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Galerie: Erster Test Fiat Panda Cross 1.3 16V Multijet

Erster Test: Fiat Panda Cross 1.3 16V Multijet

Verdammt coole Kiste

18.07.2014

Kleine SUVs sind mittlerweile weit verbreitet, doch in Hinblick auf die fortschreitende Miniaturisierung des Segments setzt Fiat nun eine eindrucksvolle Marke: Der Panda Cross wird im Herbst 2014 als kleinstes SUV überhaupt antreten und dann nicht nur mit Lifestyle-Optik auf robust machen, sondern als tatsächlich kerniger Geländegänger antreten, der sich auf Abwegen als auch auf Asphalt verblüffend wohl zu fühlen scheint, wie wir in einem ersten Test erfahren konnten.

Dass der Cross mehr als nur praktischer Kleinwagen sein will, macht er mit seiner expressiven Robustoptik bereits in ziemlich eindrucksvoller Weise deutlich. Unter anderem sorgen graue Kunststoffelemente an Front und den Flanken für ein auffälliges Erscheinungsbild, zumal noch die kleinen Nebelscheinwerfer eingerahmt in gleichfarbigem Plastik dem Gesicht eine kesse Note verleihen. Ähnlich kam bereits die Vorgänger-Version des Cross daher, doch hat Fiat dieses Mal Wert auf ein noch robuster wirkendes Robust-Design gelegt, welches auch praktisch Robustheit bieten soll. So gibt es nunmehr einen gelochten Unterfahrschutz in der Frontschürze mit integrierten LED-Tagfahrleuchten und rot lackierten Abschleppseilhaken. Auch das Heck mit Unterfahrschutz soll die Geländekompetenz im Vergleich zum Panda 4x4 aufwerten.

Gehobenes Niveau

Galerie: Erster Test Fiat Panda Cross 1.3 16V MultijetIm Vergleich zum 4x4 legt der Cross mit 24 Grad an der Front, beziehungsweise 34 Grad am Heck jeweils zwei Zähler beim Böschungswinkel zu, während der Rampenwinkel ordentliche 21 Grad beträgt. Zusätzliche Stahlprotektoren im Unterboden, eine um 9 Millimeter erhöhte Bodenfreiheit sowie spezielle 185er-Ganzjahres-Breitreifen mit 15 Zoll Durchmesser sorgen zusätzlich für gehobenes Offroad-Niveau. Eine höher gelegte Ansaugöffnung für die Motoren hebt zudem die Wattiefe auf 74 Zentimeter für den Diesel und 71 Zentimeter für den Benziner.

Seine Mission scheint also eindeutig, ein (Wander-)Schuh wird aber erst mit dem serienmäßigen Allradantrieb daraus, dank dem drei per Drehregler in der Mittelkonsole wählbare Fahrmodi zur Verfügung stehen: Im Auto-Modus regelt die Elektronik die Kräfteverteilung zwischen den Achsen und sorgt so für ein möglichst traktionsstarkes Vorwärtskommen. Vor allem auf Schnee und Schotter kommt man damit souveräner als mit einem reinen Fronttriebler voran. Eine zusätzliche Lock-Funktion kann man außerdem im anspruchsvolleren Offroad-Einsatz hinzuschalten. Diese regelt die Gasannahme und greift regelnd ein, wenn eines der Räder den Grip verliert. Es handelt sich dabei allerdings um ein elektronisches Sperrdifferenzial, welches letztlich nur die Räder ohne Bodenhaftung einbremst.

Bergab braucht man nicht selber bremsen

Darüber hinaus ist noch eine Bergabfahrhilfe an Bord. Hier hat der Fahrer zwei Möglichkeiten, dem Fahrzeug die Geschwindigkeitsregelung zu überlassen: Entweder man nimmt den Gang raus und lässt den Wagen mit automatischen Bremseingriffen langsam bis maximal Schrittgeschwindigkeit hinab rollen. Alternativ kann man auch den ersten Gang einlegen, dann ist das automatische Abbremsen bergab bis zu einer Geschwindigkeit von maximal 25 km/h aktiv.

Schließlich wurden speziell für den Cross noch die Antriebseinheiten modifiziert. Derer gibt es zwei: Einen 0,9-Liter-Zweizylinder-Benziner und einen 1,3-Liter-Vierzylinder-Diesel, die mit 90 respektive 80 PS um jeweils 5 PS stärker als im normalen Panda und Panda 4x4 sind und die darüber hinaus noch mit einem im ersten Gang kürzer übersetzten manuellen Sechsgang-Getriebe ihre Kraft an alle vier Räder abgeben. Vor allem das Getriebe hat uns bei einem Geländeausflug imponiert, denn wenn es steil bergauf gehen soll - der Panda Cross kann 70-prozentige Steigerungen meistern - marschiert das Berg-Bärchen mit spritziger Motivation wieselflink nach oben, fast wie ein beinharter Offroader. Das ist der Panda Cross allerdings nicht wirklich, doch hat er ein Quäntchen mehr Kraxel-Kompetenz als viele der derzeit modischen SUVs. Zumindest haben wir auf Schotterpistentour und einem speziellen Offroad-Parcours einen weitgehend positiven Eindruck gewonnen, und konnten wir mit dem italienischen Krabbelkünstler deutlich mehr als nur harmlose Feldweg-Sausen wagen. Wobei unter anderem die geringe Achsverschränkung des Panda Cross deutlich frühere Grenzen als beispielsweise beim Konzernbruder Jeep Wrangler setzt.

