Drucken Weiterempfehlen   Twitter
 
Drucken Weiterempfehlen   Twitter
Galerie: Erster Test Ford Kuga

Erster Test: Ford Kuga

Kugattacke

16.04.2008

Ford ist spät dran. Erst ab Juni 2008 haben die Kölner mit dem Kuga ein Kompakt-SUV im Portfolio. Doch zaubert Ford mit dieser neuen Baureihe ein beeindruckendes Design-As aus dem Ärmel. Eine starke Karte, die den Marktführer VW Tiguan gleich in mehrfacher Hinsicht ausstechen kann.

Bereits auf ersten Fotos konnte das Kuga-Design überzeugen. In Natura erfüllt der Hochbeiner sein Versprechen noch eindrucksvoller. Seine athletische Aura ist erfrischend eigenständig und trotz der 4,40 Meter Länge wirkt das SUV vergleichsweise leicht. Die ausgeprägte Schulter, die coupéhafte Dachlinie und die dynamische Formgebung im Heckbereich – aus allen Blickwinkeln gefällt der Neuling.

Klappentrick

Galerie: Erster Test Ford KugaDer knackige Po hält auch gleich eine interessante Innovation bereit: eine Heckklappe in der Heckklappe. Der obere Teil – Mini-Liftgate genannt – ist eine separate Klappe, die das Einladen kleinerer Gegenstände möglich auch in engen Parklücken ermöglicht. Alternativ lässt sich zum Einladen großer Gegenstände auch die ganze Heckklappe mit einem Griff öffnen.

Galerie: Erster Test Ford KugaMit 410 Liter ist der Kuga-Kofferraum kein Platzwunder. Praktisch ist dafür das bei kurzer Handberührung in die Kassette zurückschnallende Kofferraumrollo. Die Kofferraum-Öffnung ist groß, das Gepäckabteil variabel und dank der leicht umlegbaren Rücksitzlehne auf bis zu 1.405 Liter erweiterbar. Will man allerdings maximalen Stauraum und einen ebenen Ladeboden, muss man vorher etwas umständlich die Sitzflächen nach vorne klappen. Statt eines Reserverads (50 Euro Aufpreis) befinden sich unterm Kofferraumboden viele kleinere Stauboxen.

Grandiose Aussicht

Galerie: Erster Test Ford KugaEtwas weiter vorne haben die Fondpassagiere ordentlich Knie- und bis zu 1,85 Meter Körperlänge auch genügend Kopffreiheit. Ausklappbare Tabletts in den Rückenlehnen der Vordersitze, eine ausklappbare Mittelarmlehne und eine 220-Volt-Steckdose gehören zu den besonderen Annehmlichkeiten im Fond. Zudem kann man dank des optionalen Riesenglasdachs auch hinten eine grandiose Aussicht nach oben genießen. Öffnen lässt sich das durchsichtige Dach übrigens nicht.

Im lichten Innenraum wirkt auf den ersten Blick alles erfrischend modern und wertig. Doch der genaue Blick offenbart auch einige Plastikteile von esimplerer Machart. Das Cockpit unseres voll ausgestatteten Test-Kugas hinterlässt mit seinen in Metalloptik gehaltenen Applikationen um die Mittelkonsole und einer auf Wunsch peppigen Plastikblende einen etwas unruhigen Eindruck. Vorne sitzt man dafür bequem und auf gut konturierten Sportsitzen, alles ist einfach bedienbar und sinnvoll angeordnet. Stellt sich lediglich noch die Frage, wie man den Kuga startet.

Einer für alles

Galerie: Erster Test Ford KugaAuf den klassischen Zündschlüssel hat Ford nämlich verzichtet. Dort, wo sich normalerweise das Zündschloss befindet, ist in der Lenksäulenverkleidung noch eine Mulde, die lediglich mit einer billigen Plastikblende verdeckt wurde. Während der elektonische Zündschlüssel in der Tasche bleiben kann, muss man zum Starten einen unscheinbaren Knopf mit Power-Schriftzug zwischen den zentralen Lüftungsdüsen drücken und der Motor beginnt seine Arbeit.

