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Galerie: Erster Test Dacia Duster Facelift

Erster Test: Dacia Duster Facelift

Auf Erfolgskurs

14.11.2013

Knapp drei Jahre ist der Dacia Duster nun auf dem Markt und allein in Deutschland haben sich seither über 60.000 Kunden für Renaults Billig-Tochters kleines SUV entschieden. Damit der Absatz keine Delle kriegt, hat der rumänisch-französische Autobauer jetzt den Schminkpinsel geschwungen. Den Bleistift ließ man dagegen liegen: Nachwievor kostet der Duster 10.490 Euro.

Mit nicht einmal elfeinhalbtausend Euro bleibt der Duster das günstigste SUV auf dem deutschen Markt; selbst ein mittlerweile Taiga 4x4 genannter Lada Niva kostet mit 11.250 Euro mehr Geld. Doch aus dem komfort-, qualitäts- und auch sicherheitslosen Lada-Umfeld hat sich Dacia ohnehin längst verabschiedet.

Mit dem jetzt vollzogenen Duster-Facelift - erste Fahrzeuge stehen bereits beim Händler, die offizielle Markteinführung ist im Januar 2014 - wird das praktische und solide SUV auch noch ein wenig hübscher. Vorne gibt es einen Chrom-Kühlergrill, der mit der Sonne um die Wette glitzert, und neu gestaltete Scheinwerfer, am Heck fallen die neuen Rückleuchten auf und eine etwas robustere Dachreling kennzeichnet die neue Seitenansicht; insgesamt alles nur dezente Retuschen.

Billig-Navi

Galerie: Erster Test Dacia Duster FaceliftInnen wartet der - nachwievor mit reichlich hartem, aber gut verarbeiteten Plastik ausgekleidete - Duster dagegen, neben neuer Sitzbezüge und Dekorleisten, mit einem neuen Armaturenbrett und einer überarbeiteten Mittelkonsole mit mehr Ablagen auf, die nun auch Platz bietet für das Online-Touchscreen-Navi, das aus dem Sandero bekannt ist. Für nur 180 Euro bietet Dacia wohl die günstigste Navigationslösung auf dem Markt, an die zwar nicht perfekt ist (zoomen ist beispielsweise nur eingeschränkt möglich), ihren Zweck, ans Ziel zu führen, aber bestens erfüllt.

Schade nur, dass der Bildschirm zu tief in der Mittelkonsole montiert ist. Abgesehen davon, dass er schlichtweg schwer abzulesen ist und so auch die Bedienung erschwert wird, muss der Fahrer den Blick auf jeden Fall von der Straße nehmen, will er die Routenführung sehen. Und das ohne Helferlein wie Spurhalteassistent oder automatische Notbremse, die eine etwaige Unaufmerksamkeit ausgleichen könnten. Einzig Seitenairbags und das ESP sind seit dem Facelift serienmäßig in Sachen Sicherheit an Bord; die hinteren Trommelbremsen blieben dagegen unberührt.

Tempomat und Einparkhilfe

Galerie: Erster Test Dacia Duster FaceliftGegen Aufpreis sind neuerdings ein Tempomat und eine Einparkhilfe, im Paket für die beiden höchsten Ausstattungslinien, erhältlich; eine längsverstellbare Lenksäule gibt es dagegen weder gegen Geld noch gute Wort. Schade, denn für größere Fahrer wird es im Duster recht schnell unbequem; die fehlende Lendenwirbelstütze trägt da zusätzlich ihren Teil dazu bei.

Apropos Ausstattungslinien: Über 50 Prozent der Duster-Kunden entscheiden sich für die höchste Ausstattungslinie Préstige, die abgesehen von Ersatzrad, Metalliclack, Sitzheizung und dem erwähnten Parkhilfe-Tempomat-Paket alles an Bord hat, was Dacia anbietet; unter anderem auch das Navigationssystem, Ledersitze und Deko-Teile in Mattchrom. Packt man dann noch den größten Diesel und Allradantrieb rein, landet man bei 18.490 Euro – viel mehr geht nicht.

