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Galerie: Erster Test Fiat Sedici

Erster Test: Fiat Sedici

Italienische Nummer

02.06.2006

Zahlenspiele mochte Fiat schon immer. Wer erinnert sich nicht an den Cinquecento, Seicento oder gar Fiat 850. Jetzt haben die Italiener eine neue Nummer im Programm. Sedici, italienisch für Sechzehn, ist die Lösung der einfachen Rechenaufgabe vier mal vier. Sinn bekommt das ganze, wenn man bedenkt, dass dieses „4x4“ seit jeher das Symbol für Allradfahrzeuge ist. Und mit dem Fiat Sedici will der Konzern auf den SUV-Zug aufspringen.

Da bringt Fiat zum erstem mal ein SUV auf den Markt, und dann steckt unter dem schicken Blechgewand gar kein Italiener. Richtig gehört, denn der Sedici ist das Ergebnis eines Deals mit Suzuki. Kurz gesagt, Dieselmotor gegen Auto, denn im Grunde stammt nur der Selbstzünder von Fiat.

Galerie: Erster Test Fiat SediciBegonnen hat die Liaison im April 2003: Die Projektleitung, von der Entwicklung bis zur Serienreife, hatten die Japaner inne. Ihnen gehören auch rund 40.000 der im ungarischen Esztergom gefertigten 60.000 Fahrzeuge. Der Rest geht an Fiat, die sich zumindest eine etwas eigenständigere Karosserie geleistet haben. Altmeister Giorgetto Giugiaro durfte Hand anlegen und das Resultat kann sich sehen lassen.

Dem Sedici steht das moderne, rund gelutschte Design recht gut. Aufgelockert wird es durch einen großen, fast senkrecht im Wind stehenden Kühlergrill in Trapezform. Sich weit in die Seite erstreckenden Scheinwerfer verleihen ihm einen selbstbewussten Auftritt. Kunststoffschutzleisten und ein Pseudo-Unterfahrschutz sind ein Muss bei solchen Crossover-Modellen.

Hohe Kante

Galerie: Erster Test Fiat SediciDas Heck des mit 4,12 Meter Länge schon recht üppig dimensionierten Kleinwagens ist angenehm unauffällig. Heckscheibe und Rückleuchten greifen, wie schon die Frontscheinwerfer, um die Seite und machen den Sedici optisch breiter als er ist. Hinter der hohen Ladekante verbergen sich 270 Liter Kofferraum. Bei Bedarf lässt er sich auf 670 Liter vergrößern: Kein Bestwert, aber akzeptabel.

Der Innenraum ist klar gestaltet. Drei Drehregler für die Klimatisierung und die nötigen Tasten am Radio. Das war’s. Die Instrumente hinter dem griffigen Lenkrad sind gut abzulesen, auch die Qualität der verwendeten Materialien überzeugt.

Das kleine Viermalvier

Galerie: Erster Test Fiat SediciDas eigentliche Highlight des Wagens kommt ja erst noch. Der neu entwickelte Allradantrieb hört auf den Namen „4x4 on demand“, zu deutsch Allrad auf Wunsch. Zwischen drei Modi kann der Fahrer per Tastendruck wählen. Im „2WD“-Betrieb ist der Sedici ein reiner Fronttriebler, der in flotten Kurven gern mal zum Untersteuern neigt.

Erst in der Stellung „Auto“ tut sich auch an der Hinterachse was. Die Verteilung der Kraft wird durch eine Steuerelektronik geregelt. Diese leitet bei Bedarf (zum Beispiel bei glatter Fahrbahn, Schotter oder schneller Kurvenfahrt) bis zu 50 Prozent der Kraft an die Hinterräder. Möglich macht’s eine elektromagnetisch betätigte Lamellenkupplung.

Erzwingen lässt sich die 50:50 Verteilung im „Lock“-Modus, um selbst aus schwierigen Lagen, wie Sand oder tiefem Schnee, wieder heraus zu kommen. Die Hinterachse wird dabei starr angehängt. Da dies auf asphaltierten Straßen schnell unangenehm wird schaltet sich das System ab 60 km/h selbstständig wieder ab.

Italienischer Antrieb

Galerie: Erster Test Fiat SediciAls Motorisierung stehen zwei Aggregate zur Wahl. Der 1,6-Liter-Benziner leistet 107 PS und kommt auf ein maximales Drehmoment von 145 Newtonmeter. Deutlich kräftiger zeigt sich der Selbstzünder, der eigentliche Fiat-Part des Sedici. Immerhin 280 Newtonmeter stemmt der 120 PS starke Turbodiesel auf die Kurbelwelle.

Wenngleich der Diesel etwas rau läuft, ist er die bessere Wahl gegenüber des nicht eben spritzigen Benziners. Auch im Gelände ist das fast doppelt so große Drehmoment des Diesels besser geeignet, um die 1,4 Tonnen voran zu schieben. Er verfügt zudem serienmäßig über ein Sechsgang-Getriebe, der Benziner besitzt nur fünf.

ESP nur gegen Aufpreis

Zwei Ausstattungslinien werden angeboten. Die Basisvariante Dynamic (ab 17.990 Euro) beinhaltet unter anderem vier Airbags, elektrische Fensterheber, manuelle Klimaanlage und die umklappbare Rückbank. Die darüber positionierte Linie Emotion (19.500 Euro) bietet zusätzliche Extras wie beheizbare Außenspiegel, Klimaautomatik und Leder-Multifunktionslenkrad. Die Preise für den Diesel liegen jeweils 2.500 Euro über dem Benziner.

ESP ist leider in keiner Ausstattung Serie, satte 500 Euro Aufpreis werden für den wichtigen Helfer fällig. Suzuki begnügt sich hier mit 300 Euro. Sonst hält sich die Aufpreisliste aber sehr in Grenzen, was die Möglichkeit zur Selbstentfaltung doch etwas einschränkt. Die vor allem für große Fahrer wünschenswerte Längsverstellung des Lenkrads ist nicht mal gegen Zuschlag zu haben.

Fazit

Der Sedici macht seine Arbeit gut. Überzeugend ist das gelungene Design und die ausgereifte Allradtechnik, die im Vergleich zu vielen Konkurrenten serienmäßig dabei ist. Die Frage, warum Fiat und nicht Suzuki, lässt sich rational nur durch den Preis begründen: Der Japaner ist rund 1.000 Euro billiger.

 
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