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Erster Test: Ford S-Max

Erster Test: Ford S-Max

Vorne Sport, hinten Van

10.04.2006

Die große Koalition ist beendet, das Gemeinschaftsprojekt „Van“, bestehend aus VW Sharan, Seat Alhambra und Ford Galaxy, Geschichte. Ford ist der erste Hersteller, der nun einen völlig eigenständig entwickelten Nachfolger auf den Markt bringt. Und wie um zu beweisen, wie gut man es auch alleine kann, gleich in zwei Spielarten: als neuen Galaxy (gesonderter Bericht) und als Sportvan namens S-Max.

Die neu entwickelte Plattform teilen sich der Galaxy und der S-Max, der Gleichteileanteil ist hoch. Doch im optischen Auftritt wie bei den Fahreigenschaften sind die Geschwister grundverschieden. Schon auf den ersten Blick wird klar, dass der S-Max ein neues Kapitel in der Geschichte der Vans aufschlägt: Extrem langer Radstand, kurze Überhänge, vergleichsweise niedrige Gesamthöhe, eine coupéhafte Dachlinie, mächtige Schulter und dicke Backen als Radhäuser - das schreit geradezu nach Sport.

Erster Test Ford S-MaxJürgen Stackmann, Mitglied der Geschäftsführung und zuständig für Marketing und Verkauf, meint, das Besondere am neuen S-Max sei, dass Ford hier endlich ein Fahrzeug auf die Räder gestellt habe, dass auch so sportlich aussehe, wie es sich fahre. Der gemeine Nicht-Marketing-Mensch dagegen dürfte sich eher die Frage stelle, ob der S-Max in Sachen Fahreigenschaften tatsächlich halten kann, was die Optik verspricht.

Feiner Fünfzylinder

Erster Test Ford S-MaxUm es vorweg zu nehmen: Die sportlichen Erwartungen werden übererfüllt. Vor allem, wenn man die Topmotorisierung und das vertretbar komfortable Sportfahrwerk wählt. 220 PS leistet der drehfreudige Fünfzylinder, der übrigens auch den Kompaktsportler Focus ST befeuert. Im S-Max verrichtet er seine Arbeit äußerst gepflegt. Das typische, kernige Trommeln eines Fünfzylinders bleibt meist nicht mehr als ein Hintergrundrauschen, von dem man gerne mehr mitbekommen würde.

Erster Test Ford S-MaxDer Vortrieb ist sehr gut, aber nicht brutal. Das könnte man durchaus erwarten angesichts von 220 PS, 350 Nm Drehmoment und exzellenter Fahrleistungsdaten (0 bis 100 km/h in 7,9 Sekunden; Höchstgeschwindigkeit 230 km/). Doch aufgrund des insgesamt sehr niedrigen Geräuschniveaus und eines in jeder Situation souveränen Fahrwerks ist die gefühlte Geschwindigkeit stets geringer als die tatsächliche.

Souverän schnell

Besonders auf kurvigen Strecken versetzt einen der Blick auf den Tacho ein ums andere mal in Staunen: So schnell schon wieder? Dabei könnte man doch durchaus noch flotter… Präzise lenkt der S-Max ein, hält sauber die Spur, neigt sich so gut wie nicht zur Seite und wechselt agil die Richtung. Das Lenkrad liegt hervorragend in der Hand, und der ebenfalls griffoptimal platzierte Ganghebel flutscht auf kurzen Wegen passgenau durch die Gasse. Um es auf den Punkt zu bringen: Nach wenigen Minuten hat man als Fahrer vergessen, dass man einen Van bewegt.

Erster Test Ford S-MaxTut man aber, und zwar gar keinen Kleinen. Mit einer Gesamtlänge von 4,77 Metern ist der S-Max nur fünf Zentimeter kürzer als der neue Galaxy. Die um sieben Zentimeter geringere Gesamthöhe stört keinen der fünf Passagiere. Vorne wie hinten ist richtig viel Platz, auch nach oben hin. Nur auf der (optionalen) dritten Bank ist die Kopffreiheit eingeschränkt. Kaum verbesserungsfähig sind die bequemen Sportsitze für Fahrer und Beifahrer, die bis hoch zu den Schultern sehr guten Seitenhalt bieten. Schade, dass Letzteres nicht auch auf die drei Einzelsitze im Fond zutrifft.

Vollwertiger Van

Erster Test Ford S-MaxDafür sind diese drei Stühle einzeln in der Länge verschieb- und jeder für sich vollständig im Boden versenkbar. Damit geht der S-Max in Sachen Variabilität und Ladekapazität als vollwertiger Van durch. Das Kofferraumvolumen reicht von 755 Liter (Fünfsitzer) bis 2.000 Liter (Zweisitzer), die maximale Laderaumlänge beträgt über zwei Meter, die Ladehöhe und die Ladebreite jeweils über einem Meter. Und genutzt werden darf der Raum auch, schließlich lädt der Sportvan, je nach Motorisierung, mindestens 730 Kilogramm zu.

Erhältlich ist der S-Max ab dem 20. Mai in den drei Ausstattungslinien Ambiente, Trend und Titanium und in vier Motorvarianten. Unter dem 2,5-Liter-Topbenziner rangiert ein 2,0-Liter-Vierzylinder mit 145 PS; den 2,0-Liter-Dieselmotor mit serienmäßigen Partikelfilter gibt es in den Leistungsstufen 130 und 140 PS. Die Preise beginnen trotz guter Ausstattung bereits bei 24.625 Euro für den 145-PS-Benziner. Dieselfahrer müssen mindestens 26.975 Euro in die Hand nehmen. Das von uns gefahrene Topmodell mit 220 PS und üppiger Titanium-Ausstattung kostet verträgliche 31.450 Euro.

Fazit

Erster Test Ford S-MaxChapeau! Mit dem S-Max hat Ford ein herausragendes Fahrzeug auf die Räder gestellt. Es bietet trotz mutiger Optik hohen Alltagsnutzen, und so viel Fahrspaß wie bislang kein anderer großer Van. Hinzu kommen die traditionell günstigen Preise: ausstattungsbereinigt ist der S-Max nur wenige hundert Euro teurer als ein Mondeo Turnier.

Speziell die sportlich orientierten Kombifahrer sind es auch, die Ford mit dem S-Max abwerben will. Gerne auch von den so genannten Premiummarken. Dass diese Kunden in Sachen Innenraumdesign und Qualitätsanmutung besonders verwöhnt sind, hat Ford inzwischen begriffen. Und reagiert. Die weich unterschäumte Armaturentafel und die ansehnlichen, nun orange-rot durchleuchteten Anzeigen sind nur zwei Beispiele, die beweisen, dass der neue Ford-Anspruch erfüllt wird: Der neue S-Max ist „bezahlbares Premium“.

Erster Test Ford S-Max

 
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