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Galerie: Erster Test Chevrolet Aveo

Erster Test: Chevrolet Aveo

Mal nüchtern betrachtet

08.04.2008

Kleinwagen sind die „besseren“ Autos. Sie brauchen weniger Sprit, beanspruchen weniger Verkehrsfläche und bieten dennoch oft eine vernünftige Performance, die für 95 Prozent der Einsatzzwecke ausreicht. Rundum erneuert ist in diesem Segment der Chevrolet Aveo in all seinen Varianten, wir haben ihn mit vier Türen, Steilheck und 101 PS getestet.

Chevrolet Europa befindet sich derzeit im Aufwind. So zumindest sagen es die Marketing-Mannen des „amerikanischen“ Automobilherstellers. Rund 25.500 Fahrzeuge konnte der in Rüsselsheim ansässige Importeur im Jahr 2007 hierzulande absetzen, Tendenz steigend. Außergewöhnlich: Rund 90 Prozent aller Fahrzeuge gingen dabei an Privatkunden. Damit bekräftigt Chevrolet seinen Anspruch, bezahlbare Autos für Müllers und Schmitts von Nebenan zu bauen.

Kalos heißt Aveo

Galerie: Erster Test Chevrolet AveoJetzt ist seit einigen Tagen das neuste Kind von Chevrolet zur dauerhaften Privatadoption freigegeben. Der Aveo, wie der neue Kalos ab sofort heißt, ist als Viertürer mit Steilheck und 84 PS ab 11.000 Euro zu haben. Für unsere erste Ausfahrt schnappten wir uns jedoch das Topmodell 1.4 LT. Mit dem 101-PS-Benziner verspricht er in dieser Gewichtsklasse Fahrspaß und Ökonomie. Und da kleine Autos mit Automatikgetriebe rar sind, entschieden wir uns für den Viergang-Wandler, um schlußendlich noch den Fahrkomfort zu steigern.

Selbstschalten ist nämlich Steinzeit. Warum soll man in schlecht geführten Gassen einen widerspenstigen Schalthebel durchscheuchen, wenn es eine komfortable Alternative gibt.

Automatik mit vier Gängen

Galerie: Erster Test Chevrolet AveoIm Falle des Aveo passt der lediglich mit vier Gängen versehene Automat sogar recht gut zum 1,4-Liter-Benziner. Zwar schaltet das Getriebe bisweilen etwas hektisch rauf und runter, dafür tut es das aber sanft und unauffällig. Zudem besitzt das System einen „hold“-Knopf, der den aktuellen Gang auf Wunsch arretiert und somit hektische Schaltmanöver unterbindet. Lediglich der Drehzahlunterschied des Motors deutet bei normaler Fahrweise auf den vollzogenen Gangwechsel hin.

Vorurteil bestätigt

Galerie: Erster Test Chevrolet AveoEin Vorurteil besagt, dass Wandlerautomatikgetriebe mehr Sprit verbrauchen als Handschaltgetriebe. Beim Aveo trifft das zu. Er benötigt laut Hersteller einen halben Liter mehr Sprit als die Handschaltversion. 6,4 Liter sollen es nach der wenig aussagekräftigen EU-Norm auf 100 Kilometer sein. Im alltäglichen Betrieb kann man sich dagegen eher auf gut acht Liter einrichten. Das ist für ein rund 1.100 Kilogramm leichtes, 3,92 Meter kurzes Auto nicht unbedingt ökologisch korrekt.

Vor allem dann, wenn man sich die Fahrleistungen genauer ansieht: Nur knapp 170 km/h beträgt die Höchstgeschwindigkeit. Fast 14 Sekunden benötigt der Automatik-Aveo unter Vollast, bis er die hunderter Marke vom Stand weg knackt. Das entspricht in etwa den Werten des kleineren 84 –PS-Motors mit Schaltgetriebe. Ein Verzicht, der durch den gewonnenen Komfort allerdings kompensiert wird. Die Automatik ist übrigens nur beim 1.4 für 1.100 Euro erhältlich.

