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Galerie: Erster Test Citroën C-Zéro

Erster Test: Citroën C-Zéro

Mit dem Strom fahren

28.09.2010

Elektro-Auto hier, Elektro-Auto dort: Wer sich mit der Automobilbranche beschäftigt, kommt am Thema Elektro-Mobilität nicht mehr vorbei. Was allerdings verheißungsvoll klingt, ist meistens noch Zukunftsmusik. Eines der ersten serienreifen E-Autos ist das Gemeinschafts-Projekt von Mitsubishi, Peugeot und Citroën.

Egal ob Mitsubishi i-MiEV, Peugeot Ion oder Citroën C-Zéro, hinter den drei Namen verbrigt sich immer das gleiche Auto. Wie schon bei den SUV-Brüdern Outlander, 4007 und C-Crosser ist der französische PSA-Konzern eine Kooperation mit Mitsubishi eingegangen, um zeitnah ein Elektro-Auto anbieten zu können. Entwickelt wurde der Stromer in Japan, in Paris klebt man nur ein neues Logo drauf.

Reichlich Platz für vier

Galerie: Erster Test Citroën C-ZéroZugegeben, ein wenig hat Citroën schon an der Karosserie gefeilt., doch sind dies nur kosmetische Arbeiten. Die Technik des 3,48 Meter langen Vier-Türers blieb unberührt. Obwohl er mit seinen Außenmaßen klar in die Kategorie Kleinstwagen fällt, wartet der C-Zéro mit 2,55 Meter Radstand auf, was Golf-Niveau entspricht. Dementsprechend geräumig geht es im Innenraum zu. Vorne sitzt es sich luftig und auch auf der Rückbank können zwei Leute kommod reisen; der C-Zéro ist wie seinen Brüder als Vier-Sitzer ausgelegt.

Für ein reines Stadtauto, und genau das sind die kleinen Elektro-Autos, spricht der handliche Wendekreis von nur neun Metern und auch der 166 Liter große Kofferraum reicht für diesen Einsatz-Zweck aus. Da passen die Supermarkt-Einkäufe ebenso gut rein, wie die großen Prada-Tüten und zur Not dürfen auch die hinteren Sitze als Ablagefläche genutzt werden. Apropos Sitze: Die Lithium-Ionen-Akkus mit einer Kapazität von 16 Kilowattstunden befinden sich unter den Passagieren. Das senkt den Schwerpunkt und sorgt für eine satte Straßenlage.  

In sechs Stunden voll

Aufgeladen kann der C-Zéro an jeder haushaltsüblichen Steckdose werden. Bei den in Deutschland üblichen 16 Ampere im 230-Volt-Netz dauert es rund sechs Stunden, bis die Akkus komplett aufgefüllt sind. An speziellen 400-Volt-Schnelllade-Säulen mit bis zu 125 Ampere sind es nur circa 30 Minuten, bis die Akkus zu 80 Prozent aufgeladen sind.

Ausgelegt sind die Akkus laut Citroën übrigens auf 1.500 Ladezyklen; wer also seinen Wagen werktäglich nutzt und fünf Mal die Woche auflädt, kann sich auf mindestens sechs Jahre unbeschwerte E-Mobilität einstellen. Was allerdings danach passiert, wie teuer etwa der Austausch ist und wohin mit den alten Akkus, diese Fragen sind noch ungeklärt und dürften noch zu spannenden Diskussionen führen.

Unspektakulär

Galerie: Erster Test Citroën C-ZéroWeit weniger spannend und fast schon unspektakulär gestaltet sich das Fahren mit dem C-Zéro. Schlüssel ins Zündschloss stecken, rumdrehen und warten, bis die Ready-Anzeige den Start frei gibt. Mit dem von einem Automatikgetriebe bekannten Wählhebel muss nur noch der einzige Vorwärtsgang eingelegt werden und schon kann es los gehen. Lautlos, wie auch einige Fußgänger bei unserer ersten Ausfahrt erschrocken feststellten.  

Der Synchronmotor mit Permanentmagnet sitzt im Heck und leistet 47 Kilowatt (64 PS). Für den flotten Antritt des Hecktrieblers sorgt allerdings in erster Linie nicht die Leistung, sondern die Kraft, also das Drehmoment. Zwischen Null und 2.000 Umdrehungen liegen 180 Newtonmeter an und lassen den C-Zéro zügig vom Fleck weg kommen und im Stadtverkehr mitschwimmen. Tempo 100 zwar erst nach 16 Sekunden erreicht, doch wird man in der Regel eh nur Stadttempo fahren.

