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Galerie: Erster Test Citroën Berlingo

Erster Test: Citroën Berlingo

Familienangelegenheit

10.06.2008

Das war’s nun erst einmal. Nach Jumpy, Jumper und Nemo bietet Citroën mit dem Berlingo ab sofort den vierten und vorerst letzten Transporter in neuem Gewand an. Der Berlingo mutierte dabei noch stärker vom schmalbrüstigen Lastesel zum echten Haflinger.

1986 startet Citroën seine Familientransporterära mit dem C15 Familial. Damals wurde einfach eine Sitzbank ins Heck des Minitransporters gepflanzt und fertig. Hintere Türen gab es beim Visa-Pendant nicht. Man musste eben gelenkig sein. Mittlerweile gibt’s Schiebtüren und die Kleintransporter-Pkw verkaufen sich wie geschnitten Brot. Bei Citroën war der Berlingo in den Jahren 2000, 2001, 2002 und 2005 das meistverkaufte Modell.

Galerie: Erster Test Citroën BerlingoIn Deutschland erfreuen sich hauptsächlich Familien und Nutzwert-orientierte Menschen an dem praktischen Franzosen. Der günstige Einstiegspreis, das robuste Interieur, das gigantische Platzangebot und die praktischen Schiebetüren sprechen für ihn.

Alles besser

Galerie: Erster Test Citroën BerlingoUnd nun kommt der neue Berlingo. Er kann alles besser, so viel vorweg, aber davon sollte man bei einem neuen Fahrzeug auch ausgehen dürfen. Schon auf den ersten Blick wird klar: Er ist gewachsen. Stolze 24 Zentimeter in der Länge und acht Zentimeter in der Breite. Jetzt ist der Franzose mit je 1,80 Metern breit wie hoch und bewegt sich mit 4,38 Metern Länge noch im stadttauglichen Kompaktsegment.

Citroën-typisch verfügt er über den hübsch integrierten Doppelwinkel im Kühlergrill. Radhausbeulen verbreitern die Spur und geben ihm nun einen maskulinen Auftritt. Von hinten wirkt er mehr als Van- denn als Transporter. Die beidseitigen Schiebetüren hat die Pkw-Version serienmäßig. Zudem steht er nun von Haus aus mindestens auf 15-Zoll-Rädern und ist in vier Ausstattungen erhältlich. Advance markiert die Einstiegsversion, Multispace die Rundum-Sorglos-Variante, XTR die auf Offroad getrimmte und Multispace Exckluisve die Edelversion.

Tolle Sitze

Galerie: Erster Test Citroën BerlingoIm Innenraum präsentiert sich der Berlingo ebenfalls von einer besseren Seite. Schon der erste Sitzkontakt erfreut. Straff, angenehm ausgeformt und mit gutem Seitenhalt in der Schulterpartie überzeugt das neu gestaltete Gestühl. Das Raumangebot ist vorne grandios; hinten gibt es massig Platz für Beine und Köpfe. Knapp wird’s, wenn hinten drei Erwachsene sitzen. Für 490 Euro erhält der Käufer im Multispace (bei den höherwertigen Serien) das Modularitäts-Paket. Es beinhaltet unter anderem drei Einzelsitze im Fond. Diese entstammen dem Xsara Picasso und sind nicht nur komfortabel, sie lassen sich auch spielerisch einzeln aus- und einbauen.

Richtig stolz ist man bei Citroën auf die sehr leicht und sanft schließenden Schiebtüren. Aufgrund einer neuen Anbindung der Elektrik für die Zentralverriegelung konnte die Schließkraft deutlich reduziert werden. Nachteil der Berlingo-Schieber: Die Fenster der Fondpassagiere lassen sich nur ausstellen. Ein Schiebefenster (wie beim Caddy), geschweige denn ein richtiges Senkfenster (Kangoo), sucht man vergebens. Dafür gibt es Ablagen im gesamten Fahrzeug, die bis zu 170 Liter wegpacken.

Galerie: Erster Test Citroën BerlingoNicht ganz so hochwertig, wie erwartet, präsentiert sich das Cockpit. Mit silberfarbenen Applikationen verströmt es eher ein bisschen Playmobil-Charakter denn hochwertiges Pkw-Flair. Robust erscheint es dennoch. Die Tachoskalierung ist typisch à la française in ungeraden Zehner-Einheiten unterteilt und übersichtlich. Auch typisch ist das Fehlen des roten Bereichs im Drehzahlmesser. Wer es eilig hat, wird den starken Benziner bei knapp 6.500 Touren in den Begrenzer treiben.

