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Galerie: Erster Test Dodge Caliber

Erster Test: Dodge Caliber

Widder-sehen macht Freude

09.05.2006

Der Widder kommt über den großen Teich. Dodge, die Marke mit dem gehörnten Bock im Emblem, will mit dem neuen Caliber nun auch Europa erobern. Die Chrysler-Tochter hat sich hohe Ziele gesteckt. Deutschland soll, wenn die Wünsche der Marketing-Experten in Erfüllung gehen, zum Dodgeland werden. Mit dem maskulinen Kompakt-Modell sind die Amis tatsächlich gut gerüstet.

Die Zeit metrosexueller Schönlinge ist vorbei. Frauen wollen wieder echte Männer. Diesem Trend folgt auch Dodge und hat den 4,42 Meter langen Caliber bewusst männlich gestaltet. Ecken und Kanten zeichnen den neuen, bulligen Amerikaner in der Golf-Klasse aus. Nichts Weichgespültes mehr, ein echter Kerl eben.

Maskuline SUV-Optik

Galerie: Erster Test Dodge CaliberDer markentypische, große Kühlergrill im Fadenkreuz-Design, wuchtige Radhäuser und große Klarglasscheinwerfer bestimmen die Front. Passend zur SUV-Optik rollt er serienmäßig auf 17-Zoll-Rädern. Am Heck wird die markante Optik durch einen auffälligen Heckspoiler und aus der Karosserie tretende, dreidimensionale Rückleuchten betont.

Mit diesem Auftritt will der Dodge den glatten Beckhams der Autowelt das fürchten Lehren. Doch der Dreitagebart-Look allein reicht nicht. Auf engen Serpentinen und schlechtem ibizenkischen Asphalt musste der Widder zeigen, was er kann.

Straff aber indirekt

Galerie: Erster Test Dodge CaliberGar nicht amerikanisch mutet das Fahrwerk an, das deutlich straffer ausfällt als erwartet. Zugeständnisse an den Heimatmarkt hat man allerdings bei der etwas indirekten Lenkung gemacht.

Stürmisch und kraftvoll geht’s unter der Haube zu. Der Hersteller hat den Widder gut gefüttert, von Beginn an stehen drei kräftige Motoren zur Wahl. Stark und sparsam ist der bei VW eingekaufte Selbstzünder. Im Schnitt verbraucht er nur 6,1 Liter Diesel.

Ungezügelte Kraft

Das 2,0-Liter-Aggregat leistet 140 PS und stemmt bei 2.500 Umdrehungen 310 Newtonmeter auf die Vorderräder. Unangenehm spürbar wird das enorme Drehmoment beim schnellen Gasgeben. Dann zerrt es heftig an der Lenkung. Hier wäre ein Allradantrieb wünschenswert. Vorteil: Nur bei diesem Motor ist ESP jetzt schon serienmäßig, die beiden Benziner erhalten es erst ab August.

Weiß man aber, wie man mit dem Macho umgehen muss, macht der kultiviert laufende Diesel jede Menge Spaß. Wer die sechs verfügbaren Gänge regelmäßig wechselt, wird auch von dem kleinen Turboloch unterhalb von 2.000 Touren nichts spüren. Schade nur, dass der Partikelfilter 750 Euro Aufpreis kostet

Vorsicht, keine Stufe

Galerie: Erster Test Dodge Caliber60 Prozent der deutschen Käufer sollen sich für den Diesel entscheiden. Daneben bietet Dodge noch zwei Benzin-Varianten an. Der 1,8-Liter-Einstiegsmotor leistet 150 PS und ist mit einem manuellen Fünfganggetriebe erhältlich. Der nur gering stärkere 2,0-Liter-Benziner (156 PS) ist dagegen ausschließlich mit dem stufenlosen Automatikgetriebe CVT lieferbar.

Die Vorteile liegen auf der Hand, das CVT-Getriebe ist leichter und wartungsärmer. Da der Motor stets im optimalen Drehzahlbereich läuft, soll eine Kraftstoffeinsparung gegenüber herkömmlichen Automaten um bis zu acht Prozent erreicht werden (8,1 Liter Normalbenzin im Durchschnitt).

Allerdings raubt das Getriebe dem Caliber etwas von seinem Temperament und macht aus dem rauen Kerl einen braven Schwiegersohn. Dabei will der Dodge doch alles sein, nur nicht zahm. Überhaupt nicht zahm soll der 2007 folgende 2,4-Liter Benziner mit 304 PS im SRT4 sein. Für Ende 2006 steht bereits eine abgespeckte Version des Aggregats mit 174 PS an.

Dominierendes Plastik

Galerie: Erster Test Dodge CaliberBleibt die Frage, was sich hinter der harten Schale verbirgt. Im Innenraum wurde vor allem an den Materialien gespart. Billig anmutendes Plastik dominiert. Überzeugend ist dagegen das Platzangebot auf allen Plätzen. Hier kann sich die Konkurrenz aus Wolfsburg verstecken. Auch der Kofferraum bietet mit standardmäßig 524 Liter Volumen viel Platz für Gepäck.

Die Gestaltung des übersichtlichen Interieurs lässt kaum Kritik zu. Die Instrumente sind gut ablesbar, alle Schalter einfach zu erreichen. Nur die Ablagefächer in den Türen dürften größer ausfallen. Vor allem auf originelle Details haben die Entwickler wert gelegt.

Eisgekühlt

In der Mittelkonsole befindet sich eine Halterung für den Apple iPod. Das große Handschuhfach ist dreigeteilt und bietet eine so genannte Chill-Zone-Box, also ein gekühltes Fach für bis zu vier 0,5-Liter-Flaschen.

Galerie: Erster Test Dodge CaliberIn Deutschland eher seltener zu sehen werden die in der Heckklappe integrierten, ausklappbaren Lautsprecher sein. Praktisch sind sie allemal, hat man doch bei der Grillparty am Strand perfekten Sound. Und geht das Lagerfeuer aus, stellt der Caliber eine tragbare, wiederaufladbare Taschenlampe zur Verfügung.

Wenig Geld für viel PS

Ein echter Traumtyp also? Diese sind meistens ja unerreichbar, der Dodge hingegen ist absolut erschwinglich. Der 1,8-Liter-Benziner startet bei 14.990 Euro. Ab 18.000 Euro ist das 2,0-Liter-Aggregat zu haben, der Diesel steht mit 18.590 Euro (inklusive Klimaanlage) in der Preisliste.

Die beiden letzteren bringen dafür schon die hochwertigere Ausstattungslinie SE mit, die zusätzlich über die klappbare und in der Neigung verstellbare Rückbank und einen vorklappbaren Beifahrersitz verfügt.

Optional sind diese beiden Aggregate auch in der Variante SXT erhältlich. Zu Preisen ab 21.850 Euro (Benziner) beziehungsweise 21.550 Euro (Diesel) sind dann unter anderem Tempomat, manuelle Klimaanlage (beim Benziner) und Nebelscheinwerfer an Bord.

Fazit

Ob der Widder den deutschen Markt erobern kann, entscheiden die Käufer. Die Startvoraussetzungen sind jedoch bestens. Mit dem Caliber bietet Dodge ein praktisches und vor allem günstiges Fahrzeug an. Im Vergleich zur deutschen Konkurrenz spart man bis zu 20 Prozent. Und mehr PS pro Euro gibt es in dieser Fahrzeugklasse nicht. Dafür nimmt man dann auch die kleinen Einsparungen im Innenraum gerne in Kauf. Vor allem der starke Diesel ist empfehlenswert.

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