Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Galerie: Erster Test Citroën C3

Erster Test: Citroën C3

C3, Volltreffer

23.10.2009

Nein, wir spielen nicht den ganzen Tag „Schiffe versenken“ und freuen uns über jeden getroffenen Kreuzer. Mit C3 ist Citroëns Kleinwagen gemeint, dessen neueste Generation ab Januar 2010 bei den Händler steht. Doch die könnte sich als echter Volltreffer erweisen.

Die Neuauflage des französischen Kleinwagens tritt kein leichtes Erbe an, über zwei Millionen mal wurde der Vorgänger in Europa verkauft, 77.000 Einheiten davon in Deutschland. Das muss die zweite Generation erst einmal nachmachen. Doch startet sie mit den denkbar besten Voraussetzungen dazu ins Rennen.

Denn Citroën baut den neuen C3 auf der gleichen Plattform auf, wie den Vorgänger und kann damit einen von Anfang an weitestgehend  ausgereiften Kleinwagen präsentieren. Die gleiche Strategie verfolgt übrigens auch der Konzernpartner Peugeot beim Schwestermodell 207, der auf dem 206 aufbaut. Und genauso wird auch Citroën den Vorgänger vorerst als günstiges Einstiegs-Modell weiterhin unter dem Namen First C3 im Programm behalten.

Eine für Zwei

Citroen C3„Eine Plattform reicht bei uns für zwei Generationen,“ hieß es irgendwann aus dem PSA-Konzern, und was anfangs für Naserümpfen sorgte, ist spätestens seit dem VW Golf VI salonfähig, der im Grunde auch nur ein großes Facelift der fünften Ausgabe darstellt. Schließlich lassen sich so die Kosten deutlich reduzieren.

Mit einer Außenlänge von 3,94 Metern ist der neue C3 nur marginal gewachsen und der Radstand ist mit 2,45 Metern identisch. Dafür ist die Ladekante etwas niedriger und erleichtert das beladen des 300 Liter fassenden Kofferraums. Und eine neue Inneneinrichtung verschafft auch den Passagieren etwas mehr Platz.

Vor allem vorne sitzt es sich dank des schlankeren Armaturenbretts angenehmer; selbst große Beifahrer können nicht über mangelnde Knie- und Beinfreiheit klagen und der Fahrer findet problemlos eine angenehme Sitzposition - wenn er sich nicht an dem schwer zugänglichen Hebel zur Lehnenneigungs-Verstellung die Finger bricht.

Weiche Polster, kurze Sitze

Citroen C3Grund zur Beschwerde haben dafür die Fondpassagiere, auf der Rückbank geht es in alle Richtungen sehr eng zu und die Lehne der einfach umzuklappenden Sitzbank steht sehr steil. Außerdem trüben vorne wie hinten die zu weiche Polsterung und die recht kurzen Sitzflächen den Komfort, und Seitenhalt ist dem Gestühl auch ein Fremdwort. Zum echten Problem wird das allerdings erst auf langen Strecken und die dürften nur die wenigsten Käufer mit dem für die Stadt gebauten C3 häufig zurück legen.

Dafür versöhnt der C3 mit einem modernen Cockpit, schicken Instrumenten, zahlreichen Ablagen und einer einfachen Bedienung. Nur das Radio beziehungsweise - falls geordert - die Bedieneinheit für das Navigationssystem ist zu tief und unpraktisch hinter dem Schalthebel angebracht, kommt dafür aber mit für Citroën erstaunlich wenig Tasten aus. Und kleinere Schwächen bei Materialauswahl und Verarbeitung seien dem insgesamt solide wirkenden Franzosen in Anbetracht der Fahrzeugklasse und des Preises gern verziehen.

Erste Wahl: Tendance

Citroen C3Als 60-PS-Einstiegsmodell ist der C3 1.1 ab 12.700 Euro und ausschließlich in der Basisausstattung ohne Radio, dafür aber mit ESP, elektrischen Fensterhebern vorn und Zentralverriegelung erhältlich. Wer die empfehlenswerte Tendance-Linie möchte, muss mindestens zum 1.4er mit 73 PS greifen und wenigstens 14.950 Euro auf den Tisch legen, darf sich dafür aber über ein CD-Radio mit Aux-Eingang, eine Klimaanlage, das hochwertigere, unterschäumte Armaturenbrett, einen Tempomat, Lederlenkrad und sechs statt vier Airbags freuen.

