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Galerie: Erster Test Ford Mondeo

Erster Test: Ford Mondeo

Ford-Schritt

04.05.2007

Es ist fast schon ein Phänomen: Ford baut gute Autos, und keiner kauft sie. Ok, ganz so drastisch ist es nicht, doch die Kölner tun sich mitunter schwer, ihre Produkte an den Mann zu bringen. Eine groß angelegt Offensive soll den Hersteller aus diesem Dilemma führen. Gestartet wurde die Kampagne mit S-Max und Galaxy, jetzt folgt die Neuauflage des wichtigsten Modell: Mit dem neuen Mondeo macht Ford einen weiteren Schritt in die richtige Richtung.

Schlecht war der alte Mondeo sicher nicht, vor allem zum Ende der Bauzeit präsentierte sich das Kölner Top-Modell ausgereift und überzeugte mit sportlicher Fahrdynamik. Eine Schönheit war er dagegen eher weniger. Und das ist schließlich ein nicht unwichtiges Argument beim Autokauf.

Dynamisches Design

Galerie: Erster Test Ford MondeoDamit dies beim Nachfolger nicht wieder passiert, setzt Ford auf die konsequente Fortführung der neuen, mit Galaxy und S-Max eingeführten Markenoptik. Kinetic Design nennen die Kölner die neue Linienführung, sie soll Dynamik und Bewegung ausdrücken.

Runde Formen sind passé, Ecken, Sicken und ausgeprägt Lichtkanten stehen für den neuen Mondeo. Die Front zieren großdimensionierte Scheinwerfer, im Profil erinnern sie fast ein bisschen an einen Jaguar XK. Das Heck steht, wie schon beim Vorgänger, wieder in drei Bauformen zur Auswahl.

Drei Dimensionen

Fließheck und Limousine sehen sich zum Verwechseln ähnlich, unterscheiden sich aber deutlich in der Länge. Mit 4,78 Metern ist der Fünftürer das kürzeste Derivat, der Stufenheck misst mit4,84 Metern sieben Zentimeter mehr - und reicht damit an einen 5er BMW ran. Nur knapp darunter rangiert der zumindest optisch gelungenste Vertreter, der Kombi „Turnier“. Für ihn sollen sich laut Geschäftsführer Jürgen Stackmann in Deutschland rund 62 Prozent der Käufer entscheiden

Galerie: Erster Test Ford MondeoIm Interieur gleichen sich die Brüder wie Drillinge. Hier wird deutlich: Ford will den Mondeo von der Mittelklasse in die obere Mittelklasse verschieben. Zumindest, was die Wertanmutung betrifft. Optisch gelingt dies, doch beim befühlen der Materialien - egal ob Alu-Dekor, Holzimmitate oder Klavierlack - wird der Käufer zurück in die Realität geholt.

Die Instrumententafel ist je nach Ausstattung mit einer konventionellen Multifunktionsanzeige oder dem neuen Convers+ Infosystem ausgestattet. Letzteres ist ein üppig Dimensionierter, hochauflösender Bildschirm der dem Fahrer allerhand Infos und Einstellmöglichkeiten bietet. Die große Mittelkonsole beherbergt Radio, Navi und Klimaanlage. Ausreichend Ablagen runden das Cockpit ab.

Reichlich Platz

Galerie: Erster Test Ford MondeoWas das Platzangebot betrifft profitieren die Passagiere von dem auf 2,85 Meter gewachsenen Radstand (plus zehn Zentimeter). Fahrer- und Beifahrersitz sind straff gepolstert und bieten guten Seitenhalt. Auch Fahrgästen in der zweiten Reihe bietet der Mondeo ausreichend Bewegungsfreiheit.

Das Kofferraumvolumen variiert stark. Die Limousine schluckt 550 Liter, die Fließheckvariante bis zu 1.460 Liter. Allerdings gilt es bei beiden eine enge Ladeluke zu überwinden. Bester Packesel ist naturgemäß der Turnier, mit einem maximalen Gepäckraum von 1.745 Litern und einer Laderaumbreite von 1,14 Metern.

