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Galerie: Erster Test Citroën DS4

Erster Test: Citroën DS4

Glücksmomente en masse

19.05.2011

DS – Citroëns legendäres Modellkürzel steht neuerdings für ein feines Premium-Label. Eingeführt wurde es 2009 mit dem C3-Derivat DS3, der mit Charisma und Premium-Flair schon erstaunlich viele Kleinwagen-Kunden um den Finger wickeln konnte. Mit dem DS4 weitet Citroën seine Premium-Attacke nun auf die Kompaktklasse aus. Der eigenwillig gezeichnete, Fahrspaß-orientierte und hochbeinige Viertürer bietet einen hohen Will-haben-Faktor für Ästheten.

Optisch mag der DS4 für die Fans des historischen Citroën DS eine Enttäuschung sein. Mit der so sehr vergötterten Limousine hat der Neuzeit-Golf-Gegner nichts gemein. Doch kann sich der Neuling dank einer dennoch eigenwilligen Ausstrahlung vom Einerlei in der Kompaktklasse in wohltuender Weise absetzen.

Dezent hochbeinig und mit bullig wirkender Front bietet der DS4 einerseits eine SUV-artige Ausstrahlung, die zum Heck hin mit einer betont coupéartigen Linie gepaart wurde. Dank der optisch kaschierten Fondtüren erweckt die Karosserie zudem der Eindruck eines Dreitürers, was den Coupé-Charakter noch verstärkt. Charaktervolle Kurven und Lichtkanten im Blechkleid, schicke LED-Tagfahrlichter, effektvolle Metallic-Lackierungen oder reichlich vorhandener Chromzierrat setzen zudem auffällige Edel-Akzente.

Fesche Felgen

Galerie: Erster Test Citroën DS4Der vielleicht größte Hingucker sind allerdings die Cairns genannten 19-Zoll-Felgen, bei denen es sich zwar um einteilige Metallräder handelt, die optisch aber eine technisch anspruchsvolle Materialkombination aus Alu und Karbon suggerieren. Diese Räder sind allerdings nur für die Top-Ausstattung gegen 490 Euro Aufpreis verfügbar.

Wer sich einen DS4 kaufen will, sollte übrigens keine gehobenen Ansprüche an seine Alltagstauglichkeit stellen. Zwar kann man mit diesem Auto in der Garageneinfahrt seine Nachbarn beeindrucken, doch bei Kopffreiheit, Einstieg und Platzangebot im Fond oder der Nutzbarkeit des Kofferraums muss man Abstriche hinnehmen. Die effekthascherische Optik hat ihren Preis.

Edel aber eng

Enger Einstieg, geringe Bein- und Kopffreiheit, eine schlechte Sicht nach hinten und hintere Seitenfenster, die sich nicht öffnen lassen – der DS4 ist kein Auto, der sich einer pragmatisch orientierten Denke anbiedern will. Vielmehr ist der Neuling für Autokunden gedacht, die ihrer Individualität Ausdruck verleihen wollen.

Galerie: Erster Test Citroën DS4Wer das Besondere sucht, kann auch im Innenraum fündig werden. Exklusive Leder-Designs für die Sitze, edel wirkende Anzeigen und Bedienelemente, ein griffiges Sportlenkrad, Chrom-Chichi, geringe Spaltmaße, Softoberflächen – für Auge und Tastsinn bietet das Interieur viel Erfreuliches. Zudem funktioniert alles erstaunlich intuitiv, ist die Mittelkonsole trotz der vielen Funktionen im Fahrzeug angenehm entfrachtet und wirken die sehr praktischen Regler der Klimaanlage gleich noch wie schmückende Juwelen.

Desweiteren lässt sich der DS4 sehr luxuriös ausstatten. Eine feine Lederlandschaft, ein Super-Navi, eine klangvolle Audioanlage von Deno oder Massagesitze vorne – der Markt der Möglichkeiten ist höchst verführerisch. Viele Extras sind zwar eher technische Spielereien und Nettigkeiten, mit denen ein voll ausgestattetes Exemplar aber durchaus beeindrucken kann. Auch bei den sicherheitsrelevanten Assistenz-Systemen lässt sich der Nobel-Kompakte zeitgemäß aufrüsten. Neben ABS, ESP und intelligenter Traktionskontrolle gibt es noch einen Spurhalte-Assistenten oder einen Tote-Winkel-Warner.

Starke Top-Motorisierung

Zum ersten Ausritt standen uns die beiden Top-Motorisierungen zur Verfügung: Ein 200 PS starker Benziner und ein 163 PS leistender Zwei-Liter-Diesel. Der Vier-Zylinder-Ottomotor mit Direkteinspritzung und variabler Ventilsteuerung kann trotz der nur 1,6 Liter Hubraum üppige 200 PS mobilisieren, die den 100-km/h-Sprint auf unter acht Sekunden verkürzen, während die Top-Speed bei 235 km/h liegen soll.

