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Galerie: Erster Test Chevrolet Cruze

Erster Test: Chevrolet Cruze

Schöner Schnitt

16.08.2011

Einfach mal einen Schnitt machen und frischen Wind reinbringen - was in verfahrenen Lebenssituationen oder bei wilden Krausköpfen hilft, führt auch im Autobau zu eindrucksvollen Ergebnissen. Wie beim Chevrolet Cruze, dessen biederes Limousinen-Heck einfach gekappt wurde und so ein ansehnlicher Fünftürer und beachtenswerter Golf-Gegner entstand.

So wirklich bieder ist die Cruze Limousine ja eigentlich gar nicht, doch ein Stufenheck ist eben ein Stufenheck und dieses umweht dann doch eine irgendwie konservative Aura. Glücklicherweise hat Chevrolet am hinteren Ende das Fallbeil runter sausen lassen und den Cruze damit nicht nur etwas kompakter sondern gleich noch gefälliger gemacht. Zwar reicht es nicht zur großen Kompakt-Diva à la Alfa Guilietta, eine gefällige Erscheinung ist er aber durchaus.

Insgesamt wurde die Karosserie nur um wenige Zentimeter kürzer und misst selbst die Steilheck-Variante noch stolze viereinhalb Meter, was wiederum mit einem erfreulich großzügigen Platzangebot im Innenraum einhergeht. Weder vorne noch hinten gibt es Grund zum Klagen und ermöglichen der höhenverstellbare Fahrersitz und das in Länge und Höhe justierbare Lenkrad (ab Ausstattung LT) jedem Fahrer, eine passende Sitzposition zu finden. Ebenfalls großzügig dimensioniert ist der 413 Liter fassende Kofferraum, der bei umgeklappter Rückbank-Lehne auf fast 900 Liter fensterhoch wächst.

Wohnlich

Galerie: Erster Test Chevrolet CruzeDie großzügigen Räumlichkeiten präsentieren sich zudem wohnlich-modern, ist Chevrolet in puncto Materialwahl und Architektur ein zeitgemäßes Interieur geglückt. Auch bei Übersichtlichkeit und Funktionalität hinterlässt der Arbeitsplatz einen tadellosen Eindruck, lediglich die Schalter der Klimaanlage mit lichtschwacher Signalfunzel fallen etwas mickrig aus.

Besonders sehenswert ist der abwechslungsreiche Materialmix der höherwertigen Ausstattungen. Hier sorgt zum Beispiel ein über das gesamte Armaturenbrett verlaufender, breiter Textil-Dekostreifen für Wärme und Behaglichkeit. Trotz des hohen Kostendrucks mutet Chevrolet den Insassen also kein grautristes Hartplastik-Pragmatismus-Interieur zu. Lediglich bei genauem Hinsehen finden sich einige ungenaue Passungen und nicht immer ganz sauber entgratete Plastikteile.

Maue Benziner

Galerie: Erster Test Chevrolet CruzeBei den Motoren hat man die Wahl zwischen einem 163-PS-Diesel und zwei Vier-Zylinder-Benzinern mit 1,6 oder 1,8 Liter Hubraum. Der kleinere Ottomotor leistet 124, der größere 141 PS. Trotz dieser nominell durchaus verheißungsvollen Werte können die beiden Benziner bei der Leistungsentfaltung nicht sonderlich beeindrucken. Der zugeschnürt wirkende 1,6er bietet sein maximales Drehmoment von lediglich 153 Newtonmetern erst ab 4.200 Touren an und zieht sich der 100-km/h-Sprint zwölf Sekunden in die Länge, während maximal 190 km/h möglich sind. Den Verbrauch gibt Chevrolet mit 6,6 Litern an.

Die Gangwechsel im manuellen Fünfgang-Getriebe gehen dafür locker von der Hand. Und das ist gut so: Bereits leichte Steigungen nötigen zum Runterschalten, wenn man den Schwung halten will. Unten rum ist der Basismotor einfach zu lust- und kraftlos und will man den 1,3-Tonner mit viel Drehzahlen auf Trab bringen, klingt der Vier-Zylinder kernig und etwas angestrengt. Unangenehm laut wird es im gut gedämmten Cruze aber nicht.

Etwas durstiger 1.8er

Galerie: Erster Test Chevrolet CruzeEtwas druckvoller und leiser ist der 1,8er, der seine immerhin 176 Newtonmeter bereits bei 3.800 Umdrehungen erreicht. Zehn Sekunden soll der Standardsprint dauern, mit exakt 200 km/h wird die Höchstgeschwindigkeit angegeben. Als überragend drehfreudig und spritzig empfindet man selbst diesen Antrieb nicht. Und beim Verbrauch liegen die nach Euro 5 zertifizierten Benziner deutlich über der Herstellerangabe. So brauchte auf unserer zügig gefahrenen Proberunde der 1.8er laut Bordcomputer neuneinhalb statt der angegebenen 6,6 Liter auf 100 Kilometer.

