Cabrio-Special 2011
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Galerie: Erster Test Corvette C6 Cabrio Automatik

Erster Test: Corvette C6 Cabrio Automatik

Vorteilsannahme

10.02.2006

Angenommen, Sie möchten eine Espressomaschine kaufen, aber eine ordentliche. Siebträger also, nicht sowas neumodisch-vollautomatisches. Angenommen, Sie wissen, was dieser Spaß bei den italienischen Herstellern kostet, die sich Namen wie Faema, ECM oder Vibiemme vergolden lassen. Angenommen, da steht dann eine amerikanische Espressomaschine vor Ihnen, mit getrenntem Zweikreisbrühsystem und schwerem Siebträger,  die einen Espresso mit dicker, haselnussbrauner Créma zaubert ... und 50 Prozent weniger kostet als alle anderen?
Dann kommen auch Sie ins Grübeln.

Der Vergleich einer Espressomaschine mit einem Sportwagen scheint weit hergeholt und klingt im vorliegenden Fall schwer nach versteckter Subvention oder Schwarzgeld. Doch er funktioniert - gerade bei einem Auto wie der neuen Corvette. Obwohl die schon seit den 50ern als der einzige echte amerikanische Sportwagen bezeichnet wurde, konnte die "Vette" diesem Anspruch erst in letzter Zeit gegenüber der europäischen Konkurrenz gerecht werden. Um im Bild zu bleiben: Bisher war eine Corvette wie ein Espresso ohne Crema, stark vielleicht, aber ohne Würze.

Nicht nur stark

Mit der C6 genannten Generation wird das nun anders. Motorleistung war noch nie das Problem der Corvette und so stellt auch die Neue überzeugende Leistungsdaten zur Schau: Der  6-Liter V8 Motor liefert rund 400 PS, dabei wird er weder von Turbo- noch Kompressormäzchen aufgeblasen - auch das Stichwort Hochdrehzahlkonzept stößt bei den Ingenieure auf taube Ohren. Amerikaner stehen eben zu "bigger is better".

Denn der Motor Amerikas Sportwagenikone sollte gleichzeitig stark und sparsam werden. Daher verbanden die Ingenieure großen Hubraum (Kraft) mit hoher Kompression (Effizienz).

Wir sind dieser Kombination auf Südfrankreichs Landstrassen auf den Grund gegangen und konnten in der Cabrio-Version mit der neuen 6-Gang Automatik erfahren, was man unter "american way of drive" verstehen kann.

Auf Linie

Galerie: Erster Test Corvette C6 Cabrio AutomatikIn den letzten Generationen hat sich die Corvette äußerlich nur mehr in kleinen Schritten fortentwickelt, die Designer haben nach den Riesensprüngen in den 60er- und 70er-Jahren wohl die Form gefunden, mit der sie zufrieden sind. Zwei Details sind es, die jedoch seit der Stingray für eine Corvette typisch sind: Die runden Heckleuchten und die markant aufragenden vorderen Kotflügel. Die finden sich auch in  der neuesten Version, letztere vor allem aus Fahrerperspektive.

Auch die Proportionen bleiben der Klassik treu: Lange Motorhaube, schmale Taille und ein kurzes, strammes Heck.

Innen nüchtern

Galerie: Erster Test Corvette C6 Cabrio AutomatikIm Innenraum macht sich amerikanische Nüchternheit breit, das Cockpit ist erstaunlich unspektakulär. Doch bis auf die etwas billig geratenen Einfassungen von Mitteltunnel, Lüftungsdüsen und Lenkradapplikationen wirken die Materialien hochwertig.

Wichtiger jedoch als die Innenraumgestaltung ist jedoch das Fahrerlebnis Corvette. Denn der sportliche Zweisitzer hat eine neue 6-Stufen Automatik bekommen, die sich auch mit Schaltpaddeln am Lenkrad manuell steuern lässt. Gewöhnungsbedürftig ist allerdings die Anordnung dieser Wippen: Mit dem Daumen wird rauf- mit den anderen Fingern (hinter dem Lenkrad) heruntergeschaltet. Doch das etwas große Lenkrad liegt gut in der Hand, so dass man sich schnell anpassen kann.

Sanft...

Galerie: Erster Test Corvette C6 Cabrio AutomatikDie automatischen Gangwechsel erfolgen zügig und sanft, so dass es sich prima herumcruisen lässt. Das ist die Paradedisziplin des Amis. Doch die lauernden 400PS taugen nicht nur für die Quartermile, sondern auch für winklige Sträßchen.

Tatsächlich bewegt sich die Corvette C6 überraschend leichtfüßig. Die Lenkung ist ausreichend direkt und lässt einen spielerisch um Serpentinen sausen. Das hohe Drehmoment des Motors steht bereitwillig in jeder Lebenslage zur Verfügung um den Wagen schnell wieder Richtung Gerade zu pfeffern. So gut der Motor anschiebt, so verlässlich verzögern die üppig dimensionierten Bremsen. Sie haben einen deutlichen Druckpunkt und ermöglichen so einen sehr präzisen Fahrstil im Grenzbereich.

...und gierig!

Galerie: Erster Test Corvette C6 Cabrio AutomatikDieser Grenzbereich ist sehr hoch angesiedelt und bei allzu wildem Treiben regelt das ESP nachdrücklich dagegen. Wer sich mehr zutraut kann in der ersten Deaktivierungsstufe die Schlupfregelung lahm legen, so dass man es beim Start auch schon mal rauchen lassen kann. In der zweiten Stufe ist auch die Schleudersicherung weg, was die Vette zu gierigen Drifts beflügelt. Beim Beschleunigen aus der Kurve heraus kündigt sich ein leichtes Übersteuern jedoch höflich an, so dass der geübte Fahrer hat ein ausscherendes Heck schnell parieren kann. Allen anderen sei ein Fahrsicherheitstraining anzuraten. Denn diese Vette ist schnell, sauschnell!

Dieser ganzen Sportlichkeit stehen lediglich die etwas rutschigen Ledersitze im Wege - sie bieten ansonsten tadellosen Seitenhalt.

Fazit

Viel Sport für's Geld bietet die Corvette (nun unter eigenem Markennamen) allemal: 400PS für gut 62.000 Euro sind ein Wort. Die empfehlenswerte Automatik kostet runde 3.500, die offene Automatikversion steht für 74.650 Euro in der Liste. Vergleicht man das mit anderen Sportwagen dieser Leistungsklasse, geht aber auch diese Vette als Schnäppchen durch.

Doch das alles geht noch besser - natürlich. Für nochmals 6.000 Euro bekommt man die Sportversion namens Z-06. Die leistet über 500 PS, rennt weit über Tempo 300 und brüllt auf der Rennstrecke, dass es die reine Freude ist.  Wie sich dieser 80.000 Euro Traum dort fährt, lesen Sie nächste Woche.

Wenn Sie mir sagen möchten, was Sie von der neuen Corvette halten, schreiben Sie mir. Wir können aber auch über Espressomaschinen reden: redaktion@autoscout24.com

 
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