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Galerie: Erster Test BMW M4 Cabriolet

Erster Test: BMW M4 Cabriolet

Im Auge des Taifuns

04.09.2014

Dass im Auge eines Taifuns nahezu Windstille herrscht, können ab sofort alle überprüfen, die 78.200 und mehr Euro in einen BMW M4 investieren: Die für die Münchner Leistungssportler-Riege zuständige M GmbH hat nach Limousine und Coupé ein Cabrio auf Dynamik-Kurs gebracht.

Galerie: Erster Test BMW M4 CabrioletDas neue M-Modell, das 6.000 Euro mehr kostet als der die Vorlage liefernde Zweitürer mit festem Dach, erfüllt sämtliche Erwartungen, die man an ein Fahrzeug mit M-Signatur stellt: Es ist mit Sechsgang-Handschaltung in 4,6 bzw. mit Sieben-Gang-Direktschaltgetriebe in 4,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen und erreicht dank 431 PS unter idealen Bedingungen, ohne störende Tempolimits und zuviel  Verkehr auf der Autobahn, locker 250 km/h. An Drehmoment herrscht ebenfalls kein Mangel: Zwischen 1850 und 5500 Kurbelwellenumdrehungen pro Minute - das ist der Betriebspunkt, an dem die Leistungskurve auf ihr bis 7300 Touren reichendes Hochplateau einschwenkt - sind 550 Newtonmeter abzurufen.

Gleichzeitig bescheinigt BMW der M TwinPower Turbo-Technologie „herausragende Effizienz“. Sie zeigt sich vor allem auf dem Prüfstand: Im EU-Zyklus reichen dem Cabrio mit Schaltgetriebe 9,1 Liter je 100 Kilometer, und das Doppelkupplungsgetriebe (Aufpreis: 3.900 Euro) macht den Wagen sogar noch genügsamer: 8,7 Liter weist das Datenblatt für diese Variante aus, was einem Kohlendioxid-Ausstoß von 203 Gramm pro Kilometer entspricht (Schaltgetriebe: 213 g/km).

Galerie: Erster Test BMW M4 CabrioletDie Zurückhaltung beim Kraftstoff-Konsum verfliegt indessen pfeilschnell, wenn der Fahrer die Pferdestärken ungezügelt auf den Asphalt loslässt und der Sound-Generator aus allen vier Auspuffendrohren feuert. Der Drei-Liter-Reihensechszylinder kann aber auch anders; im Bummel-Modus ist er ein Meister der leisen Töne. Wird das Gaspedal sanft gestreichelt, tut der Fahrtwind dasselbe mit Haut und Haaren der Passagiere. Richtig stürmisch geht es im vorderen Teil des M4 Cabrio bei aufgerichtetem Windschott jedoch nie zu, nicht einmal bei Geschwindigkeiten um 200 km/h. Nur laut, sehr laut, wird es dann im Auge dieses Taifuns auf Rädern.

Lift-Funktion fürs Dach-Paket

Galerie: Erster Test BMW M4 CabrioletMan kann, um die Ohren zu schonen, sich mit seinen Begleitern zu unterhalten oder um Navigationsansagen oder die aktivierte Audioanlage zu hören, das Dach schließen. Ein Knopfdruck genügt, und schon entpuppt sich die dreiteilige Glas/Metall-Faltkonstruktion als wirkungsvoller Gehörschutz, der zudem uneingeschränkt wintertauglich ist. 20 Sekunden muss man fürs Öffnen und Schließen einkalkulieren; einleiten lässt sich der Vorgang sogar während der Fahrt, allerdings nur bis zu einer Geschwindigkeit von maximal 18 km/h.

Ruht das Dach im Kofferabteil, reduziert sich dessen Volumen von 370 auf 220 Liter. Der Raum-Rest bleibt dennoch gut zugänglich, da BMW dem Cabrio eine Beladehilfe spendiert hat: Per Knopfdruck wird das Dach-Paket nach oben geliftet, so dass selbst das Einladen größerer Gepäckstücke leicht von der Hand geht.

