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Galerie: Erster Test Chevrolet Trax

Erster Test: Chevrolet Trax

Das Oder-Auto

12.04.2013

Deutsche Autokäufer sind schon putzig: So ein SUV braucht eigentlich keiner, doch viele lieben die hochherrschaftliche Sitzposition und das Abenteuerversprechen der meist Robustheit suggerierenden Optik. Die Pseudo-Offroader sind schwer in Mode. Wenn diese dann noch kompakt und bezahlbar sind, steht es um die Verkaufsprognosen derzeit richtig gut. Besonders kompakt und besonders günstig ist der Trax, mit dem die in Europa expandierende Marke Chevrolet ihrem Eroberungsfeldzug zusätzlichen Schub verleihen dürfte. Allerdings: Erst wenn er teuer ist, vermag der Trax auch begeistern.

Zwar bezeichnet Chevrolet den Trax als B-Segment-SUV, jedoch kommt er mit 4,25 Meter Länge eigentlich in den Dimensionen eines hochgelegten Kompaktmodells daher. Ein paar schwungvolle Linien, wie die Macho-Beulen-artigen Radhäuser, die an den Nissan Juke erinnern, und ein paar Abenteuer-Akzente (Kunststoffbeplankung, Unterfahrschutz,  Dachreling) verleihen dem Allradler den derzeit so angesagten Freizeit-Look. Unterm Strich ist der Trax wohl keine klassische Schönheit, doch sein gefälliges Blechkleid trifft den Nerv der Zeit.

Galerie: Erster Test Chevrolet TraxGleiches trifft auch auf den modern eingerichteten Innenraum zu. Dieser muss zwar auf feines Premium-Ambiente verzichten, doch empfängt die Insassen dafür ein erfrischend progressives Flair. So fällt der Blick des Fahrers auf ein Kombiinstrument mit analogem Drehzahlmesser und einer etwas altbacken-monochromen Digitalanzeige für Geschwindigkeit, Kilometer- sowie Tankanzeige. Eine Lösung, die an Cockpits sportlicher Motorräder erinnert.

Tolles Mylink, eingeschränkte Paketpolitik

Galerie: Erster Test Chevrolet TraxZweiter Höhepunkt ist das große Farbdisplay der Multimedia-Schnittstelle Mylink in der Mittelkonsole. Mit USB-Anbindung eines Smartphones und dem Kauf entsprechender Apps kann der große Touchscreen ein vollwertiges GPS-Navigationssystem, viele Multimedia-Funktionen und sogar das Internet ins Auto bringen. Allerdings gibt es diese smarte Lösung im Trax nur in Verbindung mit dem dritthöchsten Ausstattungsniveau LT und damit erst ab 22.790 Euro, was bereits nach einer höheren Investitionsbereitschaft verlangt. Zum Vergleich: Beim Opel Adam kann man dieses System als Einzeloption für 300 Euro Aufpreis bestellen.

Dennoch will Chevrolet den Trax als günstige Alternative positionieren, was man dem aufgeräumten und mit reichlich Ablagen gesegneten Innenraum allerdings auch anmerken kann. Hier wurde nur Hartplastik verbaut und zeugen auch etwas tolerantere Spaltmaße von einer gewissen Kostenoptimierung, was dem Wohlfühlfaktor durchaus abträglich ist. Ungewöhnlich: Eine Klimaautomatik ist nicht bestellbar.

Variabel und geräumig

Galerie: Erster Test Chevrolet TraxÜberzeugender ist der Koreaner mit Ami-Marken-Identität dank eines guten Platzangebots. Wenn auch kein Wunder der Raumökonomie, so können im Trax immerhin vier Erwachsene halbwegs kommod mitreisen und ist dann auch noch ordentlich Platz für Gepäck, was den Chevy uneingeschränkt familientauglich macht. Die 356 Liter Gepäckraum lassen sich auf 1.370 Liter erweitern und dank einer umlegbaren Beifahrersitz-Lehne können sogar bis zu 2,30 Meter lange Gegenstände transportiert werden.

Doch der Trax will weniger Kleintransporter als vielmehr auch ein fahraktives Spaßmobil sein. Mit der Mehrzahl der gebotenen Motoren merkt man davon allerdings wenig. Der Basisbenziner (173 km/h, 12,3 Sekunden) ist gewiss ausreichend kräftig, zum Lustbolzen mutiert der Trax mit den immerhin 115 PS jedoch nicht. Zumal der an ein manuelles Fünf-Gang-Getriebe gekoppelte Fronttriebler bei Leistungsabfrage etwas unfeine Töne ins Spiel bringt.

