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Galerie: Erster Test Chevrolet Spark

Erster Test: Chevrolet Spark

Einfache Mittel, große Wirkung

15.03.2010

Statt als tristen Billigheimer bietet Chevrolet mit dem Matiz-Nachfolger Spark einen pfiffigen Stadtfloh mit Herz. Trotz der zumeist einfachen Mittel bietet der viertürige Neuling eine auffällige, prickelnde Optik - außen wie innen. Der Preis ist mit 9.000 Euro weiterhin ganz unten, die Alltagstauglichkeit für einen 3,60-Meter-Zwerg hingegen hoch.

Im Jahr 2007 stellte Chevrolet mit dem Beat einen kleinen, giftgrünen Aufreger vor. Das sehr aggressive Design der Studie wurde beim späteren Serienmodell Spark zumindest in seinen spektakulären Grundzügen übernommen. Und so bietet der im Frühjahr 2010 in Deutschland startende Kleinstwagen wesentlich mehr Präsenz und wirkt in der Top-Ausstattung LT zudem ungewöhnlich sportiv. Von der Segment-üblichen Langeweiler-Aura, wie beim Vorgänger Matiz, setzt sich der Spark in wohltuender Weise ab.

Allerdings ist der kleine Chevy in gewisser Weise ein Blender. So wurde zum Beispiel in die Heckschürze ein Fake-Auspuffrohr integriert, während das tatsächliche Abgasrohr bereits einige Zentimeter vorher endet. Dennoch: Diese Power-Optik hat ihre Wirkung. Wie auch die geschickt kaschierten Türgriffe der Fondtüren, die der eigentlich vanartigen, fünftürigen Karosserie einen coupéhaften Dreitürer-Charakter verleihen.

Motorrad-Cockpit

Chevrolet SparkEine ähnlich dynamische Ausstrahlung bietet auch der Innenraum. Der schwarzen Hartplastik-Landschaft unseres Testwagens hauchen Applikationen in kraftvollem Rot viel Leben ein. Chevrolet lockert das Armaturenbrett zudem geschickt mit unterschiedlichen Oberflächen-Strukturen auf. Und auch der vom Motorradbau inspirierte Instrumententräger hinterm Lenkrad mit seinem Mix aus bläulich illuminiertem Digitaldisplay und klassischem Rundtacho sieht einfach cool aus. Die Produktionskosten dürften für diese wirklich sehenswerten Lösungen allerdings gering ausfallen.

Darüber hinaus ist der Innenraum angesichts von 3,64 Meter Fahrzeuglänge erstaunlich gut geschnitten. Die Türöffnungen zum Fond sind zwar etwas eng, die Sitzflächen vorne und hinten recht kurz – doch können vier Erwachsene mit ausreichender Bein- und Kopffreiheit hier sitzen. Das Gepäckabteil verdient die Bezeichnung Kofferraum eigentlich nicht. Die 170 Liter gehen vielmehr als großzügig bemessenes Aktentaschen-Depot durch. Dank der umklappbaren Rückbanklehne lassen sich alternativ im Fond bis zu 1.000 Liter Gepäck dachhoch verstauen. Diverse Ablagen und Taschen bieten zudem Platz für reichlich Kleinkram. Etwas störend ist allerdings, das man die Heckklappe von außen nur per Zündschlüssel öffnen kann.

Chevrolet SparkWer mehr investieren möchte, kann sich seinen etwas nackten Basis-Spark noch mit diversen Extras aufhübschen. Klimaautomatik, getönte Scheiben, elektrische Fensterheber, Parksensoren, CD-Radio, Leichtmetallräder, Chromgrill und silberne Dachreling – in der von uns getesteten Top-Version LT ist alles bereits dabei. Allerdings kostet selbst in dieser Version das elektronische Stabilitätsprogramm ESC noch 300 Euro Aufpreis. Ansonsten ist die Sicherheitsausstattung aber gut und konnte der Spark immerhin ein Vier-Sterne-Ergebnis beim EuroNCAP-Crashtest einfahren.

