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Galerie: Erster Test Fiat 500

Erster Test: Fiat 500

Ach, ist der süß

31.10.2007

Die Reaktion ist immer die gleiche, nur die Wortwahl schwankt zwischen süß, niedlich und putzig. Die Rede ist vom Fiat 500, der noch vor seiner Markteinführung in Deutschland die Herzen der Autofahrer erobert hat. Jetzt endlich steht er beim Händler und muss beweisen, ob er zum selben Kassenschlager wird wie sein knuffiger Vorgänger aus den Sechzigern.

Besser könnte ein Auto nicht in das Kindchen-Schema passen: Mit seinen kleinen Kulleraugen, dem quasi nicht vorhandenen Kühlergrill und den kurzen Überhängen wirkt der Fiat 500 sogar noch weniger erwachsen als der Mini. Letzterer musste in den vergangenen Jahren den Retro-Kuchen mit niemand teilen, doch damit soll jetzt Schluss sein.

Kein Zufall, dass der Fiat 500 genau fünfzig Jahre nach seinem Vorfahren das Licht der Welt erblickt hat. Schließlich soll der „Cinquecento“ in die großen Fußstapfen des einstigen italienischen Exportschlagers treten: Über 3,4 Millionen Mal rollte der Urahn zwischen 1957 und 1976 vom Band in Turin.

Das Lebensgefühl der 60er

Galerie: Erster Test Fiat 500Mit dem neuen 500er will Fiat das Lebensgefühl der Sechziger Jahre wieder aufleben lassen, gekonnt haben die Designer die damalige Optik in die Neuzeit transportiert. Und an heutige Ansprüche angepasst: Hat sich früher die ganze Familie auf nur 2,97 Meter Länge zusammen gequetscht, bietet der neue immerhin 3,55 Meter Platz. Während man jedoch mit dem alten seinerzeit ohne große Beschwerden zu viert nach Rimini gefahren ist, fühlt man sich heute im neuen Fiat 500 auf der Rückbank doch ein wenig eingeengt - so ändern sich die Ansprüche.

Wer mit dem Fiat verreisen will, sollte sich dennoch ein wenig einschränken. Die großen Überseekoffer passen nur schwer in das Gepäckabteil. Standardmäßig schluckt der Italiener 185 Liter, durch umlegen der Rückbank lässt sich das Volumen des Zweitürers auf 610 Liter erweitern - für den Urlaub zu zweit ebenso ausreichend wie für den Wocheneinkauf.

Hochwertige Materialien

Galerie: Erster Test Fiat 500Deutlich zugelegt hat die Turiner Knutschkugel beim Qualitätsanspruch. Vorbildlich sind die hochwertigen Kunststoffe verbaut, nichts quietscht, alles fasst sich angenehm an. Vor allem die bunte Kunststoffverkleidung, die sich über die gesamte Breite des Armaturenbretts erstreckt, wirkt edel und verspielt zugleich. Hinter dem dick mit Leder eingepackten, höhenverstellbaren Lenkrad thront die Kombination aus Tacho und Drehzahlmesser nebst Bordcomputer. Beleuchtet sind die Instrumente sowie Radio und Klimaanlage in der Mittelkonsole im klassischen Fiat-Orange.

Galerie: Erster Test Fiat 500Auf den kleinen, aber nicht unbequemen Sesseln hat man schnell die richtige Sitzposition gefunden, elektrisch lassen sich die Außenspiegel in Position bringen. Manko: Die Kopfstützen sind zum einen extrem hart, zum anderen lassen sie sich für große Fahrer nicht ausreichend weit rausziehen. Dafür ist die Zeit der Kurbelfenster endgültig passé, schon in der Basisversion „Pop“ genießt man den Luxus elektrischer Fensterheber.

Bedenkt man, wie spartanisch der damalige Fiat 500 ausgestattet war, erscheint der Neue wie purer Luxus: Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, elektronische Servolenkung, geteilt umklappbare Rückbank und ein MP3-fähiges CD-Radio gehören zur Serienausstattung. Die beiden besseren Versionen „Sport“ oder „Lounge“ warten sogar mit Extras wie Klimaanlage, Nebelscheinwerfer, höhenverstellbaren Fahrersitz und Glasdach auf.