Das Motorenangebot ist beeindruckend übersichtlich: Zum Marktstart wird der Kuga ausschließlich mit einem 2,0-Liter-Turbodiesel zu haben sein. Das kultiviert arbeitende und gut abgekapselte Aggregat leistet 136 PS und 320 Newtonmeter. Kombiniert wird der Motor ausschließlich mit einem präzise schaltbaren Sechsgang-Getriebe, eine Automatik ist nicht verfügbar. Dafür dürfte Fords neues Doppelkupplungsgetriebe nach der Einführung in die Focus-Baureihe auch für den Kuga angeboten werden.

Variable Kraftverteilung

Galerie: Erster Test Ford KugaBestellen kann man den Ford-SUV als 2WD und 4WD. Bei dem allradgetriebenen Variante reguliert eine Haldex-Kupplung die Kraftverteilung zwischen den Vorder- und den Hinterrädern. Normalerweise verhält sich der Wagen wie ein Fronttriebler. Entsteht vorne Schlupf, können jedoch bis zu 50 Prozent der Kraft nach hinten transferiert werden.

Durchdrehende Räder gibt es also nur kurzzeitig. Trotz viel Traktion und dem bärigen Drehmoment ist der Kuga kein heißblütiger Sprinter: Allradantrieb, das üppige Gewicht (über 1,7 Tonnen) und der hohe Aufbau fordern ihren Tribut: Der 100-km/h-Sprint dauert 10, 7 Sekunden, der Vortrieb endet bereits bei 180 km/h.

Kein Säufer-SUV

Galerie: Erster Test Ford KugaDen Durchschnittsverbrauch gibt Ford mit 6,4 Litern an. In seinem Segment ein Spitzenwert: Der gleichstarke Tiguan 2.0 TDI (140 PS) soll laut VW 6,9 Liter brauchen. In der Praxis lag der Verbrauch des Kuga selbstredend höher. Bei zurückhaltender Fahrweise konnten wir den Spritkonsum laut Bordcomputer auf 7,9 Liter drücken. Im Alltag sind Werte jenseits der acht Liter wohl realistisch.

Obwohl vergleichsweise genügsam, leistet der Kuga also keinen wirklich herausragenden Beitrag zum Thema Umwelt. Der Dieselmotor von Ford ist da sicherlich noch eine der sparsamsten Antriebsalternativen in seinem Segment. Apropos Diesel: Das neue Easy-Fuel-System verhindert beim Kuga eine Fehlbetankung mit Benzin.

Lust auf Kurven

Galerie: Erster Test Ford KugaDen Spritkonsum kann man mit Kuga auch noch kräftig in die Höhe treiben. Dank der gelungenen Fahrwerksabstimmung macht der Allradler nämlich auch bei flotter Gangart mächtig Laune. Seine Agilität und sein ebenso neutrales wie direktes Lenkverhalten sind referenzverdächtig. Der Fahrspaß wird lediglich durch den relativ hohen Aufbau getrübt. Letztlich kann der Kuga in schnellen Kurven seine bauartbedingten Schwächen nicht kaschieren und neigt entsprechend stark zur Seite. Beängstigend ist das allerdings nicht. Gut beherrschbar geht der 4x4-Ford bei flotter Kurvenfahrt ins Untersteuern und wird, falls nötig, vom serienmäßigen ESP auf Kurs gehalten

Seichter Offroader

Obwohl angenehm straff und kurvenaktiv, bietet das Fahrwerk a ein hohes Komfortniveau. Nicht ganz so hoch ist hingegen die Offroad-Kompetenz des Kuga. Dem einfachen Allradantrieb wurden keine zusätzlichen Hilfen wie Sperren oder eine Getriebeuntersetzung mit auf den Weg gegeben. Die Bodenfreiheit beträgt weniger als 19 Zentimeter, was für Fahrten auf groben Sandpisten noch ausreichend ist. Zum beinharten Schlammwühler reicht sein Rüstzeug allerdings nicht. Doch damit bietet der Kuga genau jene Mischung, die dem eigentlichen Einsatzzweck angemessen ist. Denn SUV-Piloten, so haben Umfragen ergeben, vermeiden fast schon mit Akribie Offroad-Fahrten. In der Praxis bleiben SUVs also dem gepflasterten Untergrund treu. Entsprechend sinnvoll und begrüßenswert ist der überzeugende Kompromiss aus Dynamik und Komfort beim Kuga.