Immerhin sind die angetriebenen Vorderräder mit der Leistung der Benziner nicht überfordert und wird die Kraft recht sauber auf die Straße gebracht. Das Fahrwerk passt insgesamt gut zum soliden Gesamteindruck, den der Cruze vermittelt. Der Unterbau ist weder betont dynamisch noch zu schwammig. Sowohl der etwas indirekten Lenkung wie auch der Federung merkt man an, dass sie vor allem nicht zu weich wirken sollen. Während sich beim 1.8er-Benziner das Fahrwerk vergleichsweise straff anfühlt, erfreut der Diesel mit einem besseren Abrollkomfort und einer zudem noch satten Straßenlage, die auch Lust auf ein flottes Kurventänzchen macht. Doch gibt es in der Kompaktklasse feinfühligere Fahrwerke, die zudem mehr Dynamikfreude vermitteln.

Herrlicher Diesel-Punch

Galerie: Erster Test Chevrolet CruzeAnsonsten sorgt der drehmomentstarke und angenehm kultivierte Zwei-Liter-Diesel längsdynamisch für ein gehobenes Spaßniveau. Das Zerren der 360 Newtonmeter an den Vorderrädern hält sich in angemessenen Grenzen und erreicht die Fuhre aus dem Stand in angenehm kurzen 8,5 Sekunden die 100 km/h. Nicht ganz so beeindruckend ist allerdings die Höchstgeschwindigkeit, die trotz Sechs-Gang-Getriebe nur 205 km/h betragen soll. Den Verbrauch des mit 1,5 Tonnen recht schweren Diesel-Cruze gibt Chevrolet mit 5,6 Litern an.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Chevrolet Cruze   Chevrolet Cruze
Version / Ausstattung   LT 1.8 manuelles Getriebe   LTZ2.0 manuelles Getriebe
Motor        
Hubraum (ccm) / Bauart   1.796 / R4-Benziner   1.998 / R4-Turbodiesel
Leistung (kW / PS)   104 / 141   120 / 163
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   176 / 1.800   360 / 1.750
Antriebsart   Frontantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   manuelle Fünf-Gang-Schaltung   manuelle Sechs-Gang-Schaltung
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.510 / 1.797 / 1.477   4.510 / 1.797 / 1.477
Radstand (mm)   2.685   2.685
Wendekreis (m)   10,9   10,9
Leergewicht (kg)   1.310   1.480
Kofferraum (Liter)   413 - 883 (fensterhoch)   413 - 883 (fensterhoch)
Bereifung Testwagen   205/60 R 16   225/60 R 17
Verbrauch        
Krafstoffart   Benzin   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   6,6   5,6
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   155 / Euro 5   147 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.   k.A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   10,1   8,5
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   200   205
Preise        
ab (Euro)   19.190,00   22.450,00
Empfohlene Extras   k.A.   k.A.
 
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Zwar sorgt der Diesel-Cruze für viel Freude, er liegt allerdings in Zwangskombination mit der Top-Ausstattung LTZ preislich mit 22.450 Euro auf gehobenem Niveau, während die 1,6er-Basis in der Ausstattung LS für rund 15.000 Euro zu haben ist. Bereits die Cruze-Basis beeindruckt mit vollständiger Sicherheitsausstattung (sechs Airbags, EPS, ABS), Zentralverriegelung, CD-Radio, verstellbarem Lenkrad, elektrischen Fensterhebern vorne und einer Höhenverstellung für den Fahrersitz. In der höherwertigen LT-Version bekommt der Kunde für 3.000 Euro Aufpreis zusätzlich noch Tempomat, Parksensoren, Fensterheber hinten, Aluräder, Klimaanlage, Lederlenkrad, eine schicke Polsterung und eine Mittellarmlehne vorne. Beim LTZ sind noch Klimaautomatik, Regensensor, Lichtsensor und ein automatisch abblendender Rückspiegel dabei.

Galerie: Erster Test Chevrolet CruzeEin preislicher Vergleich mit dem Klassenprimus VW Golf drängt sich natürlich auf, und hier offenbart der Cruze einen eindrucksvollen Vorsprung. Nimmt man den besonders empfehlenswerten Diesel-Cruze in der Top-Ausstattung LTZ, dann muss man für einen vergleichbar ausgestatteten fünftürigen Golf 2.0 TDI in der Version Highline fast 6.000 Euro mehr hinblättern.

Fazit

Viel Auto für wenig Geld – auch mit dem optisch ansprechenderen Steilheck-Cruze bleibt Chevrolet diesem attraktiven Verhältnis treu. Reichlich Platz für Gepäck und Fahrgäste, ein modernes und wohnliches Styling innen und außen und eine vollständige Sicherheitsausstattung kann der etwas üppig dimensionierte Kompakte bieten.

Nicht ganz überzeugend sind seine nur mäßig spritzigen Benzin-Motoren. Der Diesel ist hingegen eine Wucht, und bekommt man mit diesem Motor gleich noch das bessere Fahrwerks-Setup samt üppiger Ausstattung zum vergleichsweise günstigen Preis.

 
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