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Galerie: Erster Test Dodge Journey

Erster Test: Dodge Journey

Nichts für Spießer

14.05.2008

Vor über einem halben Jahr, im vergangenen Herbst, debütierte auf der IAA in Frankfurt der Dodge Journey. Jetzt, ab Ende Juni 2008 rollt der geräumige Van zu den Händlern, und bietet eine handliche Alternative zum bereits erhältlichen Chrysler Grand Voyager. Das markante Dodge-Design und viel Stauraum sollen vor allem junge Väter überzeugen, denen ein Van eigentlich viel zu konservativ ist.

Früher gab es bei Chrysler einen Voyager und einen Grand Voyager. Letzteren gibt es immer noch, seit kurzem sogar in einer Neuauflage. Den Voyager allerdings hat man der Konzerntochter Dodge überlassen, die nun unter dem Namen Journey einen geräumigen Van auf den Markt bringt. Allerdings teilen sich der ehemalige Chrysler und neue Dodge nur die Zielgruppe, denn der Journey ist ein komplett eigenständiges Fahrzeug auf Basis des Dodge Avenger und Chrysler Sebring, das nichts mit dem „Vorgänger“ zu tun hat.

Keine Schiebetüren mehr

Galerie: Erster Test Dodge JourneyDie Unterschiede fangen schon beim Einsteigen an: Die Zeit der Schiebetüren ist passé, den Journey betritt man über herkömmliche Porten. Die Fondtüren öffnen dafür fast im rechten Winkel, was den Zugang erheblich erleichtert - auch zu der separat erhältlichen dritten Sitzreihe. Mit einem Handgriff lassen sich zudem die Sessel der zweiten Reihe umlegen und nach vorne schieben, so dass ein geräumiger Durchgang nach „ganz hinten“ entsteht. Wie bei den meisten Siebensitzern sollten allerdings auch im 4,88 Meter langen Journey dort nur kleinere Passagiere respektive Kinder Platz nehmen - zumindest auf längeren Strecken. Praktisch: Die drei Reihen sind nach hinten ansteigend angeordnet, damit alle Passagiere gute Aussicht haben.

Die Stärken des Journey sind schnell ausgemacht: Stauraum und Flexibilität. Kaum eine Nische, die die Ingenieure nicht nutzten, um ein weiteres Fach für Kleinkram oder Colaflaschen zu schaffen. So lassen sich in der zweiten Reihe die Sitzflächen anheben, um darunter zum Beispiel Landkarten zu verstauen. Noch besser: Die Hinterbänkler stellen ihre Füße auf einem doppelten Boden ab, in dem - auf jeder Seite - ein Dutzend Getränkedosen verschwinden kann. Sitzen in der zweiten Reihe nur zwei Personen, dient die heruntergeklappte Lehne des mittleren Platzes als Ablagefläche oder Armlehne.

Zahlreiche Möglichkeiten

Galerie: Erster Test Dodge JourneyDie beiden Sitze der dritten Reihe lassen sich ebenerdig wegklappen, im Kofferraumboden dahinter befindet sich noch ein Staufach. Per Seilzug lässt sich die geteilte Rückbank einfach aufrichten, für mehr Komfort ist die Lehne in der Neigung justierbar. Lange Rede, kurzer Sinn: Der Journey passt sich individuellen Ansprüchen perfekt an. Und er eignet sich sogar als Kleintransporter: Klappt man alle Sitze bis zur ersten Reihe weg, schluckt der Dodge 2.296 Liter.

Alles schön gut, doch was nützt die ganze Flexibilität, wenn die Qualität nicht stimmt. Das dachten sich auch die Ingenieure und haben ordentlich zugelegt: Das oft zu Recht kritisierte Hartplastik im Innenraum wich unterschäumten Kunststoffen, die Verarbeitungsqualität wurde erhöht, lose Kabel und wackelnde Teile minimiert. Ganz und gar nicht minimiert ist dagegen die Zahl der Schalter und Knöpfe auf der Mittelkonsole. Vor allem das Entertainment-System erfordert ein wenig Einarbeitung, bis jeder Griff sitzt.

Apropos Entertainment: Für die Passagiere auf der Rückbank gibt es aus der Decke ausklappbare Bildschirme zum DVD gucken oder für Videospiele. Und damit der Fahrer seine Gäste im Blick hat, haben die Techniker über dem Rückspiegel einen zweiten Spiegel angebracht, der ihm den gesamten Fond zeigt.