Breites Motorenangebot

Mit drei Diesel- und fünf Benzinmotoren bietet Ford zur Markteinführung am 16. Juni ein breites Antriebsspektrum an. Die Leistung reicht bei den Ottomotoren von 115 bis 220 PS, bei den Dieseln von 100 bis 140 PS. Unsere Wahl für die erste Testfahrt fiel auf den Mondeo Turnier 2.0 TDCi.

Galerie: Erster Test Ford MondeoDer bekannte 140 PS Selbstzünder zeigt sich im Mondeo von einer ganz anderen Seite als sonst. Das bisher vorhandene Turboloch konnten die Ingenieure fast gänzlich verbannen, gleichmäßig entfaltet er nun seine Kraft über ein weites Drehzahlband - maximal liegen 320 Nm bei 1.750 bis 2.240 Umdrehungen an. Zudem ist das Aggregat bestens gekapselt, gibt sein Brennverfahren höchstens noch unter Vollast preis.

Schwerer Kopf

Das serienmäßige, leichtgängige Sechsgang-Getriebe harmoniert bestens mit dem kultivierten Diesel. Schaltfaul lässt er sich niedertourig bewegen, ohne bei Bedarf den nötigen Durchzug zu verweigern. Nahezu einziges Manko: Das schwere Aggregat macht den Mondeo kopflastig.

Galerie: Erster Test Ford MondeoIn schnell angegangenen Kurven schiebt der Turnier gerne über die Vorderräder, die Front drängt sachte aber bestimmt zum Kurvenrand. Doch keine Angst, der Ford bleibt gut kontrollierbar und unterstützt wird der Fahrer vom serienmäßigen ESP.

Mehr als das sanfte Untersteuern trübt die etwas gefühllose Lenkung den Kurvenspaß. Sie gibt dem ambitionierten Fahrer zuwenig Rückmeldung, der Kontakt zur Straße könnte besser sein. So kommt es, dass in Kurven häufig nachkorrigiert werden muss.

Otto-Power

Galerie: Erster Test Ford MondeoGenug vom Diesel: Wir steigen um in die Limousine mit einem Fünfzylinder-Turbo, der starke 220 Pferde mobilisiert. Schon in der ersten Kurve fällt das geringere Gewicht auf der Vorderachse auf. Sauber zieht der Mondeo seinen Bahnen, lässt sich präzise um die Kurven manövrieren. Selbst die Lenkung wirkt genauer.

Hat man eine kleine Turbo-Gedenksekunde überwunden dreht das Aggregat brav hoch, begleitet von einem wunderbaren Turbinensound. Fünfzylinder eben. Seine maximal 320 Newtonmeter stehen von 1.500 bis 4.800 Touren bereit. Da wird manch Diesel neidisch.

Sportlich

Dem sportlichen Anspruch des Motors kommt das straffe Fahrwerk entgegen. Unebenheiten sind deutlich zu spüren, dennoch wirkt die Limousine nicht unbequem. Optional biete Ford ein interaktives Fahrwerk mit verstellbaren Dämpfern (Komfort, Normal und Sport) an. Ob der Aufpreis (965 Euro) lohnt, entscheidet der eigene Geschmack. Große Vorteile bietet es gegenüber dem gut austarierten Serienfahrwerk nicht.

Galerie: Erster Test Ford MondeoDamit sind wir auch schon bei den Preisen. Günstigste Mondeo-Variante ist ein Fließheck mit 110 Benzin-PS für 21.990 Euro. Nach oben ist die Preisliste offen, das teuerste Modell, ein Turnier mit 130 PS-Diesel und Automatik kostet 33.025 Euro. Vier Ausstattungslinien, zwei Sondervarianten und umfangreiche Sonderausstattung lassen kaum einen Wunsch offen.

Fazit

Hut ab. Mit dem neuen Mondeo setzt Ford seine dynamische Designlinie fort. Der Neue überzeugt nun auch optisch. Was das Fahrverhalten betrifft, bleibt der Mondeo auf dem bekannt hohen Niveau. Sportliche Fahrer werden ebenso ihre Freude haben wie Sparfüchse, denn alle Motoren lassen sich bei moderater Fahrweise sparsam bewegen. Der getestete Diesel gönnt sich um die sechs Liter, der Topbenziner ist mit unter zehn Litern zu fahren.

 
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