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Galerie: Erster Test Cadillac BLS Wagon

Erster Test: Cadillac BLS Wagon

Gute Kombi-Nation

07.11.2007

Deutschland ist die Kombi-Nation schlechthin. Vor allem in der automobilen Mittelklasse werden die Modelle mit üppigem Gepäckabteil den manchmal biederen Limousinen vorgezogen. Bei Cadillac jedoch suchte man diese Variante bislang vergebens. In der 104-jährigen Firmengeschichte gab es nicht einen einzigen Steilheck mit Platz. Ab Dezember 2007 ändert sich das, dann kommt der BLS Wagon. Das Kurioseste: Dieser Ami-Kombi wird, wie die seit 2006 erhältliche Limousine, in Schweden gefertigt und nur in Europa angeboten.

Cadillac und Schweden, wie geht das denn? Es ist nicht die Grund-Affinität der Skandinavier für US-Automobile, die Cadillac dazu veranlasst hat, den BLS bei Saab im schwedischen Trollhättan vom Band laufen zu lassen. Beide Marken gehören – wie Opel übrigens auch – zum GM-Konzern. Technisch basiert der BLS Wagon auf Saab 9-3 und Opel Vectra. Wenn man genau hinsieht, sind einige Gemeinsamkeiten schnell zu entdecken.

Differenzierte Gemeinsamkeiten

Galerie: Erster Test Cadillac BLS WagonVorn und hinten präsentiert sich der BLS Wagon eigenständig und extrovertiert wie jeder aktuelle Cadillac. Die markante Frontpartie mit großem Kühlergrill lässt keine Markenverwechslung zu. Ähnliches am Heck: Hier zeigt der BLS Wagon die typischen LED-Rückleuchten in vertikaler Stabformation. Von der Seite ähnelt der Amerikaner vor allem im Bereich des scheinbar nach hinten abfallenden Daches stark dem Saab 9-3. Ebenso bei Türen und Außenspiegeln. Die skandinavischen Elemente passen hervorragend in das Gesamtkonzept und ergänzen das charmante Design trefflich.

Flink an den handlichen Bügelgriffen gezogen und ab geht es in den Innenraum. Hier sind Lichtschalter, Navisystem, Lenkradfernbedienung, Kombiinstrument, Klimabedienung und einige andere Teile ebenfalls vom 9-3 übernommen. Eine exzellente Wahl, denn die Schweden stehen für hervorragende Ergonomie, schlichtes und elegantes Design und tadellose Verarbeitung.

Perfektes Wohlfühlambiente

Galerie: Erster Test Cadillac BLS WagonSo sind auch die verwendeten Materialien stets hochwertig und verströmen Langlebigkeit. Die vorderen Sitze sind straff, bieten angemessenen Seitenhalt und lassen sich auf Wunsch sogar elektrisch justieren. Das Lenkrad ist vielfach verstellbar. Alles zusammen also beste Voraussetzungen für ein optimales Wohlfühlambiente. Hinzu kommt das Platzangebot. Es ist sowohl in der ersten Reihe als auch im Fond klassenüblich.

Vier Ausstattungsversionen gibt es für den BLS: Business, Elegance, Sport und die Topausstattung Sport Luxury. Schon in der Einstiegsvariante sind Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Lederlenkrad mit Fernbedienung, Geschwindigkeitsregelanlage, 16 Zoll Alufelgen und einiges mehr inklusive.

Die eigentliche Neuerung

Galerie: Erster Test Cadillac BLS WagonDie eigentliche Neuerung des 4,71 Meter langen Cadillac findet sich erst hinter dem Passagierabteil. Der mit hochwertigem Teppich ausgeschlagene Gepäckraum ist mit 419 Liter nicht wirklich groß, was anhand der dynamischen Karosserieform schon rein äußerlich zu vermuten war. Harte Transportaufgaben überlässt er lieber der profanen Transporterfraktion aus deutschen Landen.

Dennoch ist das Kofferabteil dank niedriger Ladekante und ebener Fläche einfach zu beladen und gut zu nutzen. Klappt man die Rückbanklehnen komplett um – funktioniert auch geteilt – entsteht ein 1.273 Liter großes Abteil. Insgesamt dürfen 545 Kilogramm im BLS transportiert werden.

Fahrwerk komfortorientiert

Galerie: Erster Test Cadillac BLS WagonDie Fahrwerksabstimmung der Elegance-Version hinterlässt einen etwas zwiespältigen Eindruck. Auf den ersten Metern Fahrt wirkt sie recht komfortabel und souverän. Kommen jedoch kurze Anregungen ins Spiel, beispielsweise durch Fahrbahnschäden oder Kanaldeckel, dringen diese bis in die Fahrgastzelle durch. An der Vorderachse ist das Einfedern der Stoßdämpfer ist zu unkomfortabel und das Ausfedern zu schwammig. Eine konsequente Komfortauslegung wäre passender. Der Cadillac animiert sowieso nicht zum Heizen und Pseudo-Sportwagen mit Kombiheck gibt es eh schon viel zu viele.

Neuer Top-Diesel

Galerie: Erster Test Cadillac BLS WagonZur ersten Ausfahrt stand der neue TTiD-Motor bereit. Aus 1,9 Liter Hubraum holt der Vierzylinder satte 180 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment (Automatikversion 370 Newtonmeter). Das doppelte „T“ im TTiD deutet dabei auf den zweiten Zwangsbeatmer hin. Die beiden Turbos teilen sich das Lufteinblasen in den Motor auf und sorgen so für ordentlichen Schub.

Für Freunde leiser Töne ist der Antrieb allerdings nicht gemacht. Bei einer Literleistung von annähernd 100 PS ist das aber auch nicht verwunderlich und im BLS keineswegs störend. Eine Empfehlung ist die rund 2.000 Euro teure Sechsgang-Automatik. Zwar schluckt sie einen Teil der Leistung und des Drehmoments, entschädigt dafür aber mit entspanntem Agieren, weichen Schaltvorgängen und bügelt jeden Ansatz eines Turbolochs aus.

Zahlenspiele

Galerie: Erster Test Cadillac BLS WagonFür Datenfetischisten: Die Höchstgeschwindigkeit des 180 PS Dieselkombis beträgt nur 210 km/h, mit Schaltgetriebe sind es fünf mehr. Der Standardsprint gelingt echten Schaltprofis in 9,1 Sekunden. Mit dem Automatikwagen sind jederzeit, zumindest wenn die Traktion des Fronttrieblers stimmt, 9,8 Sekunden machbar. Der Normverbrauch lautet 6,5 (Schalter) respektive 7,5 (Automatik) Liter Diesel, im Alltagsbetrieb pendelt er sich bei acht Litern ein.

Billig ist der Caddy nicht - Das war auch nicht zu erwarten. Schließlich spielt der BLS Wagon in der Premier-League mit und unterstreicht diesen Anspruch in vielen Details. Startpreis für den 180 PS Diesel sind 32.150 Euro. Der Testwagen mit Automatik und wahrer Vollausstattung kommt auf gut 40.000 Euro.

 
Fazit
 

Michael Blumenstein

Zwar wird der erste Cadillac Kombi die etablierte Konkurrenz aus Deutschland nicht schocken, für verwöhnte Individualisten stellt er aber mehr als nur eine weitere Alternative dar. Denn auch der BLS Wagon ist ein besonderes Automobil geworden. Nicht nur unterm Blech steckt beim Skandoamerikaner bewährte Konzerntechnik. Gezielt wurden Bauteile übernommen, die stimmig ins Gesamtbild passen. Cadillac hatte dabei ein ausgesprochen glückliches Händchen.
 
 
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