Lauter Diesel

Galerie: Erster Test Chevrolet TraxDiese sind beim 130 PS starken 1,7-Liter-Diesel sogar noch ausgeprägter. Bereits im Stand wird man von einer aufdringlichen Selbstzünder-Akustik des drehmomentstarken Vierzylinders belästigt, die in vielen Situationen fast schon als nervig empfunden wird. Und auch längsdynamisch kommen wohl auch aufgrund des Allradantriebs die 300 Newtonmeter nicht so recht zur Geltung. Auf dem Papier ist er allerdings die antrittsstärkste Trax-Motorisierung, die den 1,5-Tonner in 9,4 Sekunden auf 100 km/h wuchten und bis maximal 188 km/h beschleunigen soll. Das stärkste Argument für den Diesel ist jedoch sein Verbrauch, der sich auf unserer Testfahrt im beschaulichen kroatischen Überlandverkehr um sechs Litern bewegte.

Deutlich mehr Sprit konsumierte die stärkste und auch überzeugendste Motorvariante: der 1,4-Liter-Turbobenziner mit 140 PS und 200 Newtonmeter Drehmoment. Das kultivierte Aggregat dreht befreit und kraftvoll nach oben, erst jetzt gibt sich der Trax überzeugend quirlig. Die Kehrseite: Den eigentlich günstigen Normverbrauch von 6,4 Litern kann man problemlos in untere zweistellige Regionen entführen.

Verbindlich hart

Mit allen drei Motorvarianten gibt sich das Fahrwerk verbindlich straff, leitet aber nur selten Unebenheiten in gröberer Weise an die Insassen weiter. Für einen hochbeinigen SUV ist der Trax sogar recht spaßorientiert unterwegs. Weder neigt sich die Karosserie bei flotter Kurvenfahrt sonderlich stark zur Seite, noch fällt er durch eine indirekte Lenkung negativ auf. Im Gegenteil: Der Softroader liegt satt auf der Straße und lässt sich präzise manövrieren. Und wenn dann noch der Allradantrieb dabei ist, muss man sich darüber hinaus nicht mit Traktionsproblemen rumplagen.

Schwierige Preispolitik

Galerie: Erster Test Chevrolet TraxVor allem preislich will der mit dem Opel Mokka nahezu baugleiche Trax die Kunden locken, denn seine rund 17.000 Euro für die Basisversion klingen verlockend. Für weniger Geld kann man nur die kleineren und schwächer motorisierten B-Segment-SUVs Nissan Juke und Suzuki SX4 bekommen. Und die Basis des Trax hat bereits einiges zu bieten. Neben einer vollständigen Sicherheitsausstattung sind Fensterheber, Tempomat, ein Start-Stopp-System und ein CD-Radio an Bord.

Allerdings bietet diese Basis keine weiteren Möglichkeiten zur Individualisierung und gibt es mehr Ausstattung nur in Paketen, die im Fall der nächsthöheren Version allerdings den Preis bereits auf 21.790 Euro treiben. Immerhin bekommt man dann antriebsseitig den attraktiven 1,4-Liter-Turbo mit permanentem Allradantrieb. Und wenn man das begehrenswerte Mylink will, muss man für die nächsthöhere Ausstattung LT zusätzliche 1.000 Euro bezahlen. Die positive Kehrseite der Pakete-Politik: Der Trax driftet nicht in absurde Sphären ab, wenn man eine Vollausstattung wünscht. Diese bietet die Version LT+ für 24.000 Euro in Kombination mit dem potenten 1.4T und kostet höchstens 26.00 Euro mit dem 1.7 D. Angesichts des Gebotenen sind das wiederum sehr attraktive Preise.

 
Fazit

Mario Hommen

Beim Trax gibt es kein Entweder, sondern nur ein Oder. Die Basisversion lockt zwar mit einem besonders attraktiven Preis, doch fehlt diesem noch recht spartanischen Paket die gewisse Würze, die ihn wirklich begehrenswert macht. Insofern geht nur das Oder, also der 1.4T AWD in der Ausstattung LT, oder besser noch als LT+. Für beide muss man zwar deutlich tiefer in die Tasche greifen, dafür bieten sie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Antriebsseitig ist beim 1.4T kultivierter Fahrspaß angesagt. Der kleine Turbobenziner bringt den kurvenwilligen Trax ordentlich nach vorn und der in dieser Version serienmäßige Allradantrieb sorgt für sauberen Vortrieb. Besonders spritsparend ist man allerdings nicht unterwegs.

Außerdem sprechen für den Trax seine gute Innenraumvariabilität und ein ordentliches Platzangebot. Eine clevere Lösung und für Smartphone-Besitzer ein Muss ist darüber hinaus die Multimedia-Schnittstelle Multilink, die viele attraktive Funktionen wie eine GPS-Navigation ins Auto bringt, für die man bei anderen Herstellern meist mehrere tausend Euro Aufpreis zahlen muss.
 
 

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