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Galerie: Erster Test Fiat Linea

Erster Test: Fiat Linea

Der Außer-Europäische

09.05.2007

Kleinwagen und Stufenheck sind in Westeuropa nur schwer vereinbare Bauformen. Lediglich fünf Prozent des Segments werden als Limousine ausgeliefert. Ganz anders sieht’s außerhalb der europäischen Grenzen an. Bis zwei Drittel aller Kleinwagen fahren weltweit als Stufenheck vor. Neuester Vertreter: Der Fiat Linea.

Als Limousinen-Ableger des Grande Punto trägt auch der Linea die geschwungene, weiche Linienführung mit großen Scheinwerfern und üppiger Schnauze: Das neue Fiat-Gesicht, dass nun auch im größeren Bravo Einzug gehalten hat. Die Heckansicht des im Centro Stile Fiat entworfenen Italieners wirkt stimmig, fast elegant. Breite rot-weißen Leuchten dominieren den Hintern, der folglich auch bei einem Kleinwagen-Stufenheck schick sein kann.

Italo-Türke

Galerie: Erster Test Fiat LineaGebaut wird der neue Fiat aber nicht in Italien, sondern in der Türkei. Vorerst. Zwischen den Italienern und der türkischen Koç Holding ist die Tofas A.S. entstanden, die jährlich 60.000 Linea im Werk von Bursa fertigen will. Zukünftig sollen weitere Produktionsstätten in Brasilien, Indien, China und Russland folgen. Allesamt Zielmärkte des Linea.

Schnell wird deutlich: Der Fiat Linea ist kein europäisches Auto und schon gar kein deutsches. Gerade mal 1.000 positiv geschätzte Fahrzeuge sollen in der Bundesrepublik an den Mann gebracht werden. Wer sich mit unseren Ansprüchen der kleinen Limousine nähert, wird enttäuscht. Die Zielgruppe hat andere Vorstellungen.

Plastikwüste

Galerie: Erster Test Fiat LineaLos geht’s mit dem Interieur. Während der 4,56 Meter große Linea von außen elegant und schick wirkt, gleicht der Innenraum einer Plastikwüste. Einer schlecht verarbeiteten noch dazu. Die Spaltmaße sind nicht nur üppig, sondern ungleichmäßig. Unser Testwagen war nagelneu, der Tacho zeigte vier Kilometer an, trotzdem wirkten die Materialien bereits abgenutzt.

Ähnlich die optisch schicken Sitze: Während der Fahrer noch gut gebettet ist, bleiben den restlichen Passagieren nur die „billigen Plätze“. Mangelnde Kopffreiheit macht das Sitzen im Fond für Personen über 1,80 Metern unmöglich, auch auf dem weichen Beifahrerplatz sitzt man unangenehm.

Drei Motorvarianten

Galerie: Erster Test Fiat LineaFiat bietet einen 1,3-Liter-Diesel an, der 90 PS leistet und als einziges Aggregat mit Automatik zu haben ist. Daneben ist ein 1,4 Liter großer Ottomotor erhältlich, wahlweise mit 77 PS oder als turbogeladene Version mit 120 Pferdestärken. Beide Benziner sind nur mit einem schwammigen, unpräzisen Fünfgang-Getriebe erhältlich.

Ebenfalls als schwammig - Fiat nennt es komfortbetont - ist das Fahrwerk in dem von uns getesteten Turbo-Linea zu bezeichnen. Zwar gleicht es Unebenheiten gut aus, das lange Nachfedern vermittelt aber einen ungenauen Kontakt zur Fahrbahn und geht zur Lasten der Fahrdynamik. Auch die indirekte Lenkung spricht eher für eine langsamere Gangart.

Wenig Elan

Galerie: Erster Test Fiat LineaTrotz der Turboaufladung wirkt der Motor alles andere als spritzig. Die angegebenen 120 PS sind nur schwer zu spüren, das Aggregat giert nach hohen Drehzahlen. Aber Vorsicht: Der Linea hat keinen Drehzahlbegrenzer, selbst der rote Bereich auf dem Drehzahlmesser fehlt. Bei rund 4.000 Touren zieht der Motor ganz ordentlich und bewegt den 1.280 kg schweren Fiat einigermaßen flott.

Summa summarum spricht kaum etwas für den Kauf eines Lienas. Selbst der Preis ist mit rund 13.000 Euro zwar nicht hoch, doch der Markt bietet günstigere Alternativen. Zumal die Serienausstattung nicht gerade üppig ist. Doch wie gesagt: Man darf keine deutschen Maßstäbe anwenden. In anderen Ländern bekommt man mit dem Linea Luxus zum günstigen Preis, hier sind die Ansprüche niedriger, auch die Konkurrenz entsprechend weniger hochwertig.

Fazit

Der Linea ist gelungen, betrachtet man ihn mit außereuropäischen Augen. Deutschen Maßstäben kann der kleine Italiener nicht gerecht werden, dem von Fiat ausgemachten Konkurrenten VW Jetta bei weitem nicht das Wasser reichen. Eine speziell auf Europa abgestimmte Version ist nicht in der Planung. Das selbst gesteckte Ziel, in Deutschland 1.000 Einheiten abzusetzen scheint so allerdings nur schwer zu erreichen.

 
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