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Galerie: Erster Test BMW M2 Coupé

Erster Test: BMW M2 Coupé

Unvernünftig gut

23.02.2016

Manchmal gibt es Momente im Leben, da muss man einfach mal unvernünftig sein. Sei es ein Glas Alkohol zu viel auf einer ausgelassenen Party, obwohl man weiß, dass man es am nächsten Morgen bitter bereuen wird, oder man wirft den Job hin, um seiner Leidenschaft zu folgen, anstatt den sicheren Weg zu gehen. Ja, manchmal muss man eben unbekümmert ans Leben ran gehen und es in vollen Zügen genießen. Das dachte sich wohl auch BMW, und hat die Unvernunft auf vier Räder gestellt: Den neuen BMW M2 Coupé, den wir schon für Sie getestet haben.

Wer sich für die Unvernunft entscheidet, muss Abstriche in Kauf nehmen. Der Fahrspaß steht beim M2 klar im Vordergrund, keine Frage – allerdings schlägt dieser kleine Spaß mit 56.700 Euro zu Buche. Das ist doppelt so viel wie für das Basismodell und über 7.000 Euro mehr als für die bisherige Topmotorisierung. Wer diesen Bayern fahren will, der lässt sich aber weder vom hohen Einstiegspreis, noch von den häufigen Fahrten zur Zapfstelle abschrecken, denn die angegebenen acht Liter Verbrauch wird wohl kaum jemand einhalten können.

Galerie: Erster Test BMW M2 CoupéMit der Innenausstattung des 370 PS starken Potenzprotz, dessen Kraft man ihm schon im Stand ansieht, wollen wir uns gar nicht lange aufhalten: alles ist BMW-typisch hochwertig und fahrerorientiert. Auch für den M2 werden selbstverständlich alle bekannten Fahrhelferlein angeboten. Und auf das Online-Infotainmentsystem lässt sich jetzt eine Go-Pro-App installieren, die es erlaubt, flotte Runden auf der Rennstrecke aufzuzeichnen. Der Lap-Timer protokolliert darüber hinaus Geschwindigkeit und Bremspunkte, und noch aus dem Auto heraus kann man diese Informationen an seine Bekannten schicken, um zu zeigen, wie viel Spaß die Unvernunft mit sich bringt.

Ordentlich was rausgeholt

Beim M2 Coupé haben die Entwickler noch mal alles gegeben und dem aus anderen Baureihen bekannten Drei-Liter-Sechszylinder rassige 370 PS entlocken können. Kamen die Vorgänger noch mit einem Bi-Turbo vorgefahren, muss der M2 sich mit einem Twin-Scroll-Turbolader mit Valvetronic, die den Hub der Einlassventile stufenlos regelt, begnügen. Vom M3-Bruder erbt er unter anderem die Kolben und die Hochleitungs-Zündkerzen.

Galerie: Erster Test BMW M2 CoupéSeine durchzugsstarke Kraft schöpft der Sechszylinder aus 465 Newtonmeter Drehmoment, die zwischen 1.400 und 5.560 Umdrehungen anliegen und so stetig für bärenstarken Antrieb sorgen. Für den M2 stehen wahlweise eine Sechsgang-Handschaltung oder ein schnell agierendes Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe zur Verfügung – was beide eint: Sie geben beim Runterschalten automatisch Zwischengas, was einen perfekten Drehzahlanschluss sicherstellt. Wer die Automatik geordert hat, kann außerdem die Gänge mit Schaltpaddeln am Lenkrad selbst einlegen. In 4,3 Sekunden ist die Hundertermarke geknackt – im Handschalter braucht man dafür zwei Zehntel länger. Bei 250 km/h wird einem der elektronische Riegel vorgeschoben. Ordert man das optionale Driver’s Package, werden dem M2 noch 20 km/h mehr gegönnt. Praktisch: Wer das Paket nicht ab Werk bestellt, kann es bei Bedarf jederzeit nachträglich einrichten lassen.

  • Technische Daten

Länge/Breite/Höhe: 4,47/1,85/1,41 Meter, Radstand: 2,69 Meter, Leergewicht: 1.495 kg, Kofferraumvolumen: 390 Liter

Antrieb (Werte in Klammern mit DSG):

3,0-Liter-Reihensechszylinder-Benziner, 272 kW/370 PS, maximales Drehmoment: 465 Nm bei 1.400–5.560 U/min, 0-100 km/h: 4,5 s (4,3 s), Vmax: 250 km/h, Durchschnittsverbrauch: 8,5 Liter (7,9 Liter), CO2-Ausstoß: 199 g/km (185 g/km), Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: F (E), Preis: ab 56.700 Euro

Burnout-Syndrom

Nein, der M2 hat kein psychisches Leiden, denn er strahlt Lebensfreude par excellence aus. Mit der Automatik hält aber erstmals auch die sogenannte Smokey-Burnout-Funktion Einzug. Mit dieser lässt man Passanten schnell mal im Rauch verschwinden, denn kinderleicht kann man ein Durchdrehen der angetriebenen Hinterreifen provozieren – freilich nutzen sich die Pneus dabei sehr stark ab, womit wir wieder bei der Unvernunft wären. Aber man hinterlässt nicht nur auf dem Asphalt bleibenden Eindruck. Doch das Durchdrehen der Gummis passiert hier und da auch ganz unbeabsichtigt auf der Straße, da der M2 hin und wieder nicht weiß, wohin mit seiner Kraft, und sie nicht immer komplett auf die Straße übertragen kann. Allerdings greift das Stabilitätsprogramm sofort ein und reguliert die Motorleistung. Im Sport-Plus-Modus wird das ESP dagegen in die Schranken gewiesen und das Fahrzeug lässt sogar kleine Drifts zu.

Unbeeindruckt

Galerie: Erster Test BMW M2 CoupéSichtlich unbeeindruckt zeigte sich der BMW M2 auf der anspruchsvollen Rennstrecke von Laguna Seca im kalifornischen Monterey. Der Rundkurs mit anspruchsvollen Kurven und dem „Korkenzieher“, einer steil abfallenden Links-Rechts-Kombination stellte letztendlich nur uns auf die Probe. Raus aus der Boxengasse und beherzt aufs Gas getreten, werden wir von den Sportsitzen förmlich aufgesogen. Das tiefe Grummeln ist längst einem heftigen Grölen gewichen und wechselt sich mit dem hohen Quietschten der geforderten, serienmäßigen Compound-Bremsen ab. Wo wir an unsere Grenzen stoßen, scheint der M2 immer mehr zu wollen. Präzise wie ein Pfeil schießen wir durch die Kurven. Für die Stabilität sorgt dabei die elektronisch geregelte Lamellensperre an der Hinterachse, die, sofern die Traktion nicht voll gegeben ist, im Bedarfsfall die komplette Kraft an nur ein Rad schicken kann.

 
Fazit

Jan Menno Schmidt

Das BMW M2 Coupé lädt förmlich dazu ein, unvernünftig zu sein. Ein Spaß für jeden Speed-Junkie, der auch gerne mal ordentlich die Reifen auf der Rennstrecke quietschen lässt. Wäre da nicht der hohe Einstiegspreis, der einen leider schnell wieder in die Realität zurückholt. Da heißt es sparen oder im Lotto gewinnen.
 
 

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