Für wilde Väter

Galerie: Erster Test Dodge JourneyÄußerlich zeigt sich der Journey markant eckig, wie es die Marke Dodge eben sein will. Mit dem maskulinen Design wollen die Amerikaner all die wilden Kerle ansprechen, die - warum auch immer - jetzt plötzlich Kinder haben, denen ein herkömmlicher Van aber viel zu spießig ist. So blickt der Journey mit seinen großen, kastenförmigen Scheinwerfern und einem breiten Kühlergrill selbstbewusst nach vorne. Das Heck dominieren die hoch stehenden Rückleuchten, ein kleiner Dachkantenspoiler bringt einen Hauch Sportlichkeit.

Die Frage nach dem passenden Motor ist schnell beantwortet: der Diesel. Zwar bietet Dodge der Vollständigkeit halber einen 2,4-Liter-Benziner mit 170 PS an, doch rechnen selbst die Marketingexperten nur mit einem verschwindend geringen Verkaufsanteil. So kommt es, dass der Ottomotor auch ausschließlich mit einem manuellen Fünfgang-Getriebe verkauft wird. Besser man greift also zum Zwei-Liter-Diesel, den Dodge bei VW einkauft. Das aus verschiedensten Modellen bekannte Aggregat leistet 140 PS und entwickelt 310 Newtonmeter zwischen 1.750 und 2.500 Umdrehungen.

Nicht zu überhören

Galerie: Erster Test Dodge JourneyEin Leisetreter ist der Vierzylinder nicht, schließlich arbeitet er noch nach dem bauartbedingt lauten Pumpe-Düse-Verfahren. Hinzu kommt das deutlich hörbare Pfeifen des Turboladers, wenn er dem Motor richtig Druck macht. Als Gegenleistung schiebt der Diesel den 1,7 Tonnen schweren Journey kräftig an, vor allem in Verbindung mit dem optional erhältlichen Doppelkupplungsgetriebe. Das übrigens kaufen die Amerikaner nicht von VW, sondern setzen auf ein schnelles und harmonisch schaltendes Getrag-System mit sechs Gängen.

Schon allein aufgrund des hohen Schwerpunkts wird wohl kein Fahrer auf die Idee kommen, den Journey zur ambitionierten Kurvenhatz zu bitten. Dementsprechend ist auch das Fahrwerk auf Komfort getrimmt, für flotte Richtungswechsel ist die Feder-Dämpfer-Abstimmung ein wenig zu weich. Im Alltag dagegen wird man sich darüber freuen, dass der Dodge Unebenheiten bravourös ausbügelt. Erfreulich direkt arbeitet die Lenkung, die dem Fahrer exakte Rückmeldung und guten Kontakt zur Straße vermittelt

Viel Serie

Galerie: Erster Test Dodge JourneyWährend der Benziner nur in der Basisversion erhältlich ist (ab 23.890 Euro), bietet Dodge für den Diesel drei Ausstattungslinien an, beginnend bei 25.790 Euro. Die Einstiegslinie SE ist mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe bestückt und bringt elektrische Fensterheber, Klimaanlage, Radio mit sechsfachem CD-Wechsler, 16-Zoll-Stahl-Räder und einen Dieselpartikelfilter mit. Bei der mittleren SXT-Linie haben die Kunden die Wahl zwischen dem manuellen Getriebe und der Automatik, der Preis liegt bei 28.790 beziehungsweise 30.590 Euro.

Und schließlich, für 34.590 Euro, lässt die R/T-Version kaum einen Wunsch offen. Sie ist ab Werk mit dem DSG-Getriebe ausgestattet und verfügt weiter über Tempomat, LED-Innenlichter, Nebelscheinwerfer, Bordcomputer, Teil-Lederausstattung, ein Schiebedach und 19-Zoll-Aluräder. Aber Achtung: Die dritte Sitzreihe sowie das Navigationssystem sind nur für die beiden höherwertigen Ausstattungen lieferbar.

Fazit

Klarer Fall, der Journey ist die handliche Alternative zum über fünf Meter großen Grand Voyager. Wenngleich der Dodge nicht ganz so viele Spielereien und Annehmlichkeiten bereithält, wie sein großer Bruder, überzeugt er doch durch viel Stauraum und hohe Flexibilität. Vor allem Familien mit Kindern werden sich über die zahlreichen Ablagen und Staufächer freuen, in denen allerhand Kleinkram verschwindet. Und für den fahrenden Vater bietet der bei VW eingekaufte Diesel ausreichend Fahrspaß bei guten Verbrauchswerten.

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