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Galerie: Erster Test Ford Fiesta

Erster Test: Ford Fiesta

In Top-Form

09.09.2008

Obwohl ein Kleiner, ist er für Ford von großer Bedeutung: In immerhin schon sechs Generationen und über 30 Jahren wurden stolze 25 Millionen Fiesta verkauft. Jetzt startet die siebte, dezent gewachsene Auflage mit radikal neuer Optik, Wohlfühl-Ambiente und spaßbetonter Fahrwerksabstimmung. Diese und weitere Höhepunkte haben uns beim Erstkontakt mit dem 90-PS-Diesel beeindruckt.

Seit dem Wechsel vom New-Edge- zum Kinetic-Design entlässt Ford mit jeder Neuheit gleich einen neuen Hingucker auf die Straße. Wie zuletzt der Kuga, so setzt auch der neue Fiesta besondere Akzente. Scharfe Kanten, elegante Linien, Sicken, Wölbungen, Chromschmuck, riesige Luftöffnungen und markante Scheinwerfer – Ford hat tief und mit viel Fingerspitzengefühl in die Design-Trickkiste gegriffen. Mag sein, dass es Ford mit der hochexpressiven und dynamischen Optik leicht übertrieben hat, dennoch ist der Auftritt des Fiesta erfrischend, provokant und sexy.

Gleiches gilt auch für den Innenraum. Das eigenständig wirkende Interieur lässt so manchen Mitbewerber alt aussehen. Prägnante Linien, viel Rundes und eine an mehreren Stellen auftauchende V-Form fallen hier auf. Science-Fiction-Designer sollten zwecks Inspiration ruhig mal einen Blick ins Fiesta-Cockpit wagen.

Wohnlich wie funktional

Galerie: Erster Test Ford FiestaObwohl durchgestylt, leidet die Funktionalität nicht. Gurt, Sitze, Lenkrad – alles ist in Höhe verstellbar. Zudem gibt es viele praktische Staufächer, Bedientasten am Lenkrad, eine Bluetooth-Freisprechanlage, ein großes Display in der Mittelkonsole, ein USB-Slot und ein Aux-Anschluss für die allerdings stets aufpreispflichtige Audioanlage.

In ihrer teuersten Ausführung für knapp 1.200 Euro kann man sich an einer besonders hörenswerten Beschallung und hoher Funktionalität erfreuen. Das Audiosystem muss übrigens nur gegen eine geringe Geräuschkulisse ankämpfen, da der Fiesta innen auch bei 130 km/h noch recht leise bleibt. Unser Testwagen in der gehobenen Ausstattung Titanium schmeichelte zudem mit einem bunten Materialmix, verschiedenen Farben und einer großen Softoberfläche im Armaturenbrett. Das sieht gut aus und fühlt sich weitgehend gut an. Trotzdem fallen auch viel Hartplastik und eine nicht immer perfekte Verarbeitung auf. Doch den insgesamt positiven Gesamteindruck trübt dies nicht.

Platzprobleme

Galerie: Erster Test Ford FiestaVermisst haben wir allerdings Haltegriffe vorne. Unser Testwagen war jedoch mit sieben Airbags ausgestattet, fünf sind Serie. Die optionalen Kopfairbags kommen in den schmalen Dachsäulen unter und sind aus Platzgründen dann nicht mit Haltegriffen kombinierbar. Ganz unabhängig davon ist das Raumangebot im Fiesta vorne gut. Die Sitze sind lediglich etwas weich und die Beinauflageflächen kurz. Hinten ist die Kniefreiheit noch ausreichend, die Kopffreiheit sogar gut.

Galerie: Erster Test Ford FiestaWährend das Cockpit futuristisch wirkt, bietet der Fond nur Old-School-Variabilität. Respektable 295 Liter passen in den tiefen Kofferraum, der aufgrund seiner hohen Ladeschwelle das Ein- und Ausladen von gewichtigem Gepäck erschwert. Für Ernüchterung sorgen vor allem die wenigen Erweiterungsoptionen. Die Lehne der Rückbank ist geteilt umlegbar, mehr Optionen gibt es allerdings nicht. Der Maximalstauraum mit deutlicher Stufe wächst dann auf einen Kubikmeter. Viele Mitbewerber, wie Toyota Yaris oder Honda Jazz, geben sich vielseitiger und geräumiger.

Da geht was

Galerie: Erster Test Ford FiestaAls Transporttalent empfiehlt sich der Fiesta also weniger, dafür aber als besonders fahraktives Mobil. Wer Fahrspaß sucht, bekommt beim kleinen Kölner viel davon geboten. Die Fahrwerksabstimmung fördert in bekannter Ford-Tradition den flotten Kurvenstrich und macht Lust auf Querdynamik. Ähnlich direkt, nur mit mehr Seitenneigung als ein Mini, folgt der Fiesta willig und sauber den Lenkvorgaben. Obwohl elektrisch, gibt sich die Servolenkung bemerkenswert präzise und überzeugt mit spontanem Einlenkverhalten. Erst spät gerät der Wagen ins Untersteuern, entsprechend selten muss das serienmäßige ESP eingreifen.