Das Geräuschniveau des Aveo ist kleinwagentypisch. Wenig gedämmt, klingeln Motor und Wind in den Ohren der Insassen um die Wette. Nicht nervig, aber eben stets vorhanden.

Platzangebot ausreichend

Galerie: Erster Test Chevrolet AveoVorhanden ist im Aveo auch Platz für vier Erwachsene. Nicht unbedingt üppig, aber eben ausreichend. In den Kofferraum passen zwischen 220 und 980 Liter. Genug für einen Kleinwagen.

Die Sitzposition hinter der Pilotenkanzel ist dagegen gewöhnungsbedürftig. Das belederte Rund lässt sich nur in der Höhe justieren, die Sitze bieten null Seitenhalt und das mag man angesichts der Konturierung kaum glauben. Kaum zu glauben ist auch die Plastiklandschaft im Innenraum. Selbst gemessen am Preis wirkt diese zu billig. Ein Opel Agila oder Suzuki Splash, die sich im gleichen Preissegment bewegen, können das sicht- und spürbar besser. Die Bedienung ist dagegen vorbildlich einfach.

Straffes Fahrwerk

Galerie: Erster Test Chevrolet AveoWenn man das Thema Fahrwerk anreisst, fallen zwangsläufig auch folgende drei Buchstaben: ESP. Im Aveo sucht man diesen Lebensretter vergebens.

Kann dann wenigstens das Fahrwerk überzeugen? Heimtückisch, so dass man ESP unbedingt bräuchte, ist es definitiv nicht. Dafür aber in Verbindung mit den 15 Zoll Alufelgen doch etwas zu straff. Vor allem vor dem Hintergrund, dass dieser Wagen mit einem Automatikgetriebe eher die komfortorientierte Kleinwagenkundschaft abholen möchte. Die Untersteuertendenz und die Seitenneigung in Kurven ist trotz der Straffheit enorm. Die Mini-Bremsen sind vorne innenbelüftet und messen 236 Millimeter. Hinten gibt es nur Trommelbremsen. Im Alltag funktioniert das Konklomerat.

Gefälliges Design

Gefallen kann dagegen das Äußere. Mit sportlich schwarzem Kühlergrill, unterteilt durch das Chevy-Logo in der Front, zeigt der Aveo, wie alle kommenden Chevrolets von vorne aussehen werden. Scharfe Konturen an den Scheinwerfern und geschwungene Stoßfänger verströmen tatsächlich so etwas wie Dynamik. Um die Dynamikansprüche hervorzuheben, besitzt der Aveo LT sogar einen Dachkantenspoiler.

Was ist drin

Galerie: Erster Test Chevrolet AveoEs gibt im Topmodell LT stets eine Klimaautomatik, vier Airbags, ABS, Nebelscheinwerfer, Servolenkung, Alarmanlage, 15-Zoll-Alus, elektrische verstell- und beheizbare Außenspiegel, eine geteilt klappbare Rücksitzlehne, ein MP3-CD-Radio mit Lenkradfernbedienung, den Bordcomputer und ein Lederlenkrad.

Einzig erhältliche Optionen sind: Metallic-Lack, Automatikgetriebe und – aus Ermangelung eines Dieselmotors – eine Flüssiggasanlage. Diese kostet 2.350 Euro, halbiert dafür jedoch in etwa die Kraftstoffkosten. In vollem Ornat kostet der kleine dann große 17.740 Euro.

Fazit

Galerie: Erster Test Chevrolet AveoViel Geld fürs Auto. Der Chevrolet Aveo mit vier Türen und Heckklappe kann nichts außergewöhnlich gut. Die Verarbeitung und Materialauswahl sind mäßig, die Sitzposition bescheiden, das Platzangebot klassenüblich und das Fahrwerk straff. Die Viergang-Automatik erledigt ihre Aufgabe sehr ordentlich.

Allerdings ist zu bedenken, dass Opel ab 14.520 Euro den von den Fahrleistungen her identisch schnellen Agila Edition mit Viergang-Automat im Angebot hat. Der kann fast alles besser und hat für einen Obolus von 360 Euro auch ESP an Bord.

 
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