Fahrwerk sucht Rennstrecke

Galerie: Erster Test BMW M4 CabrioletAuch in puncto Verwindungssteifigkeit gibt sich der Oben-ohne-Renner keine Blöße, Was keine große Überraschung ist, da BMW nicht an stabilisierendem Material gespart hat: Rund 1,8 Tonnen bringt der 4,67 Meter lange, 1,87 Meter breite und geschlossen 1,39 Meter hohe Viersitzer auf die Waage. Damit ist das neue Modell etwa 200 Kilogramm schwerer als das Coupé, aber immerhin rund 60 Kilogramm leichter als sein Vorgänger. Einen Beitrag leisten die vorderen Seitenwände und die Motorhaube, die aus Aluminium gefertigt sind, ein Werkstoff, der auch im Fahrwerk zum Einsatz kommt, zusammen mit  CFK-, sprich kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff.

BMW eine „M-spezifische Kinematik- und Steifigkeitauslegung“, was besagen soll, dass es sich um ein rennstreckentaugliches Konstrukt handelt, dessen Qualitäten sich auch in einem einzigen Wort - Extraklasse - zusammenfassen lassen. Sie auf öffentlichen Straßen auszuloten, dürfte nur selten gelingen, weshalb BMW für alle, die sich dem Grenzbereich nähern möchten, mehrere Trainingsstätten betreibt. Die jüngste, 2012 eröffnete Driving Academy in Maisach, westlich von München, nutzt das Gelände eines ehemaligen Militärflughafens.

Sitz-Highlight: Beleuchtetes M-Emblem

Galerie: Erster Test BMW M4 CabrioletDie M GmbH ist bei BMW aber nicht nur fürs Dynamisieren zuständig, sondern auch fürs geschmackvolle Individualisieren. Dem M4 Cabrio spendierte sie unter anderem eine serienmäßige Lederpolsterung  mit der Bezeichnung Merino Feinnarbe; sie steht in vier Farben zur Wahl und beinhaltet ein kleines Detail mit großer Wirkung: Das M-Emblem in den Kopfstützen der Vordersitze ist beleuchtet.  Weitere M-typische Ausstattungsdetails hat der Fahrer stets im Blick: Die Rundinstrumente mit weißen Grafiken und das Lederlenkrad im Doppelspeichendesign, inklusive M-Logo, Chromspange und farbigen Kontrastnähten.

Die Liste der Sonderausstattungen ist BMW-typisch lang. Bestückt ist sie mit zusätzlichen technischen Finessen, beispielsweise Carbon-Keramik-Bremsen und einem adaptiven Fahrwerk, Fahrerassistenzsystemen, Infotainment-Paketen, die Optik aufwertenden Zutaten, aber auch nützlichen Extras wie einem Nackenwärmer für Fahrer und Beifahrer, die selbst an kalten Tagen unbedacht unterwegs sein wollen. Für die beiden Fondsitze ist diese Annehmlichkeit nicht verfügbar, obwohl es im neuen M4-Cabrio durchaus möglich ist, sie mit Erwachsenen zu besetzen und nicht nur - wie in den vier Vorgängermodellen - als zusätzliche Ablage unterm Windschott zu benutzen.

 
Fazit
 

Gerlinde Fröhlich-Merz

Das neue M4 Cabrio setzt aufs Schönste (und Teuerste) die inzwischen 26-jährige BMW-Tradition fort, die den dynamischen Wechsel aus dem Alltag auf die Rennstrecke nicht vom Vorhandensein eines festen Dachs abhängig macht.

Der Fahrtwind - das spricht fürs ausgereifte Konzept - ist in der Tat kein Hinderungsgrund für schnelle Runden, sondern eher die Geräuschentwicklung. Der Versuch, die Tachonadel oben ohne in Richtung 250 km/h zu treiben, testet auch die Belastbarkeit der Gehörgänge.  Wer das nicht mag, wird vor dem Start ins sportliche Fahrvergnügen lieber das Dach schließen oder sich - bei gemäßigtem Tempo - ein bisschen Wind um die Nase wehen lassen und, anstatt die Leistung voll abzurufen, im Wissen ums dynamische Potenzial die attraktive,  M-typische Optik auskosten.
 
 
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