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Erster Test: Erstkontakt: Kia Stonic

Erster Test: Erstkontakt: Kia Stonic

Darf’s ein bisschen weniger sein

21.09.2017

Wer dachte, die SUV-Welle ebbt bald ab, der hat sich getäuscht. Die Nachfrage nach den Hochbeinern ist unverändert groß, und auch das Dreckschleuder-Image schadet den Verkaufszahlen nicht. Allerdings verschieben sich innerhalb des Segmentes die Vorlieben. Waren es früher die großen Kraxler, denen die Gunst der Käufer zuflog, so stehen inzwischen eher kleinere Vertreter im Fokus. B-SUV nennt die Industrie diese Nische, die mit dem Kia Stonic nun neuen Zuwachs bekommt.

Auf wen es Kia mit dem Stonic abgesehen hat, ist klar: Renault Captur, Peugeot 2008 oder Opel Crossland X heißen die Kandidaten, die sich den B-SUV-Kuchen zukünftig mit den Koreanern teilen sollen. Groß genug ist die Torte, allein in Deutschland sollen schon bald mehr als 200.000 Einheiten in diesem Segment verkauft werden. Kein Wunder, dass da auch Kias Schwestermarke Hyundai mit dem Kona gleich mit zuschlagen will. Der allerdings fährt mit Allrad vor, Kia dagegen setzt ausschließlich auf Frontantrieb. Wirklich vermissen dürfte die 4x4-Technik zwischen Kindergarten, Supermarkt und Oma aber kaum jemand.

Die Optik macht’s

Erster Test Erstkontakt: Kia StonicWenn kein Allrad-Antrieb an Bord ist, was macht den Stonic dann zum SUV? Es ist vor allem die bullige Optik, die den 4,14 Meter langen Kia vom etwas kürzeren Kleinwagen Rio unterscheidet. Ausgeprägte Radhäuser, ein paar Plasteplanken, ein angedeuteter Unterfahrschutz und die markante Dachreling lassen den Stonic deutlich bulliger, kräftiger auftreten. Die Kunden schätzen diese Optik, vermittelt sie doch zumindest gefühlte Sicherheit. Und außerdem sitzt man in einem SUV ja so schön hoch.

Letzteres trifft auf den Stonic allerdings nur bedingt zu. Zwar misst die Karosserie in der Höhe sieben Zentimeter mehr als beim Rio, und Fahrer und Beifahrer sitzen gut vier Zentimeter weiter von der Straße entfernt – gefühlt ist es allerdings deutlich weniger. Das Platzangebot selbst ist mit dem des Rios identisch, heißt: Vorne geht es recht komfortabel zu, hinten wird es ziemlich eng. Nur nach oben ist im Fond etwas mehr Luft. Und es gehen ein paar Extra-Liter in den Kofferraum; hinter der hohen Ladekante verschwinden 352 Liter. Klappt man die Rückbank um, entsteht mit nur einem Handgriff ein ebener Ladeboden und der Kia nimmt bis zu 1.155 Liter auf.

Mehr Individualität

Erster Test Erstkontakt: Kia StonicWas den Stonic noch auszeichnet: Er ist das Kia-Modell mit den bislang meisten Individualisierungsmöglichkeiten. Neben zahlreichen knalligen Farben und der Möglichkeit einer Zwei-Ton-Lackierung lässt sich auch der Innenraum mit buntem Dekor aufhübschen. Das ist gut, denn ansonsten übernimmt der Stonic das zwar funktionale, aber doch etwas langweilige Cockpit aus dem Rio – und übrigens auch das viele Hartplastik. Immerhin: Mit Sitz- und Lenkradheizung kommt im Stonic selbst im kalten Winter Wohlfühlambiente auf.

Wenig Individualität gibt es beim Antrieb: Vier bekannte Aggregate stehen zum Marktstart im September 2017 in der Preisliste; eines davon, der 110-PS-Diesel, dürfte allerdings keine große Rolle spielen. Bleiben drei Otto-Motoren: Ganz oben rangiert der auch in vielen anderen Kia- und Hyundai-Modellen eingesetzte Dreizylinder-Turbo, der 120 PS entwickelt und mit 172 Newtonmeter Drehmoment für den größtmöglichen Fahrspaß sorgt. In Zahlen: 10,3 Sekunden dauert es, bis das rund 1,2 Tonnen schwere SUV auf Tempo 100 kommt, maximal läuft der Stonic 185 km/h.

Es muss nicht immer Turbo sein

Erster Test Erstkontakt: Kia StonicAnders als die meisten Hersteller, setzte Kia auch weiterhin auf Saugmotoren. Unterhalb des aufgeladenen Einliter rangieren zwei freiatmende Vierzylinder, die 84 PS (1.2 ) oder 99 PS (1.4) zur Verfügung stellen. Vor allem letzterer ist keine schlechte Wahl und erfreut mit seiner bauartbedingten, direkten Gasannahme. Dass es 4.000 Touren braucht, bis seine 133 Newtonmeter voll zupacken, und er den Standardsprint nicht unter 12,6 Sekunden absolviert, ist das eine. Dass er gefühlt deutlich agiler ist, das andere. Eine Leisetreter ist der Sauger allerdings nicht, und wirklich sparsam geht er mit dem Treibstoff auch nicht um. Mindestens 5,5 Liter rauschen pro 100 Kilometer durch die Benzinleitung; jedoch dürfte der Praxisaufschlag geringer ausfallen als beim Turbo.

Da er sich den Unterbau mit dem Rio teilt, gibt’s in Sachen Fahrverhalten keine Überraschungen. Die Lenkung arbeitet ausreichend präzise, der Schalthebel flutscht knackig durch die fünf oder sechs Gänge, das Fahrwerk ist ausgewogen. Wer will, kann mit dem Stonic auch mal flott ums Eck, ohne dass gleich das ESP-Lämpchen aufgeregt flackert.

Etwas teurer

Preislich startet der Stonic als 1.2er bei 15.790 Euro – der Rio ist mit dem gleichen Motor bereits ab 11.690 Euro zu haben. Mit weniger Ausstattung: Unter anderem sind bei jedem Stonic eine Klimaanlage und ein 7-Zoll-Touchscreen an Bord. Außerdem lassen sich Smartphones schon in der Basisversion problemlos per Android Auto und Apple CarPlay anbinden. Die bis zu 900 Euro für das fest verbaute Navigationssystem kann man sich dadurch eigentlich sparen  – und vielleicht in das 1.190 Euro teure Assistenz-Paket investieren. Damit halten ein Notbremsassistent, Tempomat, Fernlichtassistent und ein Spurverlassenswarner Einzug.  

Fazit

Ob man ein SUV braucht oder nicht, steht schon lange nicht mehr zu Debatte. Fakt ist: Immer mehr Kunden wollen eins haben, und die Hersteller reagieren darauf. Mit der neuen Generation der B-Segment-SUV halten Hochsitze Einzug, die kaum mehr Platz wegnehmen als klassische Kleinwagen –  allerdings bieten sie auch kaum mehr Vorteile. Wer statt zum Rio zukünftig zum Kia Stonic greift, wird dies also in der Regel vor allem aus einem Grund tun: Der SUV-Optik wegen.

 
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