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Galerie: Erster Test Ford Focus Turnier

Erster Test: Ford Focus Turnier

Die bessere Wahl

01.06.2011

Kurz nach der Markteinführung des neuen Focus legt Ford nun die Kombivariante Turnier nach. Diese soll zukünftig über die Hälfte der Verkäufe ausmachen, bei den Privatkunden. Gewerbetreibende werden sich sogar zu 85 Prozent für den Kombi entscheiden. Zu Recht, wie wir meinen.

Schließlich ist der Turnier doch zweifelsohne das praktischere Auto, und bietet, bis auf den 800 Euro höheren Einstiegspreis (ab 18.650 Euro), keine Nachteile. Mit bis zu 1.500 Liter Stauraum, bei umgeklappter Rückbank, schluckt der 20 Zentimeter längere Kombi immerhin 400 Liter mehr als der Kompakte. Und ist dank großer Heckklappe und niedriger Ladekante auch noch einfacher zu beladen.

Galerie: Erster Test Ford Focus TurnierSieht man vom Gepäckabteil einmal ab, gleicht der 4,57 Meter lange Turnier der Steilheckversion wie ein Ei dem anderen. Das gilt gleichmaßen für das Interieur: Auch im Kombi ist der Fahrer von der wuchtigen Mittelkonsole und dem mit Tasten überfrachteten Lenkrad eingebaut. Und auch in Sachen Bedienbarkeit, sei es der Bordcomputer oder das Entertainmentsystem, ist der Kombi nicht besser und erfordert ebenfalls eine gewisse Einarbeitungszeit.

Spielereien

An technischen Spielereien mangelt es auch dem Turnier nicht. Vom farbigen, individuell einstellbaren Ambientelicht bis hin zur Verkehrszeichenerkennung gibt es zahlreiche, freilich extra zu bezahlende Schmankerl. Vor allem die kamerabasierten Fahrerassistenzsysteme, wie etwa der Spurhalteassistent oder das automatische Fernlicht, teilen ein Manko: Die benötigte Kamera sitzt in einem großen Kasten unter dem Rückspiegel, der hin und wieder die Sicht behindert.

Galerie: Erster Test Ford Focus TurnierWie nicht anders zu erwarten, fährt sich der Kombi genauso angenehm, wie der Kompakte. Auch der Turnier ist straff abgestimmt und liegt satt auf der Straße, die elektrische Servolenkung gibt ausreichend Rückmeldung. Einziger Kritikpunkt: die Bremsen. Zwar packen die Stopper kraftvoll zu, doch fehlt dem Pedal ein definierter Druckpunkt. An diese etwas gefühllose Art gewöhnt man sich nach kurzer Zeit – und an manch ungewollter Vollbremsung. Optional gibt es auch für den Kombi das Torque-Vectoring-System, das über das ESP die Kraftverteilung an der Vorderachse reguliert.

Breites Spektrum

Galerie: Erster Test Ford Focus TurnierWie der Steilheck-Focus, so kommt auch der Turnier mit acht Motoren, je vier Benziner und Diesel. Über die Hälfte der Kunden wird sich für einen Selbstzünder entscheiden und die meisten sicherlich für das 20.750 Euro teure Basismodell, einen 1,6-Liter mit 95 PS. Und mit 230 Newtonmeter Drehmoment bei nur 1.500 Touren ist selbst das Einstiegsmodell nicht untermotorisiert. Alternativ gibt es das gleiche Triebwerk auch in einer 115 PS starken Ausbaustufe, für 23.400 Euro, allerdings schon mit besserer Ausstattung.

Wer nicht nur von A nach B kommen will, sondern mehr Wert auf Fahrspaß legt, ist mit dem Zwei-Liter-Diesel besser bedient, am besten gleich in der Top-Version mit 163 PS (27.250 Euro). Er stemmt 340 Newtonmeter auf die Kurbelwelle und beschleunigt den Kombi in 8,8 Sekunden auf Tempo 100. Den Verbrauch gibt Ford, wie auch für die 140-PS-Variante (24.400 Euro), mit fünf Litern an; die beiden kleinen Diesel sollen 4,2 Liter brauchen.

Basis-Otto mit nur fünf Gängen

Galerie: Erster Test Ford Focus TurnierWährend alle Selbstzünder ein Sechsgang-Getriebe haben, die großen gibt es außerdem für 1.750 Euro optional mit dem sanft wie schnell schaltenden Powershift-Doppelkupplungsgetriebe, hat der Basis-Benziner nur fünf Übersetzungsstufen. Der 1,6-Liter-Sauger kommt mit 105 oder 125 PS; das ist beides zwar ausreichend, aber kein Quell der Fahrfreude. Diesen Part übernimmt der gleichgroße Turbobenziner mit 150 oder 182 PS. Erstaunlich: Alle vier Benziner sollen sechs Liter konsumieren; in der Praxis dürften aber alle darüber liegen, vor allem die Turbos.

Wer besonders spritsparend unterwegs sein will, muss sich noch etwas gedulden. Ab 2012 gibt es einen 105 PS starken Diesel in der auf niedrigen Konsum getrimmten Econetic-Variante. Nur dreieinhalb Liter Diesel soll diese auf 100 Kilometer verbrennen, unter anderem ob aerodynamischer Optimierungen und eines neuen Sechs-Gang-Getriebes. Weitaus weniger sparsam wird dagegen die sportliche ST-Version sein. Den 250-PS-Turbobenziner wird es, ebenfalls ab 2012 auch für den Kombi geben. Ob dagegen die angekündigte Elektroversion schon nächstes Jahr an den Start geht, darf noch bezweifelt werden.

Fazit

Wer nicht knallhart kalkulieren muss, greift besser gleich zum Kombi. Die 800 Euro Aufpreis sind in den praktischen Laderaum gut investiert. Wer dazu noch einen der Dieselmotoren wählt, bekommt ein gutes Allround-Auto, dass dazu noch in einer schicken Karosserie verpackt ist. Allerdings gilt für den Kombi das gleiche wie für die Steilheckversion: Besser als ein VW Golf ist der Ford Focus nicht.

 
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