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Galerie: Erster Test Honda CR-Z

Erster Test: Honda CR-Z

Ein bisschen Spaß muss sein...

12.05.2010

Ernst nehmen müssen Autohersteller das Thema Umwelt-Technologie, Spritreduzierung und Nachhaltigkeit in jedem Fall. Sie tun es auch. Aber Autokauf ist für viel Kunden doch ein emotionales Ding, Umwelt hin, Umwelt her. Und da passt das Lied von Roberto Blanco wunderbar. Denn ein bisschen Spaß muss beim Auto-Kauf und Autofahren wirklich sein. Das dachte sich auch Honda bei der Entwicklung des CR-Z. Ein Hybrid-Kompakt-Sportler, der das Gewissen mit niedrigen verbrauchswerten beruhigen soll, den Spaßgedanken aber hochhält. Diese Kombination gelingt aber nur bedingt.

Zwar weist Honda den rund 125 PS starken CR-Z mit einem Normverbrauch von lediglich fünf Litern auf 100 Kilometer aus, aber in der Realität ist es freilich utopisch, an diesen Wert heranzukommen.

Damals CRX, jetzt CR-Z

Galerie: Erster Test Honda CR-Z Denn der CR-Z soll und will die Nachfolge des legendären CRX antreten. Dem kleinen Proll-Sportler, der in den 80er und 90er Jahren hauptsächlich durch Lautstärke aufgrund Ofenrohr-dicker Auspuffanlagen auffiel. Honda hofft nun, mit dem neuen CR-Z eine junge, umweltbewusste Spaßfraktion und gealterte Ex-CRXer begeistern zu können. Das könnte in der Tat gelingen. Denn für die Generation der Lohas könnte der CR-Z genauso interessant sein, wie für die, die einfach einen sportlichen und preiswerten Kompaktwagen suchen und keine Lust auf Scirocco und Co. haben.

Im CR-Z werkelt ein vom Honda Jazz abgeleiteter, auf 1,5 Liter Hubraum aufgestockter, Vier-Zylinder-Saugmotor. Auf Turbolader- oder Kompressor-Zwangsbeatmung verzichtet Honda, nicht aber auf Hightech in Form eines 38 Kilogramm schweren Elektro-Moduls, das zwischen Verbrennungsmotor und Sechs-Gang-Schaltgetriebe sitzt.

Kumuliert 124 PS

Honda CR-ZDie Kombination aus 114-Benzin-PS und 14-Elektro-PS soll das Spurtvermögen verbessern und den Spritdurst senken. Ein großes Lob verdient die knackig-präzise Schalt-Box. Sechs Gänge werden im CR-Z von Hand sortiert. Ein Novum bei einem Hybrid-Fahrzeug.

Das Getriebe harmoniert so perfekt, dass man an ein Doppelkupplungs-Getriebe keinen Gedanken verschwendet. Die Kombination vermittelt eine Direktheit, die Toyota Prius, Honda Insight und auch Lexus- und Mercedes-Hybrid-Modelle aufgrund der teils trägen Automatik-Getriebe vermissen lassen. Mit diesem Schritt verzichten die Honda-Ingenieure zwar auf den letzten Öko-Kick, da das individuelle Schaltverhalten den Spritverbrauch stark beeinflusst, der Fahrspaß ist indes jedoch ungleich höher. Und eine Schaltempfehlung gibt es ja auch.

Honda CR-ZSo schiebt der Elektromotor des CR-Z in jedem Gang auch von unten raus spürbar mit an. Alleine leistet das Modul 78 Newtonmeter Drehmoment. Zusammen mit dem Verbrennungsmotor stehen zwischen 1.000 und 1.500 Touren 174 Newtonmeter zur Verfügung. Ein Scirocco 1.4 TSI mit 122 PS bietet dank Turboaufladung zwar 200 Newtonmeter ab 1.500 Touren, gefühlt bietet er aber kein besseres Durchzugsvermögen.

Satter Sound

Honda CR-ZUntermalt wird der saubere Beschleunigungsvorgang des CR-Z von einem satten Sound. Der Motor-, beziehungsweise Auspuffklang war den Entwicklern wichtig. So erinnert er auch nicht zufällig an den VTEC-Motor des CRX und passt zum extrovertierten und gleichzeitig unkonventionellen Erscheinungsbild des CR-Z. Erst bei hohen Drehzahlen wird es im Interieur dröhnig. Das ist jedoch jederzeit zu unterbinden, denn der sechste Gang ist extrem lang ausgelegt und senkt Lautstärke, Drehzahl und Temperament des CR-Z extrem.

