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Galerie: Erster Test Chrysler Grand Voyager

Erster Test: Chrysler Grand Voyager

Neuauflage des Originals

14.11.2007

1984 war die Welt noch in Ordnung: Chrysler brachte mit dem Voyager den ersten so genannten Minivan auf den Markt und hatte in diesem Segment quasi keinen Konkurrenten. Heutzutage buhlen viele Hersteller mit ihren Großraumlimousinen um die Gunst der Familien. Zeit also, für eine Neuauflage des Vaters aller Minivans.

Eins vorweg: Der 5,14 Meter messende Chrysler Grand Voyager soll ein Minivan sein? Schließlich sind hierzulande damit die Kleinsttransporter wie Peugeot 1007 oder die Opel Meriva gemeint. Doch der Amerikaner hält an dieser Bezeichnung für die Großraumlimousinen fest, und grenzt diese damit von den „richtig“ großen Vans ab, wie sie bei uns nur selten zu sehen sind. Zum Beispiel einen 5,87 Meter langen Dodge Ram Van, der dann schon mal bis zu 15 Passagiere aufnehmen kann.

Galerie: Erster Test Chrysler Grand VoyagerDoch genug der Etymologie, zurück zum Chrysler Grand Voyager. Ein Hingucker sind derartige Familienkutschen nur selten, da macht auch der Ami keine Ausnahme: effiziente Kastenform, große Schiebetüren, üppiger Kühlergrill und viel Chrom. Den neuen „Minivan“ wird es nur noch mit einem Radstand als Grand Voyager geben, wer eine kleinere Ausgabe sucht, muss auf den Markenbruder Dodge Journey warten.

Wegklappen oder umdrehen

Galerie: Erster Test Chrysler Grand VoyagerSpannender als das Exterieur ist der Innenraum, der eine Menge Raum für Spielereien bietet. Serienmäßig ist der Grand Voyager mit zwei Plätzen in der zweiten und einer Dreierbank in der hinteren Sitzreihe bestückt. Standard ist das bewährte „Stow ’n Go“-Sitzsystem, das es ermöglicht binnen dreißig Sekunden die beiden Sitzreihen im Fond ebenerdig zu versenken. Mit über 3.200 Liter Stauraum entsteht ein vollwertiger, zweisitziger Transporter der jeden Umzug meistert. Auf Wunsch und gegen Aufpreis klappt die hintere Bank sogar elektrisch um.

Galerie: Erster Test Chrysler Grand VoyagerFür mehr Komfort sorgt das optionale „Swivel ’n Go“-System: Die beiden Einzelsitze in der zweiten Reihe lassen sich dann um 180 Grad zu einer Vis-à-vis-Anordnung drehen. Ein kleines Tischen komplettiert das gemütliche Wohnzimmer. Nachteil: Die beiden drehbaren Sessel lassen sich nicht mehr einfach wegklappen. Sind sie im Weg, muss das schwere Gestühl mit ein paar komplizierten Handgriffen komplett ausgebaut werden. Davon unberührt bleibt die weiterhin versenkbare letzte Reihe.

Gute Verarbeitung

Galerie: Erster Test Chrysler Grand VoyagerWo man auch Platz nimmt, sitzt man auf typisch amerikanisch-bequemen Sesseln, wahlweise mit dem leicht zu reinigenden YesEssentials-Bezug oder Leder (Serie bei der „Limited“-Ausstattung). Während die Beinfreiheit in jeder Reihe ausreichend ist, wird es nach oben ein wenig eng - vor allem, wenn man das optionale Schiebedach ordert. Ansprechende Materialien und für ein US-Auto überdurchschnittliche Verarbeitungsqualität machen Schluss mit den Kritikpunkten vergangener Chrysler-Modelle. Nur die nach wie vor grün illuminierten Rundinstrumente erinnern an vergangene Zeiten. Dazu gibt es auf Wünsch ein grünes Ambientelicht am Dachhimmel und Leseleuchten in LED-Technik.

Damit den bis zu sieben Passagieren nicht langweilig wird, bietet Chrysler nun ein zweifaches DVD-System mit im Dachhimmel verstauten Acht-Zoll-Monitoren. Die Hinterbänkler können so parallel zwei verschiedene Filme gucken oder sich mit Videospielen beschäftigen. Darüber hinaus kann eine dritte DVD über das in der Mittelkonsole untergebrachte „MyGig Festplatten Multimedia Infotainment System“ wiedergegeben werden. Auf dessen 20 Gigabyte großen Speicher werden neben Musik und Bilder auch - so vorhanden - die Navigationsdaten gespeichert.

