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Galerie: Erster Test Chevrolet Epica

Erster Test: Chevrolet Epica

Der Preishammer

25.04.2006

Viel erinnert nicht an den Daewoo Evanda, obwohl der neue Chevrolet Epica nach wie vor auf der Plattform des Vorgängermodells steht. Der koreanisch-amerikanischen Koproduktion ist es gelungen, aus dem einstigen Biedermann eine solide wie schicke Mittelklasse-Limousine zu machen. Gefallen dürfte der Epica vor allem der etwas reiferen Kundschaft. Und all jenen, die nach bestmöglichem Preis/Leistungsverhältnis suchen. Immerhin 1.000 Fahrzeuge sollen dieses Jahr noch an deutsche Kunden ausgeliefert werden.

Die erste Ausfahrt mit dem neuen Chevrolet Epica führt uns durch das idyllische Berner Oberland im Westen der Schweiz. Hier liegen auch die Wurzeln der Marke, war doch der Gründer der Marke Chevrolet gebürtiger Eidgenosse. Doch nicht nur die Berglandschaft begeistert, auch der erste Eindruck, den die Mittelklasse-Limousine erweckt, ist durchweg positiv.

Größer als die C-Klasse

Galerie: Erster Test Chevrolet EpicaÜber 4,80 Meter lang, bietet der Epica problemlos Platz für fünf Passagiere. Selbst hinter groß gewachsenen Fahrern kann man noch komfortabel reisen. Der 480 Liter große Kofferraum adelt die Limousine zum veritablen Urlaubs-Auto. Serienmäßig ist die Rückbank im Verhältnis 40:60 umklappbar.

Das bullige Blechkleid hat nichts vom antiquierten Stil des Vorgängers Evanda, der sich nur schleppend verkaufte. Die Front mit großen Klarglasscheinwerfen, die sich bis in die Kotflügel ziehen, tritt ungemein selbstbewusst auf und passt zu den üppigen Dimensionen des Fahrzeugs. Durch die klare, schnörkellose Seitenlinie gewinnt der Epica zusätzlich an Länge. Nur die aufgesetzt wirkende Stoßstange am Heck könnte etwas gefälliger sein.

In Reih’ und Glied

Galerie: Erster Test Chevrolet EpicaOb es Zufall war, dass an der vor zehn Jahren in der Nähe von München begonnenen Entwicklung der Motoren ein ehemaliger BMW-Ingenieur beteiligt war, sei dahingestellt. Jedenfalls wird der Chevy von Reihensechszylindern angetrieben, wenn diese auch quer eingebaut sind.

Das Basisaggregat verfügt über zwei Liter Hubraum und leistet 144 PS. Kaum mehr Leistung (156 PS), dafür spürbar mehr Hubraum (2,5 Liter) hat der größere Motor. Er erreicht sein maximales Drehmoment von 237 Nm bereits bei 4.000 Touren, der Basisbenziner seine 197 Nm erst bei 4.600 Touren.

Beide Motoren sind ausgesprochen leise. Sie laufen seidenweich und machen sich nur unter Volllast durch ein nicht unangenehmes Surren bemerkbar. Bei schnellen Zwischenspurts oder bergigen Strecken muss man beim Zweiliter allerdings häufig zum Schaltknüppel greifen und die (fünf) Gänge ausnutzen.

Mehr Raum

Der 2,5-Liter-Motor dagegen ist standardmäßig mit einer sanft schaltenden Fünfgang-Automatik gekoppelt (1.500 Euro Aufpreis beim 2,0-Liter). Das Plus an Hubraum tut dem Motor gut, er zieht spürbar kräftiger Durch als das Einstiegs-Aggregat. Ein Dieselmotor soll Anfang 2007 folgen.

Bereits zur Markteinführung im Juli bietet der Chevrolet die Option an, den Epica auf Autogas umzurüsten. Für 1.990 Euro Aufpreis kann der Fahrer dann wählen, mit welchem Kraftstoff er fahren möchte. Sind beide Tanks voll, soll eine Reichweite von 1000 Kilometern möglich sein.

Zwei Fertig-Pakete

Galerie: Erster Test Chevrolet EpicaAnsonsten gestaltet sich die Aufpreisliste äußerst kurz. Chevrolet bietet zwei Varianten des Epica an. Bereits die Basislinie LS für 20.890 Euro kommt serienmäßig mit sechs Airbags, Klimaanlage, Radio-CD-Kombination, elektrischen Fensterhebern und beheizten Außenspiegeln daher. Die höherwertige Linie LT (ab 22.990 Euro) verfügt zusätzlich unter anderem über Klimaautomatik, Ledersitze mit elektrisch verstellbarem Fahrersitz, Sitzheizung, Bordcomputer und Parksensoren. Allesamt Extras, die beim LS nicht mal gegen Aufpreis zu haben sind.

Die übrige Sonderaustattung beschränkt sich nur auf die Metallic-Lackierung für 450 Euro und ein ausschließlich für den LT erhältliches Glas-Schiebedach für 800 Euro. Ein Navigationsgerät ist leider nicht im Programm.

Alles wunderbar?

Galerie: Erster Test Chevrolet EpicaNicht nur die gute Serienausstattung des Epica überzeugt. Zum Wohlbefinden tragen auch die gute Verarbeitung und die passable Haptik der Materialien bei. Die bequemen, großen Sitze eigenen sich gut und gerne auch für längere Strecken und bieten ausreichend Seitenhalt. Bis auf die kleine Digitaluhr sind alle Instrumente gut ablesbar. Der Bordcomputer ist zentral in der Mittelkonsole platziert und kann so auch vom Beifahrer abgelesen werden. Intarsien in Aluminium-Dekor runden das Gesamtbild ab.

Alles wunderbar also? Nicht ganz. Ein Fahrstabilitätsprogramm ESP steht noch nicht zur Verfügung, soll erst im August nächsten Jahres folgen. Zwar ist es auch so nicht einfach, das gut abgestimmte Fahrwerk aus der Ruhe und den 1,5 Tonnen schweren Wagen in den Grenzbereich zu bringen. Doch bei sämtlichen Konkurrenten gehört das unabdingbare Sicherheitssystem zur nicht mehr erwähnenswerten Standardausstattung.

Fazit

Der Epica spricht mit Sicherheit keine Mercedes C-Klasse- oder Audi A4-Kunden an. Wer aber weniger Wert auf Markenimage legt, dafür aber ein vom Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugendes Auto will, wird hier fündig. Der Chevrolet überzeugt sowohl mit frischem Design, wie auch wie auch mit seinen komfortbetonten inneren Werten. Den Aufpreis für den stärkeren Motor, der serienmäßig die bessere LT-Ausstattung mitbringt, sollten man sich leisten. Größtes Manko ist das fehlende ESP.

Galerie: Erster Test Chevrolet Epica

 
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