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Galerie: Erster Test Fiat 500 Facelift

Erster Test: Fiat 500 Facelift

Kleines Auto, kleines Facelift

10.07.2015

Seit nunmehr 58 Jahren behauptet sich die kleine italienische Knutschkugel, der Fiat 500, am Automarkt. Dank seines Kultstatus ist er heute nicht mehr von den Straßen wegzudenken. Die letzte Neuauflage von 2007 eroberte die Herzen der Fans wie im Sturm: 1,5 Millionen Einheiten wurden seit dem Start schon verkauft. Heute, acht Jahre später, präsentiert uns Fiat die überarbeitete Generation, dort wo am 04. Juni 1957 alles begann – im Turiner Stadtteil Lingotto.

Der Fiat 500 und auch sein offendachiger Bruder 500C sind, zugegeben, optisch ohne Frage sehr gefällig. Sie strahlen Ruhe und Gelassenheit aus und zaubern jedem noch so schlechtgelaunten Straßenverkehrsteilnehmer ein Lächeln ins Gesicht.

Wenig Temperament

Als Fahrer hingegen kommt das Grinsen nicht sofort; zumindest wenn man wie wir bei unserer ersten Testrunde auf den 1,2-Liter-Basisbenziner setzt. Der entwickelt 69 PS und ein maximales Drehmoment von 102 Newtonmetern – allerdings erst bei hohen 3.000 Umdrehungen. Hier fehlt leider eindeutig das italienische Temperament, auf das wir uns doch schon so gefreut hatten.

Galerie: Erster Test Fiat 500 FaceliftSchon auf den ersten Meter unserer Fahrt wird uns deutlich: Wer in die Puschen kommen will, muss die Gänge weit ausdrehen und häufig zum Schalthebel des etwas hakeligen Fünfganggetriebes greifen. Und selbst bei 20 km/h im zweiten Gang will der Kleine nicht wirklich durchstarten. Dem ständigen Runterschalten und vollem Ausfahren der Gänge ist es geschuldet, dass sich der Verbrauch in der Stadt schnell der Acht-Liter-Marke nähert. Bei Strecken mit vielen Steigungen ging der Verbrauch sogar in den zweistelligen Bereich.

Wer es zügiger will, hat immerhin zwei Alternativen zur Wahl: Die beiden Twinair-Ottomotoren mit zwei Zylindern und 85 respektive 105 PS bewegen den Fiat, begleitet von ihrem typischen Knatter-Sound, flotter und sind gleichzeitig auch noch sparsamer. Alle Motoren erfüllen mit dem Facelift übrigens die Euro-6-Norm - mehr hat sich an der Antriebstechnik aber nicht geändert.

Tolle Top-Ausstattung

Galerie: Erster Test Fiat 500 FaceliftAusstattungsseitig stehen uns leider nur die Lounge-Modelle, Fiats Topausstattung, zur Verfügung; die günstigere Varianten Pop und Star will man uns nicht zeigen – ob das Gründe hat?  In der Top-Version allerdings wirkt alles ausreichend hochwertig und gut verarbeitet. Und nur in dieser Version ist der Fahrersitz höhenverstellbar.

Daumen hoch auch für die Rückbank: Im Fondbereich ist man dem Himmel zwar ein deutliches Stück näher, aber Platz war, zumindest für kürzere Strecken, reichlich vorhanden.

So viel und doch so wenig

Beim Facelift des neuen Fiat 500 sind laut Herstellerangaben vierzig Prozent geändert worden. Doch wer denkt, dass sich der kleine Italiener deutlich verändert haben müsste, der irrt. Vierzig Prozent können doch ziemlich wenig sein; so wenig, dass wir sehr genau hinsehen mussten, um die Veränderung wahrzunehmen.

Von vorne ist der Fiat so geblieben wie wir ihn kennen: Das typisch niedliche Gesicht mit dem Schnurrbärtchen und dem in der Ausstattungsversion Lounge zusätzlichen Dreitagebart aus Chromelementen trauten sich die Designer nicht anzufassen.

Galerie: Erster Test Fiat 500 FaceliftAm Heck hat sich ein bisschen mehr getan. So sind die Nebelrückleuchten und Rückfahrscheinwerfer jetzt in einer Mulde im Stoßfänger platzier, eingelassen in einer je nach Ausstattungsvariante schwarz oder in Chrom gehaltenen Leiste. Hinzu kommt das neue Rückleuchtendesign: Der Lampenkörper ist als offenes Trapez aufgebaut, in dessen Mitte die Karosseriefarbe aufblitzt.

500 individuell

Galerie: Erster Test Fiat 500 FaceliftZu den bekannten Lackfarben gesellen sich ab sofort die neuen Töne Corallo-Rot und Opera-Bordeaux. Und dank der Personalisierungstechnik „Second Skin“ kann bald noch mehr Individualität und Farbe auf die Straße gebracht werden. So lässt sich mit Hilfe einer aufgeklebten, zweiten Haut  ein Bicolor-Effekt realisieren, beispielsweise mit der Variante Comics in rot-schwarz oder gelb-schwarz. Zur Wahl stehen außerdem die Themen Lord (klassisches Karo-Muster), Navy (frische Streifenmuster im maritimen Stil) und Camouflage (von der Haute-Couture inspirierte Tarnfarben). Diese Varianten decken Dach, Dachsäulen und den oberen Bereich der Karosserie sowie in der Variante Comics auch die Motorhaube ab.

  • Technische Daten und Preis

Zweitüriger, kleiner viersitziger

Länge: 3,57 Meter, Breite: 1,63 Meter, Höhe: 1,49 Meter

Radstand: 2,30 Meter

Kofferraum: 185 Liter

1,2-Liter-Benzinmotor:

Vierzylinder, Fünfgang-Schaltgetriebe

51 kW/69 PS,

maximales Drehmoment: 102 Nm bei 3.00 U/min,

0-100 km/h: 12,9 s, Vmax: 160 km/h,

Durchschnittsverbrauch: 4,9 Liter/100 Kilometer,

CO2-Ausstoß: 115 g/km,

Abgasnorm: Euro 6, Effizienzklasse: D,

Preis:

Basisausstattung Pop ab: 12.250 Euro

Ausstattung Lounge ab 17.150 Euro

 
Fazit

Jan Menno Schmidt

Um jeden Preis auffallen könnte man meinen – das finden wir gut!
Der geschlossene Fiat 500 und auch der offene 500C ist ein Stadtauto durch und durch. Er ist klein, wendig und passt in so gut wie jede Parklücke. Mit seinem Einstiegspreis von 12.250 Euro in der günstigsten Ausstattungslinie, ist er allerdings auch alles andere als ein Schnäppchen; ein bisschen viel Geld, für wenig Auto – der Kultstatus kostet eben extra.
Wer sich dennoch für den Mini-Italiener entscheiden mag, sollte unbedingt noch ein bisschen tiefer in die Tasche greifen und sich für die 85 PS starke Motorisierung entscheiden. Schließlich gehört zum Dolce Vita ja auch ein wenig Fahrspaß. Und wer ganz sparsam unterwegs sein will, muss bis zum Ende des Jahres warten, dann kommt ein Dieselmotor.
 
 

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