Bei den beiden stärkeren VTi-Benzinern (95 und 120 PS), die aus der Kooperation mit BMW stammen und auch im Mini und Peugeot 207 eingesetzt werden, ist dieses Niveau für 15.800 respektive 16.800 Euro serienmäßig, ebenso bei dem ab Frühjahr 2010 lieferbaren Diesel HDi 90 (17.450 Euro).

Nur Top-Diesel mit sechs Gängen

Citroen C3Nur der Top-Selbstzünder mit ebenfalls 1,6 Litern Hubraum aber 110 PS kommt ab Werk mit der höchsten Ausstattungslinie Exclusive (sonst 2.000 Euro Aufpreis) und hat beheizbare Außenspiegel, Parksensoren, elektrische Fensterheber hinten, 16-Zoll-Aluräder (statt 15-Zoll-Stahlfelgen) und die neuartige Panorama-Windschutzscheibe namens Zenith an Bord. Diese spannt sich weit über die Köpfe von Fahrer und Beifahrer und ermöglich beste Aussicht. Und wird die Sonneneinstrahlung doch einmal zu stark, sorgt ein Rollo für Abhilfe.

Der große Diesel ist außerdem der einzige Motor, der an ein manuelles Sechs-Gang-Getriebe gekoppelt ist, alle anderen müssen mit einer Übersetzungsstufe weniger auskommen. Den sechsten Gang vermisst man auf der Autobahn, könnte er doch einen Teil zur Senkung des Spritverbrauchs und auch des Geräuschniveaus im ansonsten gut gedämmten C3 beitragen.  

Harmonischer Diesel

Beim Fahrwerk präsentierten sich die beiden von uns gefahrenen Testwagen, der 120-PS-Benziner und der Diesel mit 90 PS, durchaus unterschiedlich. Während der leichtere C3 mit Ottomotor (1.150 Kilogramm) zum poltern neigt und kleine, gemeine Querfugen nicht sehr gut verdaut, gleitet der Selbstzünder (1.408 Kilogramm) tadellos darüber hinweg.  Generell verfügen aber alle C3 über eine Citroën-typische, weiche Dämpferabstimmung, die den Kleinwagen sanft nachschwingen lässt und den Fahrkomfort steigert.

Galerie: Erster Test Citroën C3Im übrigen gilt, dass der VTi 120 zwar Spaß macht, schließlich beschleunigt er den C3 in unter zehn Sekunden auf Tempo 100 und schafft bis zu 190 km/h. Doch braucht es in einem Kleinwagen eigentlich nicht so viel Leistung. Vorteil: Trotz seiner Kraft unterscheidet sich der stärkste Motor beim Verbrauch nicht von den anderen, alle vier liegen nach EU-Norm zwischen 5,8 und 6,0 Litern je 100 Kilometer.

Nicht sehr sparsam

Die beiden Diesel sollen im Standart-Test 4,0 beziehungsweise 4,5 (HDi 110) Liter konsumieren. Bei unserer Ausfahrt mit dem schwächeren Selbstzünder hat der Bordcomputer - trotz gemächlicher Fahrt - einen Verbrauch von 5,5 Litern ausgewiesen, was in diesem Segment nicht wirklich vorbildlich ist. Dieser Wert lässt sich auch mit einem Dreier BMW realisieren.

Fazit

Citroën hat aus einem guten Auto ein besseres gemacht. Auf Plattform des alten C3 haben die Franzosen ihren Kleinwagen in vielen Punkten verbessert. Äußerlich bleibt der Neue dem rundlichen Kugel-Design treu, innen wirkt er deutlich modernen und schicker. Auch was das Fahrverhalten anbelangt, konnte der C3 zulegen. Vor allem der Diesel ist sehr harmonisch und komfortabel.  Wirklich sparsam ist er allerdings nicht.

Citroen C3

 
4
72

Gebrauchtwagen-Kaufberater

Sie suchen einen Gebrauchten? Unsere Kaufberater sagen Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Traumwagen achten müssen.

Suche nach Angeboten

Marke
Model
Fahrzeugrückruf
Hier verpassen Sie keinen Rückruf vom Hersteller mehr. Wir informieren Sie sofort per E-Mail.
Zum Rückrufservice

Frage der Woche

AutoWelten

ServiceWelten

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.