Kleine Motorenauswahl

Galerie: Erster Test Fiat 500Die Motorenpalette scheint bei einem solchen Auto fast ein wenig nebensächlich, ist klein aber durchaus ansprechend. Basis ist ein 69 PS starker 1,2-Liter-Vierzylinder. 102 Newtonmeter reichen aus, um den nur 940 Kilogramm schweren 500 in 12,9 Sekunden auf Tempo 100 zu bewegen - was in seinem natürlichen Umfeld, der Großstadt, nur selten passieren wird.

Ausgestattet mit dem stärkeren 1.4er stehen dem Fahrer mehr als ausreichende 100 PS zur Verfügung, allerdings überschreitet der Fiat damit auch die 1.000-Kilogramm-Grenze um fünf Kilogramm. Gleichmäßig entfaltet der Vierzylinder seine Kraft, ein gut abgestimmtes Sechsgang-Getriebe leitet sie an die Vorderräder. Fiat hat beim 500 auf die sonst sehr kurze Auslegung des ersten Gang - meist durch ein lautes Hochdrehen des Motors hörbar - verzichtet, die Abstimmung wirkt harmonischer.

Sparsame Aggregate

Galerie: Erster Test Fiat 500Daneben ist noch ein 1,3 Liter großer Selbstzünder im Programm, der eine Leistung von 55 PS sowie 145 Newtonmeter entwickelt. Naturgemäß ist er die sparsamste Kraftquelle, auf einhundert Kilometer soll er gerade mal 4,2 Liter Diesel verbrennen. Die beiden Benziner konsumieren laut Datenblatt 5,1 beziehungsweise 6,3 Liter Treibstoff.

Das ohnehin ausreichend straffe Fahrwerk lässt sich in den Versionen "Sport" und "Lounge" per Sport-Taste noch einen Tick härter einstellen, auch die Gasannahme erfolgt dann direkter. Ob diese Spielerei im Stadtverkehr nötig ist, sei dahin gestellt. Schon die Grundabstimmung überzeugt durch Fahrdynamik und Komfort. Selbst jenseits des Ortsschilds schlägt sich der kleine Italiener wacker, meistert sowohl Kurven als auch längere Autobahnetappen tadellos.

Einfache Preisgestaltung

Galerie: Erster Test Fiat 500Erfreulich einfach hat Fiat die Preise gestaltet: Der Fiat 500 kostet in der Basisversion “Pop” mit 1,2-Liter-Benziner 10.500 Euro. Will man einen der beiden anderen Motoren, kommen 2.000 Euro drauf. Genauso viel Aufpreis kosten auch die beiden höherwertigen Ausstattungen „Sport“ und „Lounge“. Für einen Diesel mit „Lounge“-Ausstattung werden also 14.500 Euro fällig. Hinzu kommen freilich die zahlreichen Extras die Fiat im Programm hat. Und: Wer nicht zum großen Benziner greift, muss für ESP 350 Euro berappen.

Der größte Posten in der Zubehörliste sind die diversen Personalisierungs-Extras. Diese reichen von Dekorstreifen an den Kotflügeln, über Dachflaggen und Nummern auf der Motorhaube bis hin zu diversen Emblemen, Duftspender und sogar auswechselbaren, bunten Hüllen für den Fahrzeugschlüssel. Für die einzelnen Designelemente verlangt Fiat zwischen fünfzig und 120 Euro extra.

Fazit

Ja, er ist süß! Doch der Fiat 500 kann mehr als süß. Den Italienern ist es gelungen, moderne Technik mit unwiderstehlichem Design zu paaren. Der neue Cinquecento macht keinen Hehl aus seiner Vergangenheit, trägt das Retrodesign stolz zur Schau. Gleichzeitig lässt er die Mängel und Unannehmlichkeiten des Urahns in Vergessenheit treten: Der Neue überzeugt mit ausreichend Platz (in der ersten Reihe), drei ausgewogenen Motoren, tadelloser Verarbeitung und hochwertigen Materialien. Beste Voraussetzungen, um den "alten" Cinquecento würdig zu beerben!

 
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