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Galerie: Erster Test Honda Accord

Erster Test: Honda Accord

Neue Töne

29.04.2008

Es piept und pfeift allenthalben. Nein, damit sind nicht die Amseln und Drosseln im Wiener Wald gemeint, sondern der neue Honda Accord. Auf einer ersten Ausfahrt durch die Wachau konnten wir uns von seinen zahlreichen neuen Sicherheitssystemen überzeugen, die den Fahrer unterstützen sollen- und fortlaufend vor potentiellen Gefahren warnen.

Zu dichtes Auffahren, Spurwechsel ohne zu blinken oder lediglich nicht angeschnallt - die achte Generation des Honda Accord, die ab Juni bei den Händlern steht, überwacht ihren Fahrer und straft Fehlverhalten mit eindringlichen Warntönen. Bekannt sind die Sicherheitssysteme, mit kryptischen Namen wie CMBS, LKAS oder ACC, bereits aus anderen Honda-Modellen. Im neuen Accord treten die elektronischen Helfer nun gemeinsam in Aktion und erstmalig in einem Fahrzeug des D-Segments.

Hinter CMBS verbirgt sich das „Collision Mitigation Breaking System“, eine Technik, die helfen soll, Unfälle zu vermeiden. Fortlaufend wird der Geschwindigkeitsunterschied zwischen dem Accord und einem vorausfahrenden Fahrzeug ermittelt. Errechnet das CMBS daraus die Gefahr eines Crashs, wird der Fahrer optisch und akustisch in drei Stufen gewarnt. Zudem strafft der Honda automatisch die Gurte, um den Fahrer wach zu rütteln und um die Passagiere im Falle eines Aufpralls besser zu schützen. Ab der zweiten Warnstufe bremst der Honda selbstständig mit bis zu 60 Prozent der maximalen Kraft. Kann der Unfall nicht vermieden werden, wird so zumindest die Aufprallenergie deutlich reduziert.

Vorsorglich

Galerie: Erster Test Honda AccordDie beiden anderen Systeme greifen nicht erst im Ernstfall ein, sondern unterstützen den Fahrer im Alltag. ACC, die „Adaptive Cruise Control“, ist der mittlerweile weit verbreitete Abstandstempomat, der den Wagen auf einer vorgegebenen Distanz zum Vordermann hält. Versehentliche Spurwechsel soll LKAS verhindern, das „Lane Keeping Assist System“. Eine Kamera an der Frontscheibe überwacht den Fahrstreifen und korrigiert durch feine Lenkeingriffe fortlaufend die Richtung. Wer ohne zu blinken über die Fahrbahnmarkierung fährt, wird vom System ermahnt. Natürlich behält der Fahrer stets die Oberhand und kann das System mit seiner Lenkbewegung überstimmen.

Bei einer ersten Ausfahrt konnte uns das LKAS allerdings nicht uneingeschränkt überzeugen. Der Assistent versucht den Wagen mittig in der Spur zu halten, häufige, kleine Lenkeingriffe sind die Folge. So sinnvoll die Idee, so ungewohnt fühlt es sich an, wenn das Auto stets von selbst die Richtung korrigiert. Wenn man den Markierungsstreifen tatsächlich touchiert, fallen die Eingriffe dagegen zu gering aus. Entgegen anderen Systemen, zum Beispiel von VW, schafft es der Honda nicht ganz ohne händischen Eingriff des Fahrers zurück auf seine Bahn. Anders als das CMBS lassen sich ACC und LKAS aber deaktivieren, wenn sich der Fahrer zu sehr bevormundet fühlt.

Richtungsweisend

Galerie: Erster Test Honda AccordUneingeschränkt sinnvoll ist dagegen die Lenkrichtungsangabe in Notsituationen. Viele Fahrer sind im Falle eines Über- oder Untersteuern des Wagens überfordert, und lenken intuitiv noch in die falsche Richtung. Die adaptive Servolenkung macht es möglich, dem Fahrer zu helfen: Schlägt er die falsche Richtung ein, ist die Lenkung schwergängig, andersrum lässt sich das Volant dafür ausgesprochen leicht drehen.