Honda CR-ZWer jedoch die perfekt schaltbare CR-Z-Sechs-Gang-Box durchforstet, wird mit einer tollen Drehfreude des Motors und einer Spitzengeschwindigkeit von rund 200 km/h belohnt. Der Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 gelingt in 9,9 Sekunden. Wer solch einen rasanten Fahrstil pflegt, braucht sich allerdings nicht wundern, dass der Realverbrauch schnell mal 50 Prozent über dem Normverbrauch. Aber der Verbrauch wird sicherlich nicht das Verkaufsargument sein, denn auch ein Scirocco 1.4 TSI oder ein Peugeot RC-Z 2.0 HDi sind mit Normwerten von 6,3 respektive 5,3 Liter Diesel alles andere als Säufer.

Vielleicht funktioniert die Kombination aus Begeisterungspotenzial und Preis, denn der 4,08 Meter lange CR-Z beginnt mit solider Serienausstattung bei 22.000 Euro. 1.000 Euro mehr veranschlagt Honda für die Version Sport, weitere 2.000 Euro mehr kostet der GT. Als empfehlenswertes Extra bleiben bei allen Linien die 17-Zoll-Räder mit 205/55er Reifen erwähnenswert. Denn die serienmäßige 16-Zoll-Bereifung wirkt schon optisch sehr mickrig am 1,74 Meter breiten aber lediglich 1,40 Meter flachen CR-Z.

Super Fahrwerk

Honda CR-ZMit den Zubehör-Rädern würde sich sicherlich auch das ohnehin schon exzellente Fahrverhalten nochmals in Richtung Dynamik verbessern. Er lenkt gierig in die Kurven, untersteuert spät und bleibt auch beim Gaswegnehmen in Kurven harmlos. Notfalls ist das ESP zur Stelle, um Schlimmeres zu verhindern. Der CR-Z ist straff, bietet aber dennoch echten Langstreckenkomfort.

Innen geht es sehr eng zu: Der Honda CR-Z ist ein unübersichtlicher Zweisitzer, auch wenn er faktisch über vier Sitzplätze verfügt. Hinten passen nicht einmal Kinder rein, daher sollte man diese Sitze prinzipiell umklappen und sich über fast 600 Liter Kofferraumvolumen freuen. Freuen kann man sich auch über die gute Verarbeitung und das fahrerorientierte Cockpit. Es lässt keine Fragen offen und fördert den Spieltrieb. So bietet die Software auf Knopfdruck drei Fahrprogramme. Normal ist bei jedem Motorstart aktiviert, die Sporttaste veranlasst Lenkung und Gasannahme zu mehr Agilität, im Eco-Modus werden alle Parameter auf Spritsparen gesetzt.

Technische Daten
 
    Honda CR-Z
Ausstattungsvariante   S
Abmessung und Gewicht    
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.080/1.740/1.395
Radstand (mm)   2.425
Wendekreis (m)   10,8
Leergewicht (kg)   ab 1.245
Kofferraum (Liter)   225 - 600
Bereifung Testwagen   195/55 R16
Motor    
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.497 / 4, Reihe
Leistung Kw (PS)   91 (124)
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   174 zwischen 1.000 - 1.500
Antriebsart   Front
Getriebeart   6-Gang Handschalter
Verbrauch    
Krafstoffart   Super
Kombiniert laut Werk (l/100km)   5
CO2-Emissionen (g/km)   117 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   4,3
Fahrleistungen    
Werksangabe 0-100km/h (s)   9,9
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   200
Preise    
ab (Euro)   21.990
     
Empfohlene Extras   Ausstattungslinie Sport (1.000 Euro), 17 Zoll Aluminiumfelgen (1.250 Euro), Einparkhilfe hinten (550 Euro)
 
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Honda CR-ZDie Materialanmutung will hingegen nicht ganz in die Preisklasse passen. Hartplastik, wohin das Augen schaut und die Finger greifen. Das kann die Konkurrenz besser.

Fazit

Der Honda CR-Z ist primär ein sportliches Auto mit ausgezeichnetem Fahrwerk und exzellenter Schalt-Box. Dass der CR-Z ein Hybrid-Fahrzeug ist, kommt netterweise hinzu. Denn zumindest nach Norm ist er der sparsamste im Segment und hat dennoch vor allem von unten raus ausreichend Kraft. Der 14-PS-Elektromotor drückt bereits ab Leerlaufdrehzahl spürbar und dreht dem kleinen 1,5-Liter-Vier-Zylinder auch bei 6.500 Touren nicht die Luft ab. Was der Praxisverbrauch sagt, wird der Honda CR-Z im Test zeigen. Wer sparen will, soll gleich zu einem echten Sparmobil á la Insight, Civic Hybrid oder ab 2011 zum, Jazz Hybrid greifen. Der CR-Z ist ein Spaßmobil mit Sparpotenzial und kein Sparmobil mit Spaßpotenzial. Zu haben ab Anfang Juni 2010.

Honda CR-Z

 
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