unübersichtlich wird, liegt an der Taxonomie der M GmbH. Das 1er M-Coupé durfte nicht M1 heißen, das blieb dem Mittelmotor-Supersportwagen aus den 80ern vorbehalten. Und der M 135i ist kein Kandidat für das Label M1, weil er lediglich ein aufgebohrter 1er ist. Zwar hat ihn die Sportabteilung aufgebohrt, doch ist er eben eine sportliche Variante eines Straßenfahrzeugs und kein für die Rennstrecke optimiertes Gerät – wie die echten M.

Doch man soll sich nicht täuschen: Wie schon beim Z4 ist die zivile Variante dem echten M-Vorgänger in den Fahrleistungen zumindest ebenbürtig: Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei abgeregelten 250 km/h, die Beschleunigung bei denselben 4,9 Sekunden, beim Gewicht spart der neue sogar 70 Kilo ein. Das Handling dagegen ist nicht so kompromisslos, was andererseits die Langstreckentauglichkeit des M 135i deutlich erhöht.

Leistung

Erster Test BMW M 135iDer turbogeladene 3,0-Liter-Sechszylinder entfaltet seine Kraft von 450 Newtonmeter Drehmoment gleichmäßig und über ein extrem weites Drehzahlband. Bereits knapp über Leerlauf und bis zu 4.500 Touren steht der volle Durchzug zur Verfügung. So ist sowohl schaltfaules Cruisen mit ansatzlosen Zwischensprints als auch nachdrückliches Beschleunigen möglich. Das leise Wummern bei verhalten gleichmäßigem Tempo sorgt auch auf längeren Etappen nicht für akustischen Stress, wer aber das Gaspedal durchtritt, wird mit kernigem Sechszylinder-Sägen belohnt.

Umsetzung

Erster Test BMW M 135iDas Ansprechverhalten ist für einen Turbomotor tadellos, die Gedenksekunde nach dem Gasbefehl fällt unmerklich kurz aus. Neben einem Handschalter wird auch eine Automatikversion angeboten, für sie steht auch eine Taste für die Schalt- und Fahrmodi bereit. Wer die "Comfort"-Stellung wählt, lässt das Fahrwerk an der langen Leine. Unebenheiten und schlechte Straßen schluckt der M 135i dann wie ein komfortabler GT. Soll es vermehrt um Kurven gehen, wird die Einstellung "Sport" gewählt – der über die Hinterräder angetriebene Kompakte strafft sich spürbar und lässt sich dann auch bei engen Kehren und energischen Bremsmanövern nicht aus der Ruhe bringen. Dabei bleibt aber durchaus ein ordentlicher Restkomfort erhalten. In der Stellung "Sport Plus" nehmen auch die elektronischen Fahrhilfen in ein sportlicheres Setting ein, leichte Gierwinkel sind machbar ohne auf den Schutz des ESP verzichten zu müssen.

Bepreisung

Die Mischung aus Sport- und Reisewagen hat ihren Preis. Mindestens 39.850 Euro werden für den wahlweise fünf- oder viersitzigen Dreitürer fällig. Mit Automatik sind es 42.170 Euro. Doch damit ist das M Performance-Modell deutlich preiswerter als es das mindestens 51.500 Euro teure 1er M Coupé war. Ab Herbst wird es den M 135i in beiden Karosserieversionen auch mit Allradantrieb geben – hier werden mindestens 44.000 Euro fällig. (Mit Material von sp/x)

 
Fazit
 

Thomas Weiss

Der M 135i ist der überzeugendste Sportwagen im Kompaktsegment: Der Hinterradantrieb sucht hier seinesgleichen und ermöglicht dem Sportfahrer eine Kurvendynamik, die Front- oder Allradgetriebene Konkurrenten auch mit höchstem technischen Aufwand nicht erreichen. Dass es keine "echte", für die Rennstrecke optimierte, M-Variante gibt, braucht nicht zu schmerzen: Der M 135i ist vielseitiger einsetzbar als das Coupé, genauso schnell und im Verbauch bis zu 2 Liter pro 100 Kilometer günstiger.

Tatsächlich schwerer wiegt, dass es auf Basis des neuen BMW 1ers keine Coupé-Version gibt.
 
 

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