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Galerie: Erster Test Ford Mondeo Facelift

Erster Test: Ford Mondeo Facelift

Altes neu verkauft

13.09.2010

Tunlichst vermeidet man es bei Ford, von einem Facelift des Mondeo zu sprechen. Vielmehr sei das Flaggschiff quasi komplett neu. Aber eben nur quasi. Zwar hat Ford durchaus einiges überarbeitet, davon auch vieles unsichtbar unter dem Blech,  doch bleibt der Mondeo im Grunde der Alte.

So muss man genau hinsehen, um die Karosserie-Kosmetik nach den Ford-eigenen „Kinetic Design“-Standards zu erkennen, die den Mondeo optisch näher an seine Plattformbrüder S-Max und Galaxy rücken sollen. Ein sicheres Indiz für die geliftete Version sind die serienmäßigen LED-Rückleuchten, der Doppelauspuff und der Diffusor; das Tagfahrlicht mit LED-Technik gibt es dagegen nur gegen Aufpreis und die etwas stärker konturierte Motorhaube fällt auch nicht jedem auf.

Keine Limousine mehr

Galerie: Erster Test Ford Mondeo FaceliftSich sicher sein, dass es sich um das alte Modell handelt, kann man, wenn man eine Mondeo Limousine fahren sieht. Die wurde mit der Modellpflege aus dem Programm genommen. Zu gering war der Verkaufsanteil, der sich auf nicht einmal auf drei Prozent belief. Den Großteil des Mondeo-Kuchens, nämlich 80 Prozent, verleibt sich der Turnier genannte Kombi (Aufpreis 1.000 Euro) ein, der Rest geht an die Fließheck-Version, die Ford weiterhin anbietet.

Im Innenraum fallen als erstes die neuen Instrumente auf, die allerdings wenig filigran sondern eher klobig wirken. Überarbeitet und aufgewertet wurden auch die Mittelkonsole, Schalter, Lufteinlässe und Türverkleidungen. Und besonders stolz ist der Chefdesigner auf den Türoffner, der jetzt bündig mit der Verkleidung abschließt.   

Zwei neue Top-Motoren

Ford Mondeo FaceliftMit dem Facelift ziehen zwei neue Triebwerke in den Mondeo ein, die zwar beide bei einer ersten Ausfahrt überzeugen konnten, auf dem Markt allerdings nur eine kleine Rolle spielen dürften; sowohl der Benziner als auch der Diesel erweitern das jeweilige Motorenangebot nach oben. Der Ottomotor ist eine weitere Ausbaustaufe des Zweiliter-EcoBoost-Turbos, den es bislang mit 203 PS gab. Die zweite Version leistet nun 240 PS und stemmt bis zu 360 Newtonmeter auf die Kurbelwelle.

Verwaltet wird das Drehmoment von Fords Doppelkupplungs-Getriebe PowerShift, das die Kraft an die Vorderräder leitet. Allradantrieb gibt es beim Monde seit den Neunziger Jahren nicht mehr. Dabei würde er sich gerade in Kombination mit dem neuen Top-Benziner gut machen, der mit seinem kraftvollen Antritt mitunter die Vorderräder zum scharren bringt

Vorbildliche Laufruhe

Galerie: Erster Test Ford Mondeo FaceliftÄußerst kultiviert präsentiert sich der neue Benziner in Sachen Laufruhe, das Aggregat ist kaum zu hören und läuft fast so geschmeidig wie ein Sechs-Zylinder. Auch die Automatik arbeitet tadellos und wechselt die sechs Gänge flink und sanft zugleich. Den Verbrauch gibt Ford mit 7,7 Litern an; damit verbraucht die stärkere, 246 km/h schnelle Ausbaustufe auf dem Papier nicht mehr als die 200-PS-Version. Eine Stopp-Start-Automatik hat Ford übrigens nicht im Programm, wohl aber Energierückgewinnungsmaßnahmen und einen variablen Kühllufteinlass, mit dessen Hilfe sich die Lamellen des Kühlergrills verschließen lassen und so zu besserer Aerodynamik beitragen.

Zu den beiden Zwei-Liter-Dieseln mit 140 und 163 PS gesellt sich fortan ein 2,2-Liter-Selbstzünder, der mit 200 PS die Leistungsspitze markiert. Der völlig neu entwickelte Vier-Zylinder erzeugt bis zu 450 Newtonmeter Drehmoment und beschleunigt den Mondeo in 8,1 Sekunden auf Tempo 100; der Kombi braucht 0,2 Sekunden mehr.  Zwar geht der Selbstzünder durchaus kraftvoll ans Werk, doch wirkt er beim Durchzug insgesamt etwas schwächer, als der neue Benziner mit weniger Drehmoment. Dafür konsumiert er auch nur sechs Liter Diesel auf 100 Kilometer.

Neue Assistenten

Ford Mondeo FaceliftNeben den beiden Triebwerken, fließen mit dem Facelift noch weitere technische Neuerungen in den Mondeo ein. Ab Mitte November, wenn die neuen Fahrzeuge beim Händler stehen, verfügt auch der Mondeo  über einen Spurhalteassistent, einen Fernlichtassistent und einen Müdigkeitswarner. Diese drei Systeme führt Ford damit erstmals in Europa in seinen Autos ein. Weiterhin gibt es eine Tot-Winkel-Überwachung und eine Rückfahrkamera.

Erhältlich ist der Mondeo weiterhin in den Ausstattungsvarianten Trend, Titanum und Titanum S, wobei es die beiden neuen Motoren erst mit der mittleren Linie gibt.  Der Zwei-Liter-Turbobenziner kostet damit ab 34.100 Euro, der Diesel fängt bei 33.600 Euro an. Günstigster Mondeo ist der Einstiegs-Benziner, ein 1,6-Liter mit 120 PS, den es als Viva-Sondermodell ab 22.590 Euro gibt.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Ford Mondeo  2.0 EcoBoost   Ford Mondeo 2.2 Duratorq TDCi
    Fließheck   Turnier
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.784 / 1.886 / 1.500   4.837 / 1.886 / 1.500
Radstand (mm)   2.850   2.850
Wendekreis (m)   k. A.   k. A.
Leergewicht (kg)   1.569   1.615
Kofferraum (Liter)   540 - 1.460   549 - 1.740
Bereifung Testwagen   215/50 R 17   215/50 R 17
Motor        
Hubraum (ccm) / Bauart   1999   2179
Leistung (kW / PS)   176 / 240   147 / 200
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   360 / 1.900 - 3.500   450 / 1.750 - 3.000
Antriebsart   Frontantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe   manuelles Sechs-Gang-Getriebe
Verbrauch        
Krafstoffart   Benzin   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   7,7   6
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   179 / Euro 5   159 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k .A.   k. A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   7,5   8,3
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k .A.   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k .A.   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   246   225
Preise        
ab (Euro)   34.100,00   33.600,00
Empfohlene Extras   k. A.   k. A.
 
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Fazit

Michael Gebhardt

Ford hat den Mondeo drei Jahre nach seiner Markteinführung behutsam überarbeitet und aufgewertet; von einem neuen Modell zu sprechen, ist allerdings übertrieben. Die beiden neuen Vier-Zylinder-Motoren überzeugen durch Leistung und Laufkultur, vor allem der Benziner reicht fast an Sechs-Zylinder-Komfort heran. Große Verkaufsanteile sind allerdings nicht zu erwarten, die werden nach wie vor die Brot-und-Butter-Motoren einfahren. Zumal der Mondeo als Flottenfahrzeug in der Regel mit dem kleinsten Diesel geordert wird.
 
 

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