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Galerie: Erster Test Citroën DS3 Cabrio

Erster Test: Citroën DS3 Cabrio

Faltdach-Flitzer

31.01.2013

Die Strategie, eine edle Submarke für anspruchsvolle Kunden zu schaffen, scheint aufzugehen: Vor 30 Monaten hat Citroën das erste DS-Modell auf den Markt gebracht und inzwischen 300.000 DS3, DS4 und DS5 verkauft. Damit der Erfolg weitergeht, legen die Franzosen jetzt das DS3 Cabriolet nach. Obwohl der Kleinwagen nur über ein Faltdach verfügt, zieht‘s im Inneren wie in einem richtigen Cabriolet.

Kritiker könnten behaupten, der DS3 sei gar kein richtiges Cabrio, sondern nur ein Kleinwagen mit großem Schiebedach. Denn auch wenn das von Webasto zugelieferte Verdeck ganz nach hinten bis übers Heck gerollt ist (das geht bis 120 km/h), bleiben die wuchtigen Dachholme links und rechts der Köpfe stehen. Das macht die ganze Karosse zwar deutlich steifer als bei vielen anderen Cabriolets und kostet in der Herstellung deutlich weniger Geld, doch so richtiges Frischluft-Feeling will, zumindest auf den ersten Metern, nicht aufkommen.

Zugig und laut

Galerie: Erster Test Citroën DS3 CabrioDas ändert sich schnell mit zunehmender Geschwindigkeit, denn spätestens ab Stadttempo zieht‘s in dem kleinen Franzosen recht ordentlich und aus dem braven Bubikopf wird eine wilde Sturmfrisur. Mit der Windstärke steigt außerdem der Geräuschpegel deutlich an und auf der Landstraße einigen sich Fahrer und Beifahrer besser auf gemeinsames Schweigen. Dagegen hilft auch ein an der A-Säule per Hand ausklappbarer Windabweiser nicht viel, der im Grunde nur die Geräuschfrequenz verändert; der geschlossene DS3 ist dagegen für seine gute Geräuschdämmung bekannt.

Wenigstens die Fondpassagiere bekommen dank dieses Ausklapp-Segels etwas weniger Wind ins Gesicht, schließlich brüstet sich Citroën, mit dem DS3 Cabrio den einzigen Fünfsitzer im Segment anzubieten. Zum einen ist allerdings das Segment recht überschaubar und umfasst im Grunde nur noch den ebenfalls mit einem Faltdach ausgestatteten Fiat 500 C und das Mini Cabrio. Zum anderen wird der schon mit nur zwei Personen kuschelig eng, so dass alle fünf Sitze wohl nur selten besetzt sein werden.

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Großer Kofferraum, kleine Öffnung

Viel Gepäck sollten drei, vier oder fünf Passagiere auch nicht dabei haben. Zwar ist das Kofferraumvolumen mit 245 Litern ordentlich bemessen (40 Liter weniger als der geschlossene), doch ist das Einladen durch einen schmalen Briefkastenschlitz eine Herausforderung, die maximal mit Gepäckstücken zu meistern ist, die auch im Flugzeug noch als Handgepäck durchgehen würden; ist man nur zu zweit unterwegs, kann man immerhin die Rückbank umlegen. Und: Die Kofferraumklappe ist ein echter Hingucker. Sie schwingt platzsparend parallel zum steilen Heck nach oben.     

Sein Hingucker-Status dürfte überhaupt das beste Verkaufsargument für das neue Cabrio sein, und das nicht nur wegen der für 300 Euro bestellbaren Rückleuchten in 3D-Optik. Der Gesamtauftritt des DS3 mit der Haifischflossen-B-Säule und Vampirzahn-LED-Tagfahrlichtern (290 Euro) ist extrovertiert, eigenständig und edel - zumindest außen. Innen sehen die DS-Modelle, abgesehen von bunten Farben, ihren konventionellen C3-Brüdern recht ähnlich.

