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Galerie: Erster Test Chevrolet Aveo

Erster Test: Chevrolet Aveo

Das Limousinchen

17.01.2006

Keine Karosserieform ist in Deutschland unbeliebter als das klassische Stufenheck - zumindest in den unteren Klassen. Kein Grund für Chevrolet, nicht trotzdem ein Limousinchen im Kleinwagensegment anzubieten. Schließlich ist der Aveo ein Weltauto, und darf deshalb auf dem deutschen Markt nicht fehlen.

Chevrolet ist inzwischen weltweit in 120 Ländern präsent. In den meisten von ihnen ist der Imagewandel bereits vollzogen. Bei „Chevy“ denkt man dort nicht mehr automatisch an schlimm viel Sprit schluckende Amischlitten, sondern an preisgünstige (Klein)wagen. Dieses gilt es den deutschen Kunden noch besser verständlich zu machen. Denn die in Europa unter dem Namen Chevrolet verkauften Fahrzeuge hießen einst Daewoo.

Ganz so stimmt das natürlich nicht. Der neue Aveo beispielsweise löst zwar den viertürigen (Daewoo) Kalos ab, ist aber ein neues Auto. Genau wie die in diesem Jahr folgenden, neuen Modelle Epica (Evanda-Nachfolger) und Captiva. Letzterer ist ein SUV, das sich die Bodengruppe mit dem für Ende des Jahres erwarteten Opel Antara teilt.

Großer Kleiner

Galerie: Erster Test Chevrolet AveoZurück zum Aveo: Mit rund 4,30 Metern Gesamtlänge gehört er zu den größeren Kleinwagen und steht in Konkurrenz zu anderen Mini-Limos wie etwa dem viertürigen Skoda Fabia. Dass die Chevrolet-Verantwortlichen so oft wie möglich erwähnen, der Aveo sei ein vollwertiger Fünfsitzer nebst Platz für Gepäck, macht eher verdächtig, als die Sache wahrscheinlicher. Zugegeben, einer Familie mit zwei kleineren Kindern reicht das Platzangebot im Innenraum und auch das des Kofferraums, der immerhin gut 400 Liter fasst.

Doch wenn vorne zwei Durchschnittsstaturen sitzen, kommen hinten zwei weitere Erwachsene nur mit Müh’ und Not unter. In Sachen Beinfreiheit könnte man sich im Notfall ja noch mit Fahrer und Beifahrer auf einen Kompromiss verständigen. Doch die geringe Kopffreiheit schließt entspanntes Reisen im Fond aus. Ein Kleinwagen ist eben doch nur ein Kleinwagen.

Galerie: Erster Test Chevrolet AveoVorne sitzt es sich allerdings erstaunlich luftig und auch gemütlich. Man blickt auf klar gezeichnete Instrumente und freut sich, wenn man die Vorgänger kennt, über deutlich ansprechendere Materialien und eine bessere Verarbeitung. Einziger Minuspunkt: Mangels Längsverstell-Möglichkeit des (höhenverstellbaren) Lenkrads muss der Fahrer - um im richtigen Abstand zum Lenkrad zu sitzen - das Gestühl so weit nach vorne fahren, dass das rechte Knie latent an der breiten Mittelkonsole wetzt.

Komfortabel und narrensicher

Galerie: Erster Test Chevrolet AveoDas Fahrwerk überrascht mit gutem Komfort bei gleichzeitig absolut narrensicherem Fahrverhalten. Auf zu schnelle Kurven reagiert der Aveo mit leichtem Untersteuern, auf mutwillig herbeigeführte Lastwechsel mit beeindruckender Gelassenheit. So ist es auch zu verschmerzen, dass ESP erst im Laufe des Jahres erhältlich sein wird. Recht gut gefällt auch die genaue und angenehm straffe Lenkung. Das manuelle Fünfganggetriebe bereitet dagegen kein Vergnügen. Zu ungenau ist die Schaltkulisse, recht wackelig der Schalthebel selbst bei eingelegtem Gang.

Motorenseitig stehen zwei Benziner zur Wahl, ein 1,2-Liter-Vierzylinder mit 72 PS und der von uns gefahrene 1,4-Liter-Vierzylinder mit 94 Pferden. 94 PS? Um es vorweg zu nehmen: Wenn man uns erzählt hätte, dieser Motor hätte 75 PS, wir hätten es auch geglaubt. Weder spritzig, noch besonders drehfreudig geht er zu Werke. Die maximale Leistung steht erst bei 6.200 Touren an - Regionen, in die man nur vorstößt, wenn man bereit ist, den Motor und letztlich sich selbst zu quälen.

Vernünftig fahren

Um kein falsches Bild zu kreieren: Im Teillastbetrieb arbeitet der 1400er leise und liefert dabei ausreichend Kraft, um den etwa 1,2 Tonnen schweren Wagen zügig zu bewegen. Vernünftig gefahren - und das werden die meisten der Aveo-Kunden tun - begnügt er sich im Schnitt mit gut sieben Litern.

Galerie: Erster Test Chevrolet AveoWarum die meisten Aveo-Käufer „vernünftig“ fahren werden? Weil der Aveo ein vernünftiges Auto ist. Das zeigt schon der Preis, besser: das Preis-Leistungsverhältnis. Der 1,2 LS ist bereits ab 11.990 Euro zu haben, wobei unter anderem zwei Airbags, ABS, eine geteilt umklappbare Rückbank, ein MP3-fähiges CD-Radio und eine Klimaanlage serienmäßig an Bord sind.

Der 1,4 LT mit noch besserer Ausstattung (u.a. zusätzlich Seitenairbags vorne, Bordcomputer und Klimaautomatik) kostet ab 12.990 Euro. Das interessanteste Angebot aber dürfte der Flüssiggas-Aveo (Autogas) sein, der zwar 1.990 Aufpreis kostet, diesen aber durch den günstigeren „Sprit“-Preis wettmachen kann. Zumal Autogas sowohl in Deutschland, vor allem aber europaweit bereits über ein gut ausgestattetes Tankstellennetz verfügt. Bei unseren ersten Testfahrten in Slowenien stand diese Variante zwar noch nicht bereit, soll aber zur Markteinführung am 11. März fertig sein.

Fazit

Galerie: Erster Test Chevrolet AveoBeliebt hin oder her. Kleine Stufenheck-Limousinen sind durchaus vernünftige, und im Falle des neuen Aveo auch richtig gute Autos. Klar, einen Schönheitspreis gewinnt der Gepäckbürzel-Chevy nicht, auch kein Rennen. Doch kühle Rechner, die ein kleines, Nutzwert-orientiertes Auto suchen, sollten dieses Limousinchen in die engere Wahl nehmen. Denn das Preis-Leistungsverhältnis stimmt allemal.

Und wenn sie auch ein bisschen angeben wollen, können sie sich immer noch auf den wohlklingenden Namen „Chevrolet“ berufen. Oder, besser noch, die Autogas-Variante wählen und bei jedem Tankstopp über die anderen lächeln.

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