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Galerie: Erster Test Chevrolet Cruze

Erster Test: Chevrolet Cruze

Luxus-Logan

20.03.2009

Stattlich, geräumig, modern designt, mit guter Komfort- und Sicherheitsausstattung für nur 15.000 Euro - das ist der neue Chevrolet Cruze. Wie sich der Logan für Anspruchsvolle fährt, haben wir vor seinem Marktstart im Mai 2009 mit den beiden Benzinvarianten getestet.

Mit zweiteiligem Kühlergrill, großen Luftöffnungen und weit in die Flanke reichenden Scheinwerfer wirkt die Front der völlig neuen Limousine durchaus dynamisch. Modische Lichtkanten betonen Radhäuser, Schweller und eine nach hinten aufsteigende Schulterlinie. Und das nach hinten im langen Bogen abfallende Dach endet beim Cruze in einem kurzen Heck mit breiter Chromspange.

Obwohl der Cruze eine zeitgemäße Erscheinung ist, wirkt sein Design auch etwas beliebig. Entsprechend desinteressiert reagierten die Einheimischen auf unserer Testfahrt rund ums spanische Santander auf den neuen Chevy. Gut möglich, dass der Kantabrer an sich von etwas sturem Gemüt ist. Doch ist der Cruze mit seinem für den Weltmarkt ausgelegten Design wohl auch etwas farblos und bodenständig.

Mit Platz und Ambiente

Galerie: Erster Test Chevrolet CruzeEindrucksvoller präsentiert sich der Innenraum. Das Platzangebot des 4,60 Meter langen Viertürers ist gut. Auch größere Erwachsene sitzen im Fond bequem und trotz coupéhafter Dachlinie mit ausreichender Kopffreiheit. Der höhenverstellbare Fahrersitz und das in Länge und Höhe justierbare Lenkrad (ab Ausstattung LS) ermöglichen es dem Fahrer, eine gute Sitzposition einzunehmen.

Auch die Übersichtlichkeit und Funktionalität ist tadellos. Lediglich die Schalter der Klimaanlage mit lichtschwacher Signalfunzel fallen etwas mickrig aus. Dennoch ist Chevrolet hinsichtlich Materialwahl und Architektur ein bemerkenswert wohnliches Interieur gelungen.

Stilvoller Stoff, klapperige Klappe

Galerie: Erster Test Chevrolet CruzeSehenswert ist der abwechslungsreiche Materialmix der höherwertigen Ausstattungen LS und LT. Hier sorgt zum Beispiel ein breiter Textil-Dekostreifen über das gesamte Armaturenbrett für Wärme und Behaglichkeit. Trotz des hohen Kostendrucks mutet Chevrolet den Insassen also kein grautristes Hartplastik-Pragmatismus-Interieur zu. Lediglich bei genauem Hinsehen finden sich einige ungenaue Passungen und nicht immer ganz sauber entgratete Plastikteile.

Die besonderen Sparzwänge beim Cruze sind dafür an der Kofferraumklappe erlebbar. Der aus dünnem Blech gefertigte Deckel will aufgrund fehlender Dämpfer gleich nach dem Öffnen von selbst wieder zuklappen. Vorsätzliches Schließen wird mit markerschütterndem Scheppern kommentiert. Und dann hängt die Heckklappe an zwei grobschlächtigen, gebogenen Metallstangen, die weit in den 450-Liter-Kofferraum hineinragen und sich dort als unschöne Platzdiebe breit machen.

Galerie: Erster Test Chevrolet CruzePapiertiger

Bei den Motoren hat man die Wahl zwischen einem 150-PS-Diesel und zwei Vierzylinder-Benzinern mit 1,6 oder 1,8 Liter Hubraum. Das kleinere Aggregat leistet 113, das größere 141 PS. Trotz dieser nominell durchaus verheißungsvollen Eckdaten können beide Motoren bei der Leistungsentfaltung nicht sonderlich beeindrucken. Der zugeschnürt wirkende  1,6er bietet sein maximales Drehmoment von lediglich 153 Newtonmetern erst ab 4.200 Touren an. Der 100-km/h-Sprint dauert 12,5 Sekunden, maximal sollen 185 km/h drin sein.

Die Gangwechsel im manuellen Fünfgang-Getriebe gehen dafür locker von der Hand. Und das ist gut so: Bereits leichte Steigungen nötigen zum Runterschalten, soll der Wagen den Schwung halten. Unten rum ist der Basismotor einfach zu lust- und kraftlos und will man den 1,4-Tonner mit viel Drehzahlen auf Trab bringen, klingt der Vierzylinder kernig und etwas angestrengt. Unangenehm laut wird es im gut gedämmten Cruze aber nie.

