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Galerie: Erster Test BMW X5

Erster Test: BMW X5

Bairischer „Beemer“

04.12.2006

„Beemer“ nennen sie ihn drüben in den Vereinigten Staaten, wo er gebaut wird. Weil BMW, sprich Bi-Äm-Dablju, ein bisschen sperrig klingt. Andererseits zeugt ein Spitzname von hoher Wertschätzung, die dort vor allem der X5 genießt. Die Münchner Autobauer tragen dem Rechnung und bieten ihr neues großes SUV auch als Siebensitzer an - weil die Amis darauf stehen. Ein Glück, dass die Fahreigenschaften des neuen X5 weiterhin typisch bairisch sind.

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz im Autobusiness, dass der Nachfolger größer zu sein hat als der Vorgänger. Der neue BMW X5 wuchs in der Länge um 19 Zentimeter, alleine der Radstand hat um zehn Zentimeter zugelegt. Da BMW aber gesteigerten Wert auf ein dynamisches Auftreten legt, durfte das SUV auf keinen Fall zu wuchtig werden.

Galerie: Erster Test BMW X5Um die typischen Proportionen zu halten, haben Chefdesigner Adrian van Hooydonk und sein Team die Karosserie geglättet, die Scheinwerfer, die Niere und die Rückleuchten vergrößert und schließlich die seitliche Lichtkante hoch angesetzt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: der neue X5 ist sofort als solcher zu erkennen, wirkt aber ausgewogener, weniger martialisch als die erste Generation.

Keine Tricks

Im Innenraum brauchte es keine designerischen Tricks - aufgrund des längeren Radstands herrscht hier tatsächlich deutlich mehr Platz. Fahrer und Beifahrer sitzen gewohnt hoch auf bequemen Sesseln und blicken, ein wenig von oben herab, entspannt aufs übrige Verkehrsgeschehen. Vertraut und doch neu wirkt das Armaturenbrett, in das der zentrale Info-Bildschirm nun komplett integriert wurde. Er liegt blickgünstig auf einer Höhe mit der Instrumententafel.

Galerie: Erster Test BMW X5Verbessert und zur Serienausstattung erhoben wurde das Bediensystem iDrive. Acht frei zuordenbare Stationstasten erleichtern den Umgang mit dem grundsätzlich durchdachten Dreh-Drück-Knubbel erheblich. Von hoher Güte ist die Materialqualität. Die weich unterschäumten Kunststoffe und die Holz/Alu-Zierleisten wirken edel und zugleich für die Ewigkeit gemacht.

Endlich richtig viel Platz

In den Fond dürfen nun guten Gewissens auch großgewachsene Fahrgäste eingeladen werden, Bein- wie Kopffreiheit sind endlich mehr als ausreichend. In Verbindung mit der optionalen dritten Sitzreihe (ab € 1.470) lässt sich die zweite Reihe längs verschieben und, für den besseren Einstieg nach ganz hinten, hochklappen. „Personen bis 1,70 Meter Körpergröße“ könnten dort bequem sitzen, behauptet BMW. Und übertreibt. Es ist furchtbar eng da hinten, die Plätze sechs und sieben gehen allenfalls als Notsitze durch. Ohnehin geht es hier mehr um das beruhigende „Wenn-ich-wollte-könnte-ich“-Gefühl, denn um echten Praxisnutzen. Zumal das Kofferraumvolumen in der Siebensitzer-Konfiguration auf 200 Liter schrumpft.

Galerie: Erster Test BMW X5Im normalen Reisemodus dagegen packt der neue X5 stolze 620 Liter - 110 Liter mehr als der Vorgänger - und maximal schluckt er nun 1.750 Liter (plus 200 Liter). Praktisch sind die zweigeteilte Heckklappe und der große, doppelte Ladeboden (90 Liter; nur beim Fünfsitzer), unpraktisch dagegen die hohe Ladekante und der nicht allzu hoch aufschwingende Deckel.