Sicher ist er also, der neue Accord. Doch was hat sich in den vergangenen fünf Jahren noch getan? Blickt man dem Honda ins Gesicht, ist der Unterschied zum Vorgänger gar nicht so üppig. Ein bisschen aggressiver, ein bisschen dynamischer, doch in ihren Grundzügen ist die Front gleich geblieben. Die Scheinwerfer orientieren sich stärker am wappenförmigen Kühlergrill, dieser ist ein wenig gewachsen. Insgesamt hat der Accord ein wenig an Länge zugelegt, die Limousine misst nun 4,73 Meter, der Kombi zwei Zentimeter mehr.

Schicker Hintern

Galerie: Erster Test Honda AccordGrößer ist der Unterschied am Heck, zumindest beim Kombi. Dieser startet im September 2008 und präsentiert sich deutlich dynamischer als das aktuelle Modell. Während man beim letzten Accord Wert auf maximalen Stauraum legte und die Heckscheibe entsprechend senkrecht stand, kehrt man mit dem neuen Modell zu einem schrägen Heck zurück.

Sicher keine leichte Entscheidung, immerhin mussten die Ingenieure der schicken Optik mehr als 400 Liter Stauraum opfern. Zwischen 395 und 1.252 Liter schluckt das Heck nun, damit lassen sich keine Preise abräumen. Früher gingen maximal 1.657 Liter rein. Dafür lässt sich die Seitenverkleidung im Kofferraum mit einem einfachen Handgriff entfernen, so dass auch breitere Transportgüter hineinpassen. Keine Einbußen gibt es bei der Limousine, dort ist das Volumen sogar minimal von 459 auf 467 Liter gestiegen.

Wie im Raumschiff

Galerie: Erster Test Honda AccordHonda ist mittlerweile bekannt für futuristische Interieurs. Da macht auch das Accord-Cockpit keine Ausnahme mehr: Es könnte auch aus dem Raumschiff Orion stammen. Der Fahrersitz ist umrahmt, ja fast schon eingebaut von Knöpfen, Schaltern und Drehreglern. Zugegeben, ein Bügeleisen zum Gasgeben gibt es im Accord (noch) nicht. Dafür zum Beispiel einen filigranen Dreh-, Schiebe- und Drückknubbel für die Bedienung des Entertainmentsystems oder zahlreiche Lenkradtasten für die ganzen elektronischen Helferleins.

Sieht man von dem leicht beklemmenden Gefühl auf dem Fahrersitz ab, bietet der Honda ein üppiges Platzangebot. Auch im Fond sitzen große Mitfahrer bequem, wenngleich sie nicht in den Genuss der wohnzimmertauglichen Sessel der ersten Reihe kommen. Ausreichend Seitenhalt und straffe Polster gibt es aber auch auf der Rückbank. Bleibt nur noch die Materialauswahl, die es zu verbessern gilt. Zumindest teilweise, immerhin finden sich allein im Cockpit acht unterschiedliche Oberflächen, darunter auch kratzempfindliches Hartplastik und unschönes Lederimitat.

Übersichtliches Angebot

Galerie: Erster Test Honda AccordKlein, aber vollkommen ausreichend, ist die Motorenauswahl: Zwei Benziner, ein Diesel. Einziges Aggregat, das mit allen drei Ausstattungslinien kombinierbar ist, ist der Basisbenziner mit 156 PS und 192 Newtonmetern. Für 24.800 Euro (Kombi: 26.100 Euro) bekommen die Käufer einen kultivierten Vierzylinder, der den rund eineinhalb Tonnen schweren Accord in unter zehn Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt.

Mit dem Zweiliter-Aggregat ist der Honda zwar keine Sportskanone, doch auch alles andere als lahm. Die Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h reicht auch für längere Autobahnetappen vollkommen aus. Nur zum Überholen muss man einen Gang runterschalten, was dank des gut geführten Sechsgang-Getriebes nicht schwer fällt. Allerdings dürfte dessen Schalthebel ruhig etwas größer ausfallen. In den beiden höheren Ausstattungsvarianten steht für 1.900 Euro eine Fünfgang-Automatik zur Wahl. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei rund siebeneinhalb Litern.

