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Galerie: Erster Test Fiat Qubo

Erster Test: Fiat Qubo

Pfiffikus

22.10.2008

Mit dem Qubo will Fiat den urbanen Menschen Lust auf kleine Transporter machen. Durchaus ansprechend gestylt packt der Vier-Meter-Floh gigantische 2.500 Liter Gepäck weg – wie viel Ritter Sport das wohl sein mögen?

Was bitte hat die Schokolade aus dem schwäbischen Waldenbuch mit dem Fiat Fiorino Qubo gemein? Beide Produkte sind quadratisch, praktisch, gut – jeweils nach Angaben der Hersteller. Bei der Schoki ist das bekannt, beim Fiat so neu wie das Fahrzeug selbst. Vielleicht versuchen die Italiener auch deswegen – zumindest auf der Presseveranstaltung – die Parallelen aufzuzeigen. Bei mir hat es gewirkt. Die Schokolade ist lecker und das Auto süß, oder doch umgekehrt? Egal!

Hat was

Oft sehen Kleintransporter komisch aus. Sie sind weder hübsch und schon gar nicht cool. Meistens sind sie einfach nur praktisch. Und genau da setzt der Fiat Qubo an. Trotz schwülstiger Frontlippe – die bei Parkremplern vorteilhaft ist – kann der Kleinfamilientransporter trotz breit-wie-hoch-Design auf seinen nicht einmal vier Metern Kürze auch optisch überzeugen.

Praktisch und bequem

Galerie: Erster Test Fiat QuboAußerdem ist der Qubo innen viel geräumiger, als er von außen vermuten lässt. Vorne finden Fahrer und Beifahrer auf bequemen Sitzen Platz. Das Lenkrad lässt sich verstellen und liegt ebenso gut in der Hand wie der hoch angebrachte Schalthebel. Der wirkt allerdings, wie das Getriebe, etwas wabbelig. Die Verarbeitung ist okay.

Hinten sitzen zwei Mitfahrer aufgrund des guten Kniewinkels nahezu perfekt und ein Dritter passt auch mal auf kurzen Strecken. Die Kopffreiheit ist groß, das Ein- und Aussteigen in der zweiten Reihe dank Schiebtüren ein Genuss. Einfacher und bequemer geht es nicht. Der Kofferraum ist mit mindestens 330 Litern für die Abmessungen überdurchschnittlich geräumig. Wer die Hutablage herausnimmt, packt 660 Liter bis unters Dach. Die Rückbank ist beim Grundmodell Active einteilig, gegen Aufpreis von 180 Euro oder bei Wahl der Ausstattungslinie  Dynamic ist sie asymmetrisch teilbar. Dann lässt sie sich klappen, wickeln und auch komplett herausnehmen und der Kofferraum wächst auf unglaubliche 2.500 Liter. Nachteil: Die linke Doppelsitzbank ist fast nur von Bodybuildern zu bewegen.Galerie: Erster Test Fiat Qubo

Genauso bequem wie der Innenraum ist übrigens auch die Fahrwerksabstimmung, die sich mit jedem Kilogramm Zuladung verbessert – 440 dürfen es sein. Die Straßenlage ist satt. Vor allem mit den aufpreispflichtigen 16-Zoll-Aluminiumrädern kann der Qubo schneller um die Ecken pfeffern, als es ihm die meisten zutrauen. Die Lenkung bietet ausreichend Zielgenauigkeit. Kein Wunder, so stammen doch viele Bauteile vom Grande Punto.

Zwei Motoren

Galerie: Erster Test Fiat QuboFiat spendiert dem Qubo zu Anfang zwei Motoren mit jeweils rund 75 PS. Beide beschleunigen den zirka 1.250 Kilogramm-Wagen in rund 17 Sekunden auf Tempo 100 und schaffen als Topspeed 155 km/h. Die Wind- und Motorgeräusche halten sich im Rahmen.

Subjektiv passt der Diesel aufgrund des kräftigen Drehmoments besser. Jedoch kostet er 1.600 Euro mehr. Hinzu kommt ab Dezember der aufpreispflichtige aber unumgängliche Rußpartikelfilter für weitere 600 Euro. Einsparpotenzial bietet lediglich der nach Norm 2,4 Liter geringere Verbrauch. 5,6 Liter gibt Fiat für den Diesel an. Ein optimistischer Wert, der in der Realität wohl kaum machbar ist.

Beim Diesel nervt die Anfahrschwäche, die nur mit einer schleifenden Kupplung übertüncht werden kann. Ab Ende des Jahres soll es ein automatisiertes Schaltgetriebe für 1.200 Euro geben. Eigentlich eine tolle Ergänzung; jedoch nicht für Dieselfahrer. Sie müssen sich zwischen Automatik und Partikelfilter entscheiden. Beides zusammen passt nicht in den Motorraum.

ESP kostet extra

Galerie: Erster Test Fiat QuboWo wir gerade schon bei unverständlicher Aufpreispolitik sind. ESP gibt es im Qubo auch erst ab Ende des Jahres und dann nur gegen Aufpreis. Wie hoch der sein wird, steht noch nicht fest. Der Grundpreis des Qubo 1.4 ist dagegen human. Für 13.000 Euro rollt der Active mit ABS, vier Airbags, elektrischen Fensterhebern und Fernbedienung zu den Kunden. Für 1.600 Euro mehr gibt es den empfehlenswerten Dynamic, der zusätzlich eine manuelle Klimaanlage, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, Nebelscheinwerfer und eine Radiovorrüstung besitzt.

Diese Variante sollte noch um verdunkelte Fenster für 120 Euro, Parksensoren für 300 Euro und das Blue & Me-Paket erweitert werden. Blue & Me beinhaltet für 750 Euro ein Radio mit Freisprecheinrichtung, Sprachsteuerung, SMS-Reader –  liest eingehende SMS vor – und USB-Port. Hier kann via USB Stick MP3-Musik übertragen werden. Zudem besitzt der Qubo dann ein beledertes Multifunktionslenkrad. Macht 15.560 Euro plus ESP, auf das man nie verzichten sollte.

Wer soll den Qubo nun kaufen? Laut Fiat vor allem umweltbewusste Lifestyler mit Kindern (oder ohne) sowie Herrschaften fortgeschrittenen Alters mit Sinn fürs praktisch Schicke. Aha! Anders gefragt. Wer soll den Qubo nicht kaufen? Unserer Meinung nach alle, die Autos nicht aus Vernunft kaufen, das ist und bleibt das Hauptargument für den Qubo.Galerie: Erster Test Fiat Qubo

Fazit

Der Qubo ist ein lecker Autochen, keine Frage. Er sieht wirklich süß aus, ist perfekt für die Stadtfamilie die die Balance aus praktischem und variablem Kastenwagen und Lifestyle-Fahrzeug sucht.

Der Benziner ist preislich attraktiver als der Diesel, da beim Selbstzünder neben den hohen Anschaffungskosten noch die höhere Versicherungseinstufung und die höhere Kfz-Steuer hinzukommen. Die Fahrleistungen sind bei beiden ausreichend, das Fahrwerk stimmig. Dass der Partikelfilter für den Diesel und ESP generell erst zur Jahreswende lieferbar sind und Extra berechnet werden, geht allerdings gar nicht!

 
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