Effizienz oder Power

Galerie: Erster Test Citroën C-ZéroJe nachdem, wie sehr der Fahrer das Gaspedal tritt, legt der Citroën eine unterschiedliche Kraftentfaltung an den Tag. Wird das Fahrpedal nur sanft bewegt, steht möglichst geringer Energieverbrauch vor dynamischem Fahrerlebnis. Signalisiert der Fahrer mit seinem Fuß dagegen den Wunsch nach mehr Power, stellt der Wagen seine volle Leistung zur Verfügung.

Maximal läuft der C-Zéro 130 km/h und ist damit so schnell wie ein Smart Fortwo mit 54-PS-Benzinmotor. So lassen sich auch kürzere Überlandstrecken absolvieren, so lange der Strom reicht. Denn bei flotter Fahrt dürften die versprochenen 150 Kilometer Reichweite eher unrealistisch sein; genauso im Stadtverkehr, wenn Radio und Klimaanlage mit Energie versorgt werden wollen. Dennoch: Für die meisten Zwecke dürften die in der Praxis realistischen 100 Kilometer Reichweite vollkommen ausreichen. Schließlich sind 95 Prozent aller Fahrten in Europa kürzer als 80 Kilometer; zwei Drittel sogar kürzer als 30 Kilometer.   

Ladeanzeige statt Tankuhr

Galerie: Erster Test Citroën C-Zéro

Statt der normalen Tankuhr informiert den Fahrer eine Ladeanzeige über den Füllstand der Batterie. Zusätzlich wird die aktuelle Beanspruchung der Batterie angezeigt. Ist die Nadel im blauen Bereich, bedeutet dass, die Akkus werden geladen, zum Beispiel beim Bremsen. Hellgrün steht für eine sparsame Nutzung des Stromvorrats während weiß signalisiert, dass die Batterie momentan stärker entladen wird.

In Frankreich geht der C-Crosser im Dezember 2010 an den Start und wird dort zunächst ausschließlich mit einem Vier-Jahres-Leasingvertrag vertrieben. Die monatlichen Kosten belaufen sich auf 459 Euro. Etwas teurer, nämlich 499 Euro, ist der Peugeot Ion. Allerdings binden sich die Kunden bei Peugeot nur für drei Jahre. Der Marktstart in Deutschland ist für Frühjahr 2011 geplant, aber noch nicht konkret festgelegt.

Ab 35.000 Euro

Sicher ist, dass der C-Zéro in Deutschland nicht nur über das Leasing-Modell angeboten wird, sondern, wie der Mitsubishi i-MiEV, auch für 35.165 Euro käuflich erwerbbar ist. Wie teuer der Preis für die Leasing-Variante ist, ist dagegen noch nicht bekannt. Wie in Frankreich dürfte der C-Zéro auch bei uns mit einer ähnlich guten Serienausstattung zu kommen: ESP, sechs Airbags, elektrische Fensterheber und Klimaanlage sind nicht bei jedem Kleinstwagen Standard, können den hohen Preis aber natürlich nicht amortisieren. Und selbst die Unterhaltskosten von rund 1,50 Euro je 100 Kilometer dürften die Kosten nicht wieder einfahren.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Citroën C-Zéro
     
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   3.474 / 1.475 / 1.608
Radstand (mm)   2.550
Wendekreis (m)   9,5
Leergewicht (kg)   1.120
Kofferraum (Liter)   166 - 860
Bereifung Testwagen   145/65 R 15 (v), 175/55 R 15 (h)
Motor    
Hubraum (ccm) / Bauart   - / Synchron-Elektromotor
Leistung (kW / PS)   47 / 64
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   180 / 0 - 2.000
Antriebsart   Heckantrieb
Getriebeart   feste Übersetzung
Verbrauch    
Krafstoffart   Strom
Kombiniert laut Werk (l/100km)   k. A.
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   0 / k. A.
AS24-Verbrauch (l/100km)   k .A.
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   15,9
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k .A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k .A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   130
Preise    
ab (Euro)   35.165 Euro / Leasingrate n. A.
Empfohlene Extras   k. A.
 
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Fazit

Ja, das Elektro-Auto ist serienreif, wie Citroën, Peugeot und Mitsubishi beweisen. Zumindest technisch: Der C-Zéro fährt sich wie ein normaler Kleinwagen und die Reichweite ist mit gut 100 Kilometern unter Alltagsbedingungen ausreichend. Nur der Preis ist noch weit davon entfernt, massentauglich zu sein. Das liegt vor allem an den hohen Kosten für die Batterien, die aber mit steigenden Stückzahlen in naher Zukunft sinken dürften.   

 
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