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Galerie: Erster Test Citroën C5

Erster Test: Citroën C5

Der Mainstreamer

24.04.2008

Sie sind Individualist oder Schnäppchen-Jäger? Dann sind Sie eigentlich auch potenzieller Citroën-Kunde. Tradionell locken die Modelle der Franzosen entweder mit Extravaganz oder satten Rabatten. Der neue C5 will allerdings mit neuen Werten betören. Als repräsentativer Normalo soll er Passat und A4 Konkurrenz machen. Wir haben den Neuling mit drei Dieselmotoren getestet.

Der C5 ist im April in Deutschland zugleich als Limousine und Tourer angetreten. Das Erstaunliche: Die Stufenheck-Variante stiehlt dem Kombi die Schau. Besonders auffällig ist der stark coupéartige Dachverlauf des Viertürers, der deutliche Ähnlichkeiten mit der Silhouette des neuen BMW X6 aufweist. Ebenfalls dem allgemeinem Trend folgend, sind beim C5 die Schulter und die Schweller kraftvoll ausgeformt. Trotz des sehr langen Vorderwagens wirkt der 4,78-Meter-Citroën stimmig und setzt sich mit diversen Chromakzenten zudem geschmackvoll in Szene.

Das gelungene Design hat allerdings einen praktischen Nachteil. Zumindest die Limousine bietet aufgrund des nach hinten stark abfallenden Hecks im Fond eine nur mäßige Kopffreiheit. Und der lange wie flache Kofferraum ist mit 467 Liter Stauvolumen unterm Klassendurchschnitt. Dafür lässt sich dank der umlegbaren Rückbanklehne der Stauraum deutlich erweitern und befindet sich unterm Ladeboden ein vollwertiges Ersatzrad.

Zum Wohlfühlen

Galerie: Erster Test Citroën C5Den C5-Innnenraum kann man in freundlichen und hellen Farbtönen oder auch in Schwarz ordern. Unterschiedliche und zum Teil großflächig unterschäumte Oberflächen sorgen für Abwechslung und einen hohen Qualitätseindruck. Mit Metallapplikationen wird das sehr zeitgemäße Ambiente zusätzlich angehübscht. In der Basisausstattung Style sitzt man noch auf französisch weichen Sitzen. Die bei deutschen Autofahrern so beliebte straffe Polsterung bietet Citroën ab der Ausstattung Confort serienmäßig an. Ein salomonischer Kompromiss, dem franko-germanischen Kampf der Autositzkultur beizulegen.

Zu den Citroën-typsichen Besonderheiten im C5 gehört das Lenkrad mit feststehender Nabe. Nach Aussage des Herstellers soll diese Lösung für eine bessere Funktion des Airbags sorgen. Doch in der Praxis kann es gelegentlich schon nerven, wenn man beim Lenkraddreh mit den Daumenrücken den wuchtigen Pralltopf mit seinen vielen Bedientasten streift. Ansonsten sitzt man gut und bequem im neuen C5, alles passt oder lässt sich passend machen. Die Sicht nach hinten ist durch das etwas kleine Heckfenster allerdings eingeschränkt und eine akustische Einparkhilfe eigentlich unverzichtbar.

Kleiner Vernunftdiesel

Galerie: Erster Test Citroën C5Während man den Motor mit einem klassischen Zündschlüsseldreh zum Leben erweckt, löst man die elektronische Parkbremse mit kurzem Tastendruck oder direkt beim Losfahren. Den kleinen Diesel hört man im Stand und während der Fahrt kaum. Gut abgekapselt und kultiviert verrichtet der Vierzylinder seine Dreh- und Hubarbeit. Die 110 PS reißen in der Mittelklasse zwar niemanden mehr vom Hocker. Doch handelt es sich um einen Motor der Vernunft. Mit ihm ist man noch ausreichend flott unterwegs: 13,4 Sekunden dauert der 100-km/h-Sprint des 1,6-Tonners, 191 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit. Demgegenüber steht der Normverbrauch von 5,6 Litern, der in der Praxis allerdings eine sieben vorm Komma erreichen dürfte.

Der Expresszuschlag für die starken Dieselmotoren 2.2 HDI mit 170 PS und V6 HDI mit 204 PS sind wesentlich höher. Dafür sorgen diese ebenfalls sehr kultiviert arbeitenden Motoren für ein spürbar höheres Fahrspaßniveau. Vor allem der Durchzug ist bei beiden Stark-Dieseln enorm. 10,0 respektive 9,6 Sekunden dauert der Sprint, 219 respektive 224 km/h beträgt die Höchstgeschwindigkeit. Während es den 170 PS Biturbo allein mit Sechgang-Schaltgetriebe gibt, wird der V6 ausschließlich mit Automatik angeboten.