Starker Benziner

Galerie: Erster Test Ford KugaNoch deutlich mehr Dynamik wird der Kuga ab Herbst 2008 bieten. Dann soll es mit dem Fünfzylinder aus dem Focus ST eine zweite Motorisierung geben. Statt der im ST zur Verfügung stehenden 225 PS wird der Turbomotor im Kuga mehr Drehmoment bietet und eine auf 200 PS gekappte Spitzenleistung. Ebenfalls erst ab Herbst wird übrigens in Kombination mit dem Highend-Navi eine Rückfahrkamera zur Verfügung stehen.

Günstiger als Tiguan

Wie bei den Antrieben, so ist beim Kuga auch die Auswahl der Ausstattungen überschaubar. Basis ist der Kuga 2WD Trend. Unter anderem Sportsitze, Klimaanlage, Nebelscheinwerfer, sechs Airbags, zweiteilige Heckklappe, ESP, ASR, Doppelrohr-Auspuffanlage, Bordcomputer und elektrische Fenster rundum gehören zum Serienumfang. 26.500 Euro muss man für dieses Einstiegsmodell locker machen. Für jeweils 2.000 Euro Aufpreis gibt es den Allradantrieb und die Topausstattung Titanium. Der Kuga Titanium 4WD kostet also 30.500 Euro.

Galerie: Erster Test Ford KugaZusätzlich bietet Ford noch viele Extras sowie verschiedene Ausstattungspakete mit Preisvorteilen an. Ein Schnäppchen ist der neue Ford übrigens nicht. Preislich rangiert er nur knapp unterhalb vom Tiguan. Dieser kostet mit Dieselmotor und Allradantrieb 28.800 Euro lediglich 300 Euro mehr bei allerdings weniger Ausstattung. Andererseits bietet zum Beispiel Kia mit den Sportage ein wesentlich besserer ausgestattetes SUV mit Allradantrieb und 140-PS-Diesel bereits für 26.600 Euro an.

Fazit

Sinn oder Unsinn dieser Fahrzeugkategorie einmal dahingestellt: Mit dem Kuga hat Ford den optisch wohl attraktivsten SUV-Vertreter auf die Räder gestellt. Seine dynamische Akzentuierung sticht deutlich aus dem Geländewagen-Einerlei hervor. Die Optik ist nicht nur leere Hülle. Der Kuga fährt sich fast so gut wie er aussieht. Zudem ist der Wagen praktisch und vielseitig nutzbar, fühlt sich sowohl in der Stadt, im seichten Gelände als auch auf der Autobahn wohl. Er bietet von allem etwas. Und zu guter Letzt liegen sein Preis und sein Verbrauch unter dem Niveau des VW Tiguan.

Galerie: Erster Test Ford Kuga

 
3
53

Gebrauchtwagen-Kaufberater

Sie suchen einen Gebrauchten? Unsere Kaufberater sagen Ihnen, worauf Sie bei Ihrem Traumwagen achten müssen.

Suche nach Angeboten

Marke
Model
Fahrzeugrückruf
Hier verpassen Sie keinen Rückruf vom Hersteller mehr. Wir informieren Sie sofort per E-Mail.
Zum Rückrufservice

Frage der Woche

ServiceWelten

Sicherheit online

Schützen Sie sich vor Datenklau (Phishing), Scheckbetrug und unseriösen Angeboten.
Surfen Sie sicher mit unseren Tipps.