Zwei Benziner stehen zur Wahl

Chevrolet SparkDa im Kleinstwagen-Segment nur wenige Käufer zu einem Diesel greifen, hat Chevrolet gleich ganz darauf verzichtet. Beim Spark hat der Kunde allein die Wahl zwischen einem Ein-Liter-Aggregat mit 68 PS oder einem 1,2-Liter-Otto mit 82 PS. Besonders quirlig ist keiner der beiden recht kernig klingenden Benziner. 15,5 Sekunden dauert der 100-km/h-Sprint im rund 940 Kilo leichten Basismodell, knapp zwölf Sekunden beim etwas schwereren 1,2er. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei knapp jenseits von 150 beziehungsweise 160 km/h.

Überlandfahrten sind also kein Problem, doch dynamische Fahrfreuden wollen bei keinem der beiden Antriebsversionen aufkommen. Fährt man bergauf, geht selbst dem 82-PS-Motor die Puste aus. Mit jeweils rund fünf Litern Normverbrauch sind beide Benziner aber auch keine überragenden Sparkünstler. Das etwas labberige und nicht sonderlich genau geführte Fünf-Gang-Schaltgetriebe sorgt beim Antriebskapitel ebenfalls für einen leicht faden Beigeschmack. Was der Spark optisch verspricht, kann er antriebsseitig nicht ganz halten.

Gute Hausmannskost

Chevrolet SparkDas Fahrwerk verrichtet seinen Dienst ohne besondere Stärken oder Schwächen. Es ist ausreichend komfortabel, ohne jedoch sehr feinfühlig den Wagen übers den Asphalt zu geleiten. In schnell gefahrenen Kurven ist man dennoch sicher unterwegs, vermittelt der frühzeitig untersteuernde und spürbar zur Seite wankende Hochbau-Zwerg ein sehr gutes Gefühl dafür, was als nächstes passieren dürfte. Trotz Trommelbremsen an der Hinterhand wirken die Stopper nicht unterdimensioniert.

Los geht es mit dem stets viertürigen Chevrolet Spark ab 9.000 Euro. Die 68-PS-Basis kommt noch etwas mager daher. So richtig wohl fühlt man sich mit der stärkeren Motorisierung und der Top-Ausstattung LT. Zusammen mit dem Stabilitätsprogramm ESC werden dann allerdings 13.000 Euro fällig.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Chevrolet Spark 1.0   Chevrolet Spark 1.2
Ausstattungsvariante   Spark   LT
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   3.640/ 1.597 / 1.522   3.640/ 1.597 / 1.522
Radstand (mm)   2.375   2.375
Wendekreis (m)   9,9   9,9
Leergewicht (kg)   939   1.058
Kofferraum (Liter)   170 - 994   170 - 994
Bereifung Testwagen   155/80 R13   165/60 R15
Motor        
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   995 / 4, Reihe   1.206 / 4, Reihe
Leistung kW (PS)   50 (68)   60 (82)
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   93 / 4.800   111 / 4.800
Antriebsart   Frontantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles 5-Gang-Getriebe   manuelles 5-Gang-Getriebe
Verbrauch        
Krafstoffart   Benzin   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   5,1   5,1
CO2-Emissionen (g/km)   119   119
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.   k.A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   15,5   12,1
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   154   164
Preise        
ab (Euro)   8.990   12.690
Empfohlene Extras   ESC (ESP) für 300 Euro sollte nicht fehlen.   ESC (ESP) für 300 Euro sollte nicht fehlen.
 
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Fazit

Der Spark möchte mehr sein als er ist. Und das ist gut so. Chevrolet ist es gelungen, dem Stadtfloh ein gerüttelt Maß an Stil und Ausstrahlung zu verpassen. Der Alltagsnutzen leidet darunter nicht. So bekommt man einen durchweg überzeugenden Kleinstwagen für vergleichsweise wenig Geld. Lediglich bei den etwas zugeschnürten Motoren könnte man sich durchaus etwas lebhaftere und zugleich genügsamere Aggregate wünschen.

Chevrolet Spark

 
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