Vorzüglicher Komfort

Galerie: Erster Test Citroën C5Und selbst die üppige Kraft des V6-Diesels bringt der C5 erstaunlich sauber auf die Straße. Trotz Vorderradantrieb bleiben die Antriebseinflüsse auf die Lenkung gering und der Franzose überzeugt mit einer satten Straßenlage. Dabei fällt vor allem das den stärkeren Motorisierungen vorbehaltene hydropneumatische Fahrwerk positiv auf. Hier hat der Fahrer die Möglichkeit, per Tastendruck eine sportlichere Fahrwerksabstimmung zu wählen. Dann wirkt der Wagen straffer, doch verlieren selbst bei dieser härteren Einstellung grobe Unebenheiten ihren Schrecken. Rückenschonender kann man wohl in keiner anderen Mittelklasse-Limousine fahren.

Wer nun meint, dass dieser hohe Komfort mit einem extraschwammigen Kurvenverhalten erkauft wird, der irrt. Die elektrohydraulische Lenkung wirkt zwar bisweilen etwas synthetisch. Der Wagen folgt allerdings den Lenkvorgaben mit beachtlicher Präzision und das Fahrzeugwanken in schnellen Kurven bleibt auf erfreulich geringem Niveau. Bei flotter Gangart lassen die Ledersessel etwas Seitenhalt vermissen und der Zwangskontakt des rechten Knies mit der breiten Mittelkonsole kann ebenfalls stören.

Im sicheren Bereich

Galerie: Erster Test Citroën C5Die Bremsen des C5 sprechen gut an und packen sehr nachhaltig zu. Selbsttätig greifen die Stopper ins Geschehen ein, wenn man es mit der Kurvengeschwindigkeit übertreibt. Trotz ESP sind sehr schnelle Kurvenfahrten möglich, eine Spur toleranter könnte das ESP wohl noch sein. Zwar gibt es die Möglichkeit, das ESP per Tastendruck zu deaktivieren. Diese Option besteht nur bis zu 50 km/h. Überschreitet man dieses Tempo, ist das ESP immer aktiv. Hinsichtlich Sicherheit ist der mit bis zu neun Airbags aufrüstbare C5 also vorbildlich.

Günstiger als die Konkurrenz

In der Basisversion Style hat der C5 übrigens nur sieben Luftsäcke. Zusätzlich verfügt der Wagen in dieser Ausstattung noch über elektrische Fensterheber, ESP, Tempomat, Lederlenkrad und Klimaautomatik. Einstiegsmodell ist die Limousine mit dem 125 PS starken Benziner 1.8 16V für 21.990 Euro. Für den Tourer werden generell 1.100 Euro Aufpreis verlangt. Ab 23.590 Euro ist die Limousine mit dem Diesel HDi 110 in der Ausstattung Style zu haben. Der 170 PS starke HDi 170 Biturbo schlägt mit 29.500 Euro in der Ausstattung Tendance zu Buche. Ebenfalls mit der sehr umfangreichen Ausstattung Tendance, einem Automatikgetriebe und dem hydropneumatischem Fahrwerk kostet der C5 V6 HDi mindestens 33.650 Euro und lässt angesichts der üppigen Ausstattung kaum noch Wünsche offen.

Galerie: Erster Test Citroën C5Interessant ist der Preisvergleich der C5-Basisversion mit dem Mitbewerber-Umfeld. So kostet ein in etwa gleich starker Mazda 6 rund 1.000 Euro mehr, bietet dafür allerdings Alufelgen und ein CD-Radio. Hierfür verlangt Citroën einen Aufpreis. Größer ist der preisliche Vorsprung des C5 im Vergleich mit dem VW Passat 1.4 TSI, der mindestens 24.600 Euro kostet. Ein vergleichbarer Audi A4 steht sogar mit rund 26.000 Euro in der Liste.  

Fazit

Was VW und Audi können, gelingt nun auch Citroën: Die Franzosen bauen ansehnliche wie unauffällige und somit repräsentative Fahrzeuge und das zu einem günstigen Preis. Auf dem Firmenparkplatz passt der C5 hervorragend ins Bild, kann sich unter die Etablierten mischen, ohne dabei übermäßig aufzufallen, noch in der Masse unterzugehen. Auch der gelungene Innenraum kann überzeugen, bietet zudem ein paar neckische Besonderheiten, die jedoch nicht in allen Details überzeugen. Überzeugen kann dafür das hydropneumatische Fahrwerk. Trotz des besonders hohen Komforts bietet der C5 auch eine hohes Fahrspaßniveau. Für Agilität sorgen auch die kraftvollen und kultivierten Dieselmotoren. Selbst mit dem 109 PS starken HDi ist man ausreichend flott und zugleich noch recht sparsam unterwegs.

Galerie: Erster Test Citroën C5

 
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