Galerie: Erster Test Citroën DS4Gekoppelt an ein knackig schaltbares Sechs-Gang-Getriebe, bietet der spritzige Motor mit einem nur kleinen Turboloch über ein breites Drehzahlband ein fülliges Drehmoment von 275 Newtonmeter. Akustisch untermalt wird das hohe Leistungsniveau dank einer speziellen Membran, die den Motor etwas kerniger klingen lässt. Ansonsten ist das Geräuschniveau im DS4 allerdings angenehm niedrig.

Lediglich 6,4 Liter soll der starke Benziner brauchen, doch wer das hohe Leistungspotenzial fordert, dürfte deutlich darüber liegen. Gehobene Verbrauchswerte sind sehr wahrscheinlich, da der DS4 beim wilden Kurvenräubern dem Fahrer reichlich Freude bereitet. Technisch basiert der DS4 auf dem C4, wurde allerdings spürbar straffer und direkter abgestimmt und auch die Wankneigungen der Karosserie wurden verringert.

Für Kurvengaudi ausgelegt

Recht zielgenau lässt sich der spitz ausgelegte 1,4-Tonner ums Eck zirkeln, kommt man erst spät in den Grenzbereich, bei dem der Wagen leicht quietschend über die Vorderräder zu schieben droht. Störend beim Rausbeschleunigen aus Kurven können allerdings die Antriebseinflüsse auf die Lenkung sein. Am Ende unserer besonders flott gefahrenen Testrunde lag der Verbrauch laut Bordcomputer bei gut neuneinhalb Liter.

Die betont sportliche Auslegung des DS4 hat einen weiteren Nachteil: Unebenheiten bekommen die Insassen bisweilen recht deutlich zu spüren. Mit französischer Gelassenheit hat das nicht mehr viel zu tun und könnte man hier auch einen gewissen Widerspruch zu dem sonst eher komfortorientierten Interieur sehen.

Effiziente Diesel

Nicht ganz so straff fühlte sich der 163 PS starke Diesel auf 18-Zoll-Rädern an, der auch hinsichtlich Vortrieb mehr Gelassenheit an den Tag legt. Der Vorwärtsdrang ist aber auch hier beeindruckend: So sorgen die 340 Newtonmeter Drehmoment für einen nur 8,6 Sekunden dauernden Standardsprint, während der Vortrieb bei 212 km/h endet. Der Verbrauch soll bei rund fünf Litern liegen.

Galerie: Erster Test Citroën DS4Citroën bietet für den DS4 noch weniger kräftige Motoren an. So gibt es den 1,6-Liter-Benziner als Basismotorisierung mit 120 und in einer mittelstarken Version mit 155 PS. Als besonders sparsame Diesel-Alternative kann man außerdem einen 112 PS starken 1,6-Liter-Vier-Zylinder bestellen. Dieser Selbstzünder ist als einziges Aggregat auch mit einem selbst schaltenden Getriebe, dem ESG6, kombinierbar.

Diese Motor-Getriebe-Variante verfügt zudem serienmäßig über eine Start-Stopp-Automatik, was für einen Verbrauch von recht bescheidenen 4,4 Liter sorgen soll. Trotz der Luxus- und Fahrspaß-Orientierung des DS4 kann man auf Wunsch auch besonders effizient mit ihm unterwegs sein.

Gehobenes Preisniveau

Sparnaturen könnte der gehobene Kaufpreis des DS4 allerdings etwas ernüchtern. Mit dem 120-PS-Benziner in der Basisausstattung Chic geht die Preisliste erst ab 20.700 Euro los, während die 200 PS starke Top-Motorisierung nur in Kombination mit der höchsten Ausstattung SportChic ab 28.400 Euro zu haben ist. Als SportChic ist der Wagen zwar schon recht üppig ausgestattet, doch gibt es dann immer noch eine Reihe attraktiver Optionen, mit denen sich der Preis locker um weitere 5.000 Euro steigern lässt. Zum Vergleich: Einen VW Golf GTI bekommt man schon für rund 27.000 Euro.

Fazit

Individuell, attraktiv, dynamisch – mit diesen Attributen kann der erfrischend andersartige DS4 beeindrucken. Vor allem optisch und seinem besonders feinen Premium-Ambiente innen setzt sich der Franzose in wohltuender Weise von seinen Mitbewerbern in der Kompaktklasse ab. Allerdings muss der DS4-Kunde ein paar Abstriche bei der Alltagstauglichkeit akzeptieren. Einstieg und Platzangebot im Fond sind angesichts der Fahrzeuggröße zu eng, während die dynamische Auslegung für ein etwas unkomfortables Fahrwerk sorgt. Und auch preislich kann der DS4 nicht ganz mit dem sonst üblichen Niveau in der Kompaktklasse mithalten. Unter rein rationalen Gesichtspunkten kann der DS4 also keine echte Empfehlung sein. Doch zum Glück will ja nicht jeder einen Golf fahren.

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