Leise und flott

Apropos treiben: Wir fuhren den Berlingo in seiner 1,6-Liter-Variante. Das hat erst einmal nichts zu bedeuten. Alle Berlingo-Motoren haben nämlich 1,6 Liter Hubraum. Wir schnappten uns den 109-PS-Benziner. Außerdem gibt es noch den 90-PS-Ottomotor und drei Diesel mit 75, 90 und 109 PS. Wobei nur die beiden letztgenannten einen Rußpartikelfilter besitzen.

Galerie: Erster Test Citroën BerlingoMit dem 109-PS-Otto ist flottes Vorwärtskommen gesichert. Der immerhin 1,5 Tonnen schwere Franzose eilt laut Citroën in 15,3 Sekunden auf Tempo 100. Die Puste geht ihm erst bei 169 km/h aus, dann hat man aber den akustischen Wohlfühlbereich verlassen. Der tendiert auf der Autobahn eher zur empfohlenen Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Dann ist der Motor kaum hörbar, die Windgeräusche niedrig und der Verbrauch akzeptabel.

Der soll sich laut Citroën bei 8,2 Liter Super einpendeln. Mit behutsamem Gasfuß lässt sich daran sicher noch etwas drehen. Hilfreich wäre ein sechster Gang, denn das ordentlich schaltbare Fünfgang-Getriebe ist kurz übersetzt und treibt Drehzahl und Verbrauch unnötig in die Höhe.

Eher straff

Galerie: Erster Test Citroën BerlingoFahrkomfort wird bei den Franzosen groß geschrieben. Bei Transportern und transporterähnlichen Gefährten prallen da jedoch Welten aufeinander. Zum einen soll die Kiste (breit wie hoch) sanft federn, zum anderen soll sich einiges einpacken lassen (Zuladung). Dem zweiten Thema schenkten die Citroën-Ingenieure mehr Beachtung. Stattliche 3.000 Liter (642 in Normalstellung) fasst das Abteil hinter den Vordersitzen, 523 Kilogramm können theoretisch eingeladen werden. Die ordentliche Zuladung bedarf somit einer straffen Feder-Dämpfer-Einheit, damit die Fuhre voll bepackt nicht ins Schwanken gerät.

Der Berlingo ist vorne adäquat und hinten sehr straff gefedert. Im unbeladenen Zustand scheint die Hinterachse sogar jede Macke in der Fahrbahn zu suchen, um sie den Fondpassagieren mitzuteilen. Die Konkurrenz aus Deutschland (Caddy), Frankreich (Kangoo) und Italien (Doblo) macht das nicht besser. Der Berlingo liegt dafür sicher auf der Straße, schiebt in Kurven mit deutlicher Seitenneigung sanft über die Vorderachse und wird im Notfall vom ESP eingeregelt. Das „elektronische Fangnetz“ gibt es ab Multispace serienmäßig, beim Advance gar nicht.

Ausstattungsbereinigt günstiger

Galerie: Erster Test Citroën BerlingoBei 15.500 Euro startet der Berlingo Advance mit dem 90-PS-Benziner. Damit ist er knapp 1.500 Euro teurer als der alte Berlingo, der als Berlingo First im Angebot bleibt. Sein Einstandspreis: 14.050 Euro, allerdings mit 75 PS und Magerausstattung. Empfehlenswert ist der Berlingo Multispace für mindestens 17.050 Euro. Ab 17.750 Euro gibt es den 109-PS-Benziner, der 1.200 Euro günstiger ist als der HDi 90.

Mit an Bord sind im Multispace ESP, sechs Airbags, Isofix-Kindersitzhalterung, CD-Radio mit Fernbedienung und beispielsweise Bordcomputer. Pfiffig ist die Kofferraumleuchte, die gleichzeitig als Taschenlampe fungiert. Empfehlenswerte Extras: das Komfort-Paket mit Klimaautomatik und Sitzheizung für 1.400 Euro und das Park-Komfort-Paket mit Tempomat, Einparkpiepser und elektrisch klappbaren Außenspiegeln für 500 Euro.

Fazit

Der neue Citroën Berlingo bietet mehr: Mehr Platz, mehr Ausstattung, mehr Präsenz. Er wurde schicker und geht mehr in Richtung Van. Die Kundschaft wird das honorieren, denn wirkliche Mängel gibt es nicht. Lediglich auf das Einstiegsmodell Advance ohne ESP sollten Familien verzichten. Ein idealer Begleiter ist der 109-PS-Benziner. Bei ihm bleiben Verbrauch, Anschaffungs- und Wartungskosten sowie Versicherungstarife im Rahmen.

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