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Galerie: Erster Test Citroën C6

Erster Test: Citroën C6

2er-Kiste

24.01.2006

Wenn ich mal ganz ehrlich bin - ich finde perfekte Autos gar nicht so toll. Chapeau, wenn es den Ingenieuren gelingt, ein perfektes, weil nahezu fehlerfreies, Auto zu konstruieren. Aber andererseits kann mir ein Wagen, der mich so gar nicht nervt auch schnell ein bisschen fad werden. Und im richtigen Leben - seien wir ehrlich - ist unser Partner schließlich auch nicht perfekt. Und trotzdem könnten wir uns niemand Anderes vorstellen.

Ohne die Parallele Auto/Partner weiter strapazieren zu wollen (und zu Hause Ärger zu riskieren), spielt doch auch beim Autokauf der Bauch eine große Rolle. Diese "Emotionalität" sehen die Marketingstrategen seit Jahren als das ganz große Ding in der Autoindustrie an. Und doch scheint es ein wenig unrealistisch, wenn man von perfekten, emotionalen Autos spricht.

Von Menschen und Autos

Galerie: Erster Test Citroën C6Als ich den Citroen C6 das erste Mal auf dem Genfer Salon 2005 sah, war ich minutenlang baff. Denn es war kein Konzeptauto das dort stand, keine Designstudie die irgendwann wieder im Firmenmuseum landet. Dieses Schiff sollte tatsächlich gebaut werden. Kaum vorstellbar, dass diese ausladende Motorhaube, das lächerlich kurze Heck und die - Räusper - auffallenden Rückleuchten Käufer finden sollen.

Doch gerade diese Eigenschaften des neuen Top-Citroen sind es, die seinerzeit auch die revolutionäre DS ausmachten. Die ist auch nach 50 Jahren ein derart gelungener Klassiker, dass mir partout kein schöneres Auto einfallen will.

Fahr mal rechts 'ran...

Galerie: Erster Test Citroën C6Nun soll ich "die C6" (um im Bilde zu bleiben) testen und bin ihren ausladenden Formen auch schon verfallen. Bereits nach wenigen Kilometern muss ich rechts ran fahren, um mir die neue Göttin optisch und noch mal in aller Ruhe zu Gemüte zu führen.

Ihre Proportionen sind durchaus gelungen. Der großzügige Radstand in Verbindung mit der langen Haube und dem kurzen Heck streckt das imposante Auto ohne in Protzerei zu verfallen. Die Eleganz wird durch dunklen Lack - schwarz ist die einzig angemessene Farbe - noch unterstrichen.

Außen und innen

Galerie: Erster Test Citroën C6Im Innenraum findet sich dagegen überraschend wenig Avantgarde wieder - der digitale Tacho ist schließlich schon seit dem CX salonfähig. Und - kaum angefreundet - geht auch schon die Nörgelei los: Das Lenkrad lässt sich nicht weit genug herausziehen, um eine ergonomische Sitzposition einzunehmen. Zum Gleiten und Eindösen ist das zwar perfekt, aber nicht für einen Autotest. Überhaupt diese Lenkung: Sowas von leichtgängig, sensibel und nervös, vor allem bei geringer Geschwindigkeit. Fast wünsche ich mir eine "um die Mittellage etwas schwammige" Lenkung - unfassbar!

Galerie: Erster Test Citroën C6In den ersten forsch angegangenen Kurven wiegt sich Madame denn auch graziös zur Seite. Ihre ausgesprochen weiche Federung wiegt die Passagiere mehr durch die Kurven, als dass sie sie führen würde, was nicht zuletzt am betont bequemen Fauteuil liegt, welches durch die Abwesenheit von Seitenhalt gefallen möchte. Doch schon nach ein paar Minuten (!) dämmert mir, dass sich dieses Auto nicht mit normalen Maßstäben beurteilen lässt. Ich bin halt ein ganz Schneller...

Jetzt komm' mir nicht so...

Tatsächlich erzieht sich die C6 ihren Fahrer. Bei falscher Behandlung erfolgt Entzug der Leidenschaft - grausam, aber es funktioniert: Mit einem angemesseneren Fahrstil kommen meine Perle und ich gleich viel besser miteinander klar: Mit einer gewissen nonchalance umkurve ich die Hügel des Bergischen, die 6-Stufen Automatik unterstützt meinen souveränen Stil mit Zurückhaltung, der Motor glänzt durch stille Präsenz.

Galerie: Erster Test Citroën C6Seine technischen Eckdaten sollen nicht nur der profanen Vollständigkeit halber genannt sein: Der 2,7 Liter V6 Commonrail-Diesel ist uns und unseren Lesern bereits aus dem Peugeot 607 bekannt, auch im Jaguar S-Type und dem Land Rover Discovery tut er in etwas stärker modifizierter Form seinen Dienst. Er gefällt hier wie dort und im Citroen durch spontane und gleichmäßige Kraftentfaltung, er ist dabei laufruhig und serienmäßig mit Partikelfilter lieferbar. Gepaart mit der Automatik ergibt sich eine komfortable und gleichzeitig fahraktive Antriebseinheit.

Der C6-Fahrer möchte aber traditionell gar nicht flott unterwegs sein, weshalb man bei Citroen auch keinen Bedarf sieht, in der Motorleistung nachzulegen. Die gut 200 PS die Diesel und V6-Benzinern bereitstellen, reichen dem Kunden völlig.

Fazit

Mir eigentlich auch, denn ich bin auf der Autobahn vielmehr damit beschäftigt eine französische Entsprechung für das Wort "Cruisen" zu finden als die V-max der C6 auszuloten.

Die von uns gefahrene C6 kostet exakt 57.020 Euro. In der Exklusive-Ausstattung (54.900) bedeutet das, dass lediglich Metallic-Lack (820 Euro - bitte in schwarz) und elektrisch einstellbare Einzelsitze hinten (1.300 Euro) extra kosten, alles andere (Xenon-Licht, aktive Motorhaube, Head-Up Display, Parksensoren undundund) ist schon an Bord. Fast 60.000 Euro sind kein Schnäppchen, gewiss. Der C6-Eigner jedoch hat die Gewissheit, ein Auto mit Charakter zu chauffieren.
Eines der wenigen, die es noch fabrikneu zu kaufen gibt.

Galerie: Erster Test Citroën C6

 
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