Nackte Basis

Galerie: Erster Test Dacia Duster FaceliftWer sich dagegen für das niedrigste der vier Level, Essentiel, entscheidet, bekommt ein ziemlich nacktes Auto geliefert. Nebelscheinwerfer, elektrisch einstellbare Außenspiegel, Metalliclack, Bordcomputer, Höhenverstellung für Lenkrad und Fahrersitz, Klimaanlage, geteilt umklappbare Rückbank - nichts davon kann der Kunde bestellen.

Erhältlich ist das Basismodell ausschließlich in Kombination mit dem bekannten 1,6-Liter-Saugbenziner mit 105 PS und Frontantrieb. Vor dem Facelift war der Vierzylinder der einzige Benziner, jetzt hat Dacia auch noch einen 1,2-Liter-Turbo aus dem Renault-Regal im Angebot.  Der entwickelt 125 PS und 205 Newtonmeter bei 2.000 Umdrehungen. Das klingt nicht schlecht, doch ist der Motor mit dem 1,3 Tonnen schweren Duster ein bisschen überfordert. Nach 10,4 Sekunden ist die 100-km/h-Marke erreicht und maximal ist Tempo 175 drin, das genügt  in den meisten Fällen zwar, doch Überholvorgänge sollte man keinesfalls ohne den Griff zum Schalthebel des Sechsgang-Getriebes planen - was nicht zuletzt den Normverbrauch von sechs Litern in die Höhe treibt.

Sparsame Diesel

Galerie: Erster Test Dacia Duster FaceliftAnders als der optional als 4x4 (und auch mit Flüssiggasantrieb) erhältliche 1.6er, gibt der neue Turbo seine Kraft immer nur an die Vorderräder ab; genauso, wie auch der schwächere von zwei 1,5-Liter-Dieseln. Dessen 90 Selbstzünder-PS sind gut für einen 14,2-Sekunden-Sprint und 156 km/h, den Verbrauch gibt Dacia mit 4,7 Litern an. Nur 0,1 Liter mehr gönnt sich die 110-PS-Version, die mit 12,2 Sekunden beziehungsweise 169 km/h etwas flotter ist als der kleine Bruder. Obwohl die Zahlen für den neuen Turbobenziner sprechen, wirkt der Diesel mit seinen 240 Newtonmeter Drehmoment deutlich souveräner und spritziger und passt, vor allem in Verbindung mit dem Allradantrieb, am besten zum Duster.

Um den Fahrkomfort zu steigern, hat Dacia den Duster etwas besser gedämmt; jetzt ist es im Innenraum ruhiger, vor allem die Diesel machen aber immer noch keinen Hehl aus ihrem Brennverfahren. Nachwievor nicht im Angebot haben die Rumänen ein Automatikgetriebe; stets müssen die je nach Motor fünf oder sechs Gänge von Hand sortiert werden. Und das wird vorerst auch so bleiben, schließlich will man der Mutter Renault mit ihren SUVs Capture und Koleos nicht zu sehr Konkurrenz machen.

 
Fazit

Michael Gebhardt

Mit wenigen optischen Retuschen hat Dacia nach gut drei Jahren den Duster auf Vordermann gebracht, und will ihn damit auf Erfolgskurs halten. Technisch hat sich ein bisschen mehr getan; zum einen gibt es einen neuen, zweiten Benzinmotor, der allerdings mit dem Wagen ein wenig überfordert ist. Zum anderen bieten die Rumänen einen überarbeiteten Innenraum an, der jetzt auch Platz für ein Navigationssystem bietet.

Mit rund 200 Euro ist das Multimediasystem ein Schnäppchen, nur leider ist es viel zu tief platziert und nur schlecht ablesbar. Und es ist nicht der einzige Punkt, über den man sich beim neuen Duster zumindest wundern darf. So bietet Dacia nach dem Facelift zwar optional ein reines Komfortextra wie den Tempomaten an, verzichtet aber weiterhin auf eine längsverstellbare Lenksäule, die nicht einmal gegen Geld zu haben ist. Für die nächste Überarbeitung oder die Neuauflage sollte sich die Renault-Tochter solche Basiscs ins Lastenheft schreiben.
 
 

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