Das hohe Agilitätsniveau erkauft sich der Fiesta-Unterbau übrigens nicht mit übertriebener Härte. Vielmehr gleitet der wieselflinke Flitzer mit dem von uns gefahrenen 1,6-Liter-Diesel ohne Sportfahrwerk sogar recht angenehm ruhig über den Asphalt, filtert Unebenheiten erstaunlich sauber Weg und bietet somit auch noch ordentlichen Langstreckenkomfort.

Ein Diesel, vier Benziner

Galerie: Erster Test Ford FiestaDer akustisch gut gedämmte 90-PS-Diesel bietet einen interessanten Kompromiss aus guten Fahrleistungen bei wenig Durst. Laut Ford genehmigt sich der Selbstzünder bescheidene 4,2 Liter. Bei zurückhaltender Fahrweise pendelte sich der Verbrauch auf unserer Testfahrt bei knapp über fünf Liter ein. Bei Kurvenhatz stieg dieser Wert laut Bordcomputer auf 6,5 Liter.

Mit dem Dieselmotor ist man recht ausreichend flott unterwegs. Immerhin 212 Newtonmeter Drehmoment mobilisiert er bei 2.000 Umdrehungen. Auch darunter hängt das Turboaggregat bereits gut am Gas und lässt sich entsprechend schaltfaul fahren. Laut Ford-Messungen sprintet der Eintonner in rund zwölf Sekunden auf Tempo 100 und wird maximal 175 km/h schnell.

Galerie: Erster Test Ford FiestaDeutlich weniger flott ist man mit dem 60 PS starken Einstiegsbenziner unterwegs. Alternativ bietet Ford noch drei weitere Ottos mit 82, 96 oder 120 PS an. Bei Letzterem knackt der Fiesta den Sprint in unter zehn Sekunden, der Verbrauch soll bei 5,9 Litern liegen. Alle Fiesta-Motoren werden übrigens mit einem tadellos arbeitenden Fünfgang-Schaltgetrieben kombiniert. Allein für den 96-PS-Benziner ist eine Viergang-Automatik erhältlich. Obwohl alle Ottomotoren ohne besondere Technik-Highlights (wie etwa Hybrid, Start-Stopp-Automatik oder Downsize-Turbo) antreten, bleibt der Verbrauch bei allen Aggregaten in akzeptablen Grenzen.

Mit Mehrwert

Galerie: Erster Test Ford FiestaNiedrig ist auch weiterhin der Einstiegspreis: Mit 11.250 Euro wurde der Dreitürer gegenüber dem Vorgängermodell um 260 Euro teurer. Im Gegenzug wertete Ford die Basisausstattung Ambiente auf. Neu sind ESP, Zentralverriegelung, elektrische Außenspiegel sowie ein Knieairbag. Der Wert dieser Mehrausstattung übersteigt deutlich den Aufpreis. Trotz Aufrüstung ist der Fiesta in der Basis weiterhin dürftig ausgestattet.

Für zusätzlich 500 Euro gibt es die Ausstattung Trend, sogar 3.000 Euro Aufpreis verlangt Ford gegenüber der Basis für die Edel-Varianten Ghia und Titanium. Für 750 Euro bekommt man noch zwei zusätzliche Einstiegstüren hinten. Den von uns gefahrenen 1.6 TDCi gibt es erst ab der Ausstattung Trend als Dreitürer für 14.500 Euro, als Fünftürer mit Ghia-Ausstattung steigt der Preis sogar auf 17.000 Euro. Sollen noch Ledersitze, die Top-Audioanlage, eine Klimaautomatik und Sonderlack hinzukommen, wird die 20.000-Euro-Latte gerissen.

Galerie: Erster Test Ford FiestaVollausgestattet wird der Fiesta wohl so manches Budget bei weitem sprengen. Doch in Relation zu vielen Mitbewerbern ist der kleine Ford ein preislich dennoch attraktives Angebot. Zum Vergleich: Seat verlangt für den jüngst gestarteten neuen Ibiza als Dreitürer mit 90-PS-Diesel trotz etwas geringerer Ausstattung gut 1.000 Euro mehr.

Fazit

Der Fiesta hat viel Format und zeigt wenige Schwächen. Optisch setzt er sich deutlich und wohltuend von der Konkurrenz ab. Auch beim Innenraum erwartet den Fiesta-Kunden das Besondere. Allein die Variabilität ist unterdurchschnittlich. Ein weiteres Highlight ist das dynamisch ausgelegte Fahrwerk, das vor allem sportlich orientierte Fahrer ansprechen dürfte. Aber auch hohen Komfort- und dank ESP auch hohen Sicherheitsansprüchen wird der Fiesta gerecht. Trotz vielfacher Aufwertung bleibt der Preis weiterhin bescheiden.

Galerie: Erster Test Ford Fiesta

 
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