Galerie: Erster Test Chevrolet CruzeDem Zweck angemessen

Etwas druckvoller und leiser ist der 1,8er, der seine immerhin 176 Newtonmeter bereits bei 3.800 Umdrehungen erreicht. Glatt zehn Sekunden soll der Standardsprint dauern, mit exakt 200 km/h wird die Höchstgeschwindigkeit angegeben. Als wirklich drehfreudig und spritzig empfindet man selbst diesen Antrieb nicht. Und beim Verbrauch liegen die nach Euro 5 zertifizierten Benziner deutlich über der Herstellerangabe. So brauchte auf unserer zügig gefahrenen Proberunde der 1.8er laut Bordcomputer neuneinhalb  statt der angegebenen sieben Liter auf 100 Kilometer.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Chevrolet Cruze 1.6   Chevrolet Cruze 1.8
Ausstattungsvariante   LS   LT
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.597/ 1.788 / 1.477   4.597/ 1.788 / 1.477
Radstand (mm)   2.685   2.685
Wendekreis (m)   10,9   10,9
Leergewicht (kg)   1360 - 1.438   1365 - 1.443
Kofferraum (Liter)   450   450
Bereifung Testwagen   205/60 R16   215/50 R17
Motor        
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.598 / 4, Reihe   1.796 / 4, Reihe
Leistung (PS)   113   141
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   153 / 4.200   176 / 3.800
Antriebsart   Frontantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles 5-Gang-Getriebe   manuelles 5-Gang-Getriebe
Verbrauch        
Krafstoffart   Benzin   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   6,8   6,8
CO2-Emissionen (g/km)   159   184
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.   k.A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   12,5   10
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   185   200
Preise        
ab (Euro)   17.190   19.690
Empfohlene Extras   Für den 1.6 LS ist als einziges Extras eine Metallic-Lackierung bestellbar.   Mit Schiebedach (620 Euro) und Navi (1.700 Euro) ist der Cruze voll ausgestattet.
 
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Immerhin sind die angetriebenen Vorderräder mit der Leistung der Benziner nicht überfordert und wird die Kraft recht sauber auf die Straße gebracht. Das Fahrwerk passt insgesamt gut zum soliden Gesamteindruck, den der  Cruze vermittelt. Der Unterbau ist weder betont dynamisch noch zu schwammig. Sowohl der etwas indirekten Lenkung wie auch der Federung merkt man an, dass sie vor allem nicht zu weich wirken sollen. Während beim 1.6er der Abrollkomfort gut war, fühlte sich der 1.8er mit flacheren Reifen auf größeren Felgen schon etwas straff an.  

Transparente Preisgestaltung

Galerie: Erster Test Chevrolet CruzeStraff kalkuliert sind auch die Preise. Den 1,6-Liter-Benziner gibt es wahlweise in der Basisausstattung ab 15.000 Euro oder in der knapp 2.000 Euro teureren Version LS. Bereits die Basis beeindruckt mit vollständiger Sicherheitsausstattung (sechs Airbags, EPS, ABS), Zentralverriegelung, CD-Radio, verstellbarem Lenkrad, elektrischen Fensterhebern, Mittelarmlehne hinten und einer Höhenverstellung für den Fahrersitz. Die LS-Version zeichnet sich zusätzlich durch Parksensoren, Aluräder, Klimaanlage, Lederlenkrad, schicker Polsterung und einer Mittellarmlehne vorne aus.

Der fast 20.000 Euro teure 1.8er ist ausschließlich in der Top-Ausstattung LT zu haben. Hier sind dann zusätzlich noch CD-Wechsler, schicke Chromakzente, ein selbst abblendender Innenspiegel, Tempomat, Regen- und Lichtsensor sowie Klimaautomatik an Bord. Bestellt man die 1.8 LT noch mit Glas-Schiebedach und Navisystem, kostet der dann voll ausgestattete Cruze erstaunlich schlanke 22.000 Euro.

Fazit

Wie bereits bei anderen Modellen der Marke, so bietet Chevrolet auch mit dem neuen Cruze viel Auto für erstaunlich wenig Geld. Das gute Platzangebot, die umfangreiche Ausstattung und  der wohnliche Innenraum überzeugen. Andererseits muss man einen Kofferraumdeckel von billiger Machart und etwas lustlos wirkende Benzinmotoren hinnehmen. Ein interessantes Angebot für preissensible Autokäufer ist der Cruze aber selbst damit.

Galerie: Erster Test Chevrolet Cruze

 
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