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Galerie: Erster Test Fiat Panda Cross

Erster Test: Fiat Panda Cross

Ein possierliches Tierchen

23.05.2006

Sie sind süß, knuffig und der Renner in jedem Zoo. Die Rede ist von den kleinen, aus China stammenden Pandabären, die leider vom Aussterben bedroht sind. Die Haltung im Tiergarten ist schwierig, vor allem was das Futter anbelangt: Eine ganz bestimmet Sorte Bambus muss es sein, sonst schmeckt es nicht. Ähnlich verhält es sich mit Fiats neuem Panda Cross. Dem witzigen Allradler bekommen geteerte Straßen nicht so gut. Im unwegsamen Gelände fühlt er sich dagegen pudelwohl.

1983, zu Zeiten des ersten Allrad-Pandas, waren noch Winzer, Bergbauern und Förster die Zielgruppe. Heute sieht die Fiat-Welt ein bisschen anders aus. Lifestyle heißt das Schlagwort, dass Marketing-Herzen höher schlagen lässt. Man will Käufer ansprechen, die „dass Leben im Freien lieben“, postuliert der italienische Konzern lautstark.

Galerie: Erster Test Fiat Panda CrossUm die anvisierte Kundschaft zu überzeugen, hat Fiat den Panda in ein Offroad-Gewand gesteckt. Wuchtige Stoßfänger, schicke Rundscheinwerfer und ein Unterfahrschutz in Alu-Optik lassen den knuffigen Kleinwagen robust aussehen. Die auf 165 Millimeter höher gelegte Karosserie, Kunststoffschutzleisten wohin man schaut und vier Sonderfarben (unter anderem ein auffälliges Orange) schließen jede Verwechslungsgefahr aus.

Zu viele Schalter

Galerie: Erster Test Fiat Panda CrossDen Innenraum hingegen haben die Italiener unverändert belassen, auch die verwendeten Materialien sind dieselben: Kunststoff überall. Allerdings in guter Verarbeitungsqualität und angenehmer Haptik. Störend sind die Vielzahl an Schaltern und Knöpfen und die umständliche Bedienung des Navi-Radiosystems.

Jeder, der der deutschen Sprache mächtig ist, fragt sich zudem, warum sich das Radio mit den Worten „Ausschaltevorgang läuft“ verabschiedet. Es könnte auch einfach ausgehen. Keine Kritik lassen die bequemen Vordersitze zu. Im Fond wird’s dagegen ziemlich eng. Bei nur 3,58 Meter Länger aber auch kein Wunder, Pandas sind nun mal kleine Tierchen.

Klar im Vorteil

Galerie: Erster Test Fiat Panda CrossDie übersichtlichen Dimensionen werden dem Panda Cross im Gelände zum Vorteil. Dank der extrem kurzen Überhänge verkraftet der Fiat einen Böschungswinkel von 25 Grad vorne und 45 Grad hinten. Steigungen von 50 Prozent klettert er flink hinauf und auch Wasserdurchfahrten sind kein Problem. Erst bei mehr als 40 Zenitmetern Hochwasser bekommt der Panda einen nassen Bauch.

Häufig kommt der Italiener sogar weiter, als seine großen Offroad-Brüder: Schließlich wiegt er gerade mal 1.165 Kilogramm. Doch so schön die Zahlen klingen, was zählt ist die Realität. Deswegen haben wir den Panda Cross mit ins Gelände genommen. Und während seine animalischen Brüder den Weg über die Baumkronen suchen, schlägt sich der Fiat unbeirrt am Boden durch.

Kraftaufteilung

Galerie: Erster Test Fiat Panda CrossQuerfeld ein, über matschige Wiesen, kraterähnliche Schlaglöcher und steile Waldwege. Alles kein Problem! Möglich macht’s eine Viskokupplung, die den Kraftfluss zwischen den beiden Achsen regelt. Während im normalen Fahrbetrieb maximal 98 Prozent der Kraft an die Vorderachse gehen, schickt die Kupplung im Gelände bis zu 70 Prozent an die hinteren Räder. Vorteil: Auf der Straße fährt sich der Fiat wie in Fronttriebler.

Eine elektronische Traktionskontrolle übernimmt an der Hinterachse die Aufgaben eines Sperrdifferentials und verhindert das Durchdrehen eines einzelnen Rades. Aktiviert wird der praktische Helfer per Tastendruck, ab Tempo 30 schaltet sich das System selbstständig wieder aus.

Gut im Gelände

Galerie: Erster Test Fiat Panda CrossAngetrieben wird der Panda von einem 1,3-Liter-Turbodiesel. 71 PS leistet der Selbstzünder und stemmt 145 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Nicht gerade viel, mag manch einer denken, doch es reicht! Zumindest im Gelände treibt er den Panda Cross souverän an. Das maximale Drehmoment liegt bereits bei 1.500 Touren an und sorgt für ein reibungsloses Vorankommen.

Anders sieht’s leider auf der Straße aus. Der Durchzug ist eher mäßig, vor allem auf Bergstraßen verlangt das Aggregat nach viel Schaltarbeit. Dabei ist das Fünfganggetriebe etwas schwammig und animiert nicht gerade zum häufigen Gangwechsel. Im Alltagsbetrieb wünscht man sich eine direktere Lenkung, die Fiat der Geländetauglichkeit halber geopfert hat. Sehen lassen kann sich dagegen das Fahrwerk, das den Spagat zwischen straff und komfortbetont gut meistert.

Bleibt nur noch dir Frage, was so ein Panda kostet. Den knuffigen Bären dürfen Sie aus Artenschutzgründen als Privatmensch ja gar nicht kaufen. Der Panda Cross steht ab 16.750 Euro beim Händler. Front- und Seitenairbags, elektrische Fensterheber, geteilte Rückbank und Radio sind im Preis dabei. Die Aufpreisliste bietet aber noch genügend Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung.

Fazit

Wer einen Pandabären halten will, muss wissen, dass das Tier anspruchsvoll ist. Genauso ist es beim Panda Cross. Ein rundum alltagstaugliches Auto ist er nicht. Weite Reisen sind nicht sein Ding. Für kurze Wege in der Stadt reicht der Fiat aus. Doch sein natürlicher Lebensraum ist jenseits der befestigten Straßen. Dort kann ihm kaum einer das Wasser reichen. Und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt!

Galerie: Erster Test Fiat Panda Cross

 
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