Dynamischer geht scheinbar immer

Galerie: Erster Test BMW X5Neben der Verbesserung der Funktionalität und einem Plus an Luxus stand ein Punkt auf der Entwicklungsagenda, der bei BMW obligatorisch ist: Mehr Dynamik. Obwohl der alte X5 hier bis zum Produktionsende zu den besten im Segment zählte, wurde das Thema von Grund auf angegangen. Die neue Karosserie ist deutlich steifer, das Fahrwerk ebenfalls komplett neu entwickelt. Das Ergebnis erfüllt die Erwartungen. Der X5 ist trotz seiner gut 2,2 Tonnen Leergewicht ein ausgesprochen agiles Automobil. Dazu trägt auch der weiterentwickelte, vollvariable permanente Allradantrieb xDrive bei, der die Eingriffsschwelle von Regelsystemen wie der Schlupf- oder Fahrstabilitätskontrolle in Geschwindigkeitsbereiche jenseits der Vernunft hievt.

Galerie: Erster Test BMW X5Bereits mit dem herkömmlichen Stahlfahrwerk lässt er sich behände durch die Kurven manövrieren, die präzise Lenkung vermittelt hervorragenden Fahrbahnkontakt. Wer bierernst auf das „Sport“ in SUV pocht, dem sei das optionale Fahrwerk Adaptiv Drive mit dem automatischen Wankausgleich und der elektronischen Dämpferkontrolle ans Herz gelegt (€ 3.290). Seitenneigung wird damit zu einer blassen Erinnerung an die Zeiten ohne Elektronik. Im Sport-Modus straffen sich die Dämpfer, ansonsten rollt der X5 ausgesprochen komfortabel dahin. Besonders auf Querfugen reagiert der Neue trotz Run-Flat-Reifen deutlich sanfter als der Vorgänger.

Diesel fürs Hirn, V8 fürs Herz

Galerie: Erster Test BMW X5Drei Motoren stehen zur Wahl, ein 3,0-Liter-Sechszylinder mit 272 PS, ein 4,8-Liter-V8 mit 355 PS und ein 3,0-Liter-Sechszylinder-Diesel mit 235 PS. Letzterem sagen die BMW-Manager 90 Prozent Marktanteil voraus. Zu Recht, denn der schiffsdieselsäuselnde Selbstzünder ist kultiviert, mit seinen 520 Nm Drehmoment ausgesprochen kräftig und zudem vergleichsweise sparsam (8,7 Liter/100 km).

Mehr fürs Herz als für den Verstand ist der 4.8i. Der Achtzylinderbenziner ermöglicht Spurtwerte auf Sportwagenniveau, bereits 6,5 Sekunden nach dem ersten Tritt aufs Gaspedal ist die 100-km/h-Marke geknackt. Das Aggregat dreht spielend bis fast 7.000 U/min und brüllt dabei wie der bairische Bär. Noch sexier ist das tiefe Bollern im niedertourigen Bereich. Radio aus, Fenster auf und genießen! Die Kehrseite ist allerdings ein realer Spritverbrauch von kaum unter 15 Litern Superplus.

Galerie: Erster Test BMW X5Preislich liegt der neue X5 in etwa auf dem Niveau der Hauptkonkurrenten Audi Q7 und Mercedes M-Klasse. Der 3.0d startet bei 51.900 Euro (19 Prozent Mehrwertsteuer), der 4.8i kostet 68.700 Euro. Die Serienausstattung ist gut, ohne komplettes Sicherheitspaket inklusive Nebelscheinwerfer und Tagfahrlicht, einem hervorragenden 6-Gang-Automatikgetriebe, 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, CD-Radio und Klimaautomatik wird kein X5 ausgeliefert. Nach oben hin sind die Grenzen freilich offen. Unter anderem gibt es auf Wunsch ein Head-Up-Display, Kurvenlicht, feinste Hölzer und Leder, ein Multimedia-System und vieles Teures mehr.

Fazit

Gutes zu verbessern ist schwierig. BMW hat einmal mehr bewiesen, dass es trotzdem geht. Der neue BMW X5 ist eine konsequente Weiterentwicklung des Vorgängers, sämtliche Punkte aus dem Lastenheft können mit einem grünen Haken versehen werden: Er ist geräumiger, hochwertiger, nochmals sportlicher und trotzdem komfortabler geworden.

Gibt es was, dass der in den USA produzierte „Beemer“ nicht kann? Leider ja: Beamen, das aus Raumschiff Enterprise bekannte Sich- Materialisieren auf Knopfdruck. Sonst müssten sich die deutschen Kunden nicht noch bis März 2007 gedulden. Denn jenseits des Atlantiks geht der X5 noch dieses Jahr in den Verkauf.

 
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