Individuell

Galerie: Erster Test Citroën DS3 CabrioMit zahlreichen Gestaltungsmöglichkeiten gibt Citroën dem Individualisierungstrieb der DS-Käufer Futter, schließlich lägen die mehr Wert auf ein individuelles denn auf ein perfektes Auto. Sieben Außenfarben, sechs Interieurs, verschiedene Stoff- und Lederbezüge, sieben Räder und nicht zuletzt drei Wahlmöglichkeiten für das Faltdach - eine davon im DS-typischen Rautenmuster - ergeben allein über siebentausend Kombinationsmöglichkeiten. Wem das nicht reicht, der kann seinem DS3 mit dem serienmäßigen Duftspender (nicht in der Basis) noch eine ganz eigene Note verpassen.

Wie zu erwarten, wartet das Cabrio antriebsseitig und auch beim Fahrverhalten nicht mit Überraschungen gegenüber dem geschlossenen DS3 auf. Erhältlich ist der Offene mit Citroëns neuem Dreizylinder-Benziner (82 PS) oder einen 1,6-Liter-Vierzylinder mit 120 (Sauger) oder 156 PS (Turbo). Außerdem gibt es einen 92 PS starken Diesel, der an ein automatisiertes Schaltgetriebe gekoppelt ist und mit Stopp-Start-Automatik nur 3,8 Liter je 100 Kilometer verbrauchen soll. Für die Benziner ist die Motoraustechnik derzeit noch in Arbeit, die Verbräuche der Ottomotoren liegen zwischen 4,9 und 5,9 Litern im Durchschnitt.  

Starker Motor, straffes Fahrwerk

Galerie: Erster Test Citroën DS3 CabrioSpaßigste, gleichwohl aber euch teuerste Variante (ab 23.810 Euro) ist der über 150 PS starke, aufgeladene Benziner, der mit sattem Durchzug schon weit unterhalb der 2.000 Umdrehungen dem Turboloch abgeschworen hat und mit 240 Newtonmeter Drehmoment das rund 1,2 Tonnen schwere Cabrio (nur 25 Kilogramm schwerer als der geschlossene DS3) in 7,4 Sekunden auf Tempo 100 bringt; Schluss ist bei 210 km/h. Kombiniert ist der Antrieb mit einem gut abgestuften, manchmal etwas hakeligen Sechsgang-Getriebe; die anderen Ottomotoren müssen mit fünf Gängen auskommen.

Zu den dynamischen Talenten des Motors passen auch die straffe Abstimmung und die direkte Lenkung des DS3, die Lust auf Kurven machen. Die meistert der Citroën bravourös und nur selten muss das ESP eingreifen. Auf der Geraden allerdings stakst auch der offene DS3 mit seinen 2.452 Millimeter Radstand hin und wieder etwas hölzern über Unebenheiten hinweg und das Fahrwerk poltert mitunter munter.

 
Fazit

Michael Gebhardt

Der DS3 setzt auf Lifestyle und Individualisierung und mit dem Cabriolet bietet Citroën seinen Kunden noch eine weitere Möglichkeit, dies zum Ausdruck zu bringen. Ein wirkliches Cabrio ist der Franzose allerdings nicht und die dicken Dachholme schränken das Offenfahr-Feeling ein, doch immerhin in den Disziplinen Zugluft, Lautstärke und unhandlicher Kofferraum steht er „richtigen“ Cabrios in nichts nach.

Der Aufpreis gegenüber dem geschlossenen DS3 ist allerdings happig, schließlich müssen für die immerhin gut ausgestattete Basis mit CD-Radio, elektrischen Fensterhebern vorn, Einparkhilfe hinten und Tempomat mindestens 17.790 Euro investiert werden. Das sind exakt 2.800 Euro mehr als für den geschlossenen - oder knapp 20 Prozent. Und greift man gleich zum Top-Motor und packt noch Leder, Navigationssystem und ein paar weitere Extras rein, landet man schnell bei rund 27.000 Euro.
 
 

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