Mehr Durchzug

Galerie: Erster Test Honda AccordMehr Überholpotential bietet der 2,4-Liter-Benziner. Er schöpft aus seinen vier Brennkammern nun 201 PS (vorher 190 PS) und ist ausschließlich in der höchsten Ausstattungslinie erhältlich - zu 32.750 Euro beziehungsweise 34.675 Euro für den Tourer. Auch hier haben die Kunden die Wahl zwischen der serienmäßigen Sechsgang-Schaltung oder dem Fünfgang-Automaten. Letzterer gönnt sich mit 9,7 Sekunden für den Standardsprint übrigens gut eineinhalb Sekunden mehr als der Handschalter. Aber: Laut Datenblatt braucht die Automatik mit 8,6 Litern Superbenzin je 100 Kilometer sogar 0,2 Liter weniger.

Der größere Hubraum macht sich vor allem beim Durchzug im unteren Drehzahlbereich bemerkbar, maximal stemmt der frontgetrieben Honda 240 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Gasbefehle setzt der Vierzylinder spontan in Vorwärtsbewegung um, serienmäßig übertragen 17-Zoll-Räder die Kraft auf die Straße. Neu entwickelte Stoßdämpfer, eine neue Hinterachse und der tiefere Schwerpunkt sorgen - zusammen mit der breiteren Spur - für spürbar verbesserte Straßenlage und agileres Handling.

Mehr Diesel

Galerie: Erster Test Honda AccordBei der aktuellen Accord-Generation lag der Dieselanteil mit nur 32 Prozent deutlich unter dem Segmentdurchschnitt von mehr als zwei Dritteln Selbstzündern. Der 2,2-Liter-Diesel mit serienmäßigem Partikelfilter soll den Anteil nun auf gut 50 Prozent erhöhen. Der 150 PS starke Vierzylinder ist zu Preisen ab 28.675 Euro (Tourer: 29.975 Euro) ab der mittleren Ausstattungslinie erhältlich.

Zwischen 2.000 und 2.500 Touren entwickelt der überarbeitete Common-Rail-Diesel jetzt ein Drehmoment von 350 Newtonmeter, darunter muss immer noch ein kleines Turboloch überwunden werden. Ab 2009 ist auch für den Diesel eine Automatik orderbar, bis dahin steht ein Sechsgang-Getriebe zur Verfügung. Mit einem Verbrauch von gut fünfeinhalb Litern fährt der Accord vorbildlich sparsam. Apropos sparsam: Alle Modelle mit Handschalter verfügen über eine Gangwechselanzeige, die den Fahrer über den optimalen Schaltzeitpunkt informiert! So sollen sich laut Hersteller bis zu fünf Prozent Sprit einsparen lassen.

Galerie: Erster Test Honda AccordDie drei angebotenen Ausstattungslinien decken, je nach Anspruch, die meisten Bedürfnisse ab. Aufpreispflichtig ist dagegen das erwähnte Sicherheitspaket aus CMBS, LKAS und ACC, das mit 2.450 Euro in der Preisliste steht und nur für die hochwertigste „Executive“-Version bestellbar ist. Außerdem bietet Honda ein DVD-Navigationssystem (2.400 Euro beziehungsweise 2.950 Euro, je nach Ausstattung) und eine Metallic-Lackierung zu 530 Euro an.

Fazit

Mit der achten Generation des Accord setzt Honda wieder mehr auf Emotion, als beim geradlinigen Vorgänger. Vor allem der Tourer hat optisch deutlich zugelegt. Doch der Preis dafür ist hoch: das Gepäckvolumen fällt deutlich geringer aus. Damit mausert sich der Honda vom Lastesel zum Lifestyle-Kombi. Mit drei Motoren fällt das Angebot zwar klein, aber fein aus. Am effizientesten fährt der Diesel, für Wenigfahrer empfiehlt sich der kleine Benziner.

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