Zwei Motoren ab Frühjahr 2008

Galerie: Erster Test Chrysler Grand VoyagerZur Markteinführung im Frühjahr 2008 bietet Chrysler in Deutschland zwei Motoren an. Einen Verkaufsanteil von immerhin rund 20 Prozent prognostiziert man dem 3,8 Liter großen V6-Benziner. An den angegebenen Verbrauch von 12,7 Litern je 100 Kilometer wird sich das 193 PS starke Aggregat wohl nur selten halten, immerhin müssen über zwei Tonnen Leergewicht bewegt werden. Doch einer Studie zur Folge spielt für gut die Hälfte der hiesigen Voyager-Fahrer der Spritkonsum kaum eine Rolle.

Noch einmal achtzig Kilogramm schwerer ist der Grand Voyager 2.8 CRD. Der Vierzylinder-Diesel entwickelt eine Leistung von 163 PS und schickt schon bei 1.600 Touren seine maximale Kraft von 360 Newtonmeter an die Vorderachse. So konnten die Ingenieure dem Turboloch den Garaus machen. Doch mit dem Leergewicht von 2,1 Tonnen hat das laut werkelnde Aggregat eine ordentliche Last zu schleppen.

Galerie: Erster Test Chrysler Grand VoyagerSchon kleinere Steigungen zwingen den - bei beiden Motoren serienmäßigen - Sechsgang-Automaten zum Schalten. Dieser nutzt nicht immer die Kraft des Selbstzünders bei niedrigen Touren aus, sondern hält den Diesel gerne auf hohem Drehzahlniveau. Die Schaltvorgänge geschehen dafür sanft und komfortabel - wie es die Amerikaner lieben. Praktisch: Der Wählhebel ist neben dem Lenkrad platziert, der dadurch entfallene Mitteltunnel zwischen Fahrer und Beifahrer wird für eine Ablagekiste genutzt. Den Durchschnittsverbrauch gibt Chrysler mit 9,3 Liter an.

Gelungener Kompromiss

Galerie: Erster Test Chrysler Grand VoyagerErfreulich unamerikanisch präsentiert sich das Fahrwerk. Wer eine wackelige Schiffschaukel erwartet, wird enttäuscht. Der Grand Voyager überzeugt durch einen ausgewogenen Kompromiss zwischen Komfort und Fahrdynamik. In flotten Kurven geht der 1,75 Meter hoch bauende Minivan nur geringfügig in die Knie. Trotzdem werden die Bandscheiben der Insassen geschont, Unebenheiten werden sanft ausgeglichen.

Beim Benziner verzichtet Chrysler auf verschiedene Ausstattungslinien. Der Grand Voyager 3.8 wird nur in der umfangreich bestückten Topversion „Limited“ zum Preis von 43.990 Euro ausgeliefert - der gleiche Preis gilt für den Diesel in der höchsten Variante. Darunter wird der Selbstzünder noch in den Versionen „LX“ für 34.990 Euro und „Touring“ zu 37.990 Euro angeboten. Je nach Version bringt der Grand Voyager Annehmlichkeiten wie ein schlüsselloses Zugangssystem, Xenonlicht, elektrisch einstellbare Sitze, verstellbare Pedale oder eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung mit. Alle Varianten verfügen zudem über das Stabilitätsprogramm ESP inklusive Traktionskontrolle.

Fazit

Die Neuauflage ist gelungen: Seine Stärken konnte der Chrysler Grand Voyager weiter ausbauen. Er überzeugt mit mehr Fahrstabilität dank des ausgewogenen Fahrwerks, viel Platz und einem äußerst variablen Innenraum. Die Schwächen des Vorgängers dagegen wurden eliminiert, wie die oft kritisierte Materialauswahl oder die Verarbeitungsqualität. Manko: Der effizientere Dieselmotor müht sich mit dem Zweitonner redlich ab und wird dabei unangenehm laut. Der Benziner hingegen bedient sich kräftig am Treibstoffvorrat. Wer sich damit arrangiert, findet im Chrysler Grand Voyager eine gelungene Alternative zu Großraumlimousinen à la VW Sharan, Peugeot 807 oder Ford Galaxy. Und fällt auf der Straße immer noch deutlich mehr auf.

 
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