Gute Fahreigenschaften

Galerie: Erster Test Fiat Panda Cross 1.3 16V MultijetDafür setzt sich der Panda Cross im Gelände noch durch ein überraschend angenehmen Federungskomfort in Szene, der auch den Insassen im Asphalt-Alltag zu Gute kommt. Diesen meistert der Cross ebenfalls verblüffend gut, denn mit seinem erträglich lauten 1,3-Liter-Diesel bietet er außerdem ausreichend Dampf für Stadt-, Überland- und Autobahnfahrten. Beim alten Panda 4x4 war der Allradantrieb noch eine deutlich spürbare längsdynamische Spaßbremse, doch der neue Cross geht munter nach vorne. Zwar wirkt im ersten Moment beim Anfahren der kurze Erste etwas ungewöhnlich, doch der Rest der über einen weich gelagerten und hochgelegten Schalthebel wählbaren Stufen ist gut abgestimmt und nimmt der Motor schon ab etwa 1.300 Touren Fahrt auf. 14,3 Sekunden dauert der Sprint, 160 km/h sind maximal möglich – und die Höchstgeschwindigkeit wird mühelos erreicht. Verbräuche um fünf Liter sind möglich, praktisch dürften daraus sechs bis sieben werden.

Und auch wie der Panda sich auf der fein asphaltierten Straße verhält, verdient Respekt. Lässig verdaut er Unebenheiten, quittiert lediglich grobe Querfugen mit Poltern und leicht versetzender Hinterachse. Flottere Kurvenfahrten mit dem eine gute Rückmeldung bietenden Lenkrad meistert das 1,1 Tonnen leichte Micro-SUV behände und geschmeidig, das ESP greift nicht zu früh ein, die Wankneigung ist nicht übermäßig und sollte die Schlagseite größer werden, findet, und das ist im A-Segment keine Selbstverständlichkeit, der Beifahrer noch einen stabilen Haltegriff im Dachhimmel.

Für ein Kleinstwagen ganz schön teuer

Galerie: Erster Test Fiat Panda Cross 1.3 16V MultijetUnd dann ist der Panda eben auch ein praktischer Kleinwagen, der mit vorbildlicher Raumökonomie und durchdachter Funktionalität sowie seinen fünf Sitzplätzen ein richtig gutes Gesamtpaket für Kleinwagen-Freunde bietet. Hinzu kommen ein paar praktische Nettigkeiten, wie die umlegbare Beifahrerlehne des auf 870 Liter erweiterbaren Kofferraums, oder eine Notbremsfunktion, die radargestützt Hindernisse erkennt und bei Geschwindigkeiten bis 30 km/h den Panda automatisch abbremst. Und auch das an das serienmäßige Informationssystem Blue&Me gekoppelte mobile Navigationssystem von TomTom kann den positiven Eindruck abrunden.

Das sind allerdings auch Nettigkeiten, die den ohnehin schon hohen Preis weiter in die Höhe treiben. Noch gibt es keinen offiziellen Preis, doch rechnet man bei Fiat Deutschland mit einem Einstieg um 19.000 Euro für den Zweizylinder-Benziner mit 90 PS und etwa 1.500 Euro Aufpreis für den Diesel. Für einen Panda mag das nach einem abschreckend hohen Preisniveau klingen, allerdings ist das im SUV-Segment durchaus günstig, denn wenn es bei den kleineren Vertretern dieser Gattung die Paarung von Diesel mit Allradantrieb geben sollte, dann sind diese auch deutlich teurer als der Panda Cross. Der ist ohnehin in gewisser Weise konkurrenzlos, denn ein derart kompaktes SUVchen bietet keiner, und die nächstgrößeren Mitbewerber wie Nissan Juke oder Opel Mokka bieten dann zumeist nur Pseudo-Offroadkompetenz.

 
Fazit

Mario Hommen

Fiat hat den Panda Cross in besonders auffälliger Weise in Szene gesetzt. Mit seinem expressiven Robust-Styling macht er nicht nur im Gelände, sondern auch als urbanes Raubein eine gute Figur. Und er fühlt sich auch fahrtechnisch in allen Terrains verblüffend wohl. Ob Kraxel-Tour oder Autobahn-Sause – das Miniatur-SUV mit vollwertigem 4x4-Antrieb und speziellen Offroad Fahrprogrammen kann sich überall wacker bis überraschend gut schlagen.

Und dann ist der Panda eben auch ein pfiffiger und guter Kleinstwagen, der sich allerdings als Cross preislich vom Segment-Niveau schon ziemlich abhebt. Doch alles ist relativ: Als SUV, vor allem mit dieser schon bemerkenswerten hohen Offroad-Kompetenz, ist er wiederum ein Schnäppchen. Und cool ist er außerdem. Verdammt cool sogar.
 
 

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