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Galerie: Erster Test Honda Jazz

Erster Test: Honda Jazz

Der Schwertransporter

12.09.2008

Der Honda Jazz ist global gesehen ein Verkaufs-Renner. In 115 Ländern konnten seit Markteinführung vor sieben Jahren rund 2,5 Millionen Exemplare abgesetzt werden. Jetzt ist es Zeit, den Nachfolger zu empfangen: Neu eingekleidet und gewachsen präsentiert sich der Jazz zu Preisen ab 12.550 Euro.

Mit diesem Einstiegspreis liegt der neue Jazz satte 1.260 Euro über dem des Vorgängers. Das ist in dieser Preisklasse happig, zumal auch der Neue – je nach Charge – wieder in China gebaut wird. So stellt sich die Frage: Ist der Preisaufschlag gerechtfertigt?

LED-Rückleuchten

Galerie: Erster Test Honda JazzZuerst einmal gefällt die neu gestylte Karosserie. Klar, die Form des Jazz erinnert noch stark an den Vorgänger. Dennoch wirkt der Neue deutlich jünger, schicker und eleganter. Einen großen Anteil daran haben die mindestens 15 Zoll großen Räder und die modernen LED-Rück- und -Bremsleuchten. Die vanartige Karosserie legt in der Länge und im Radstand um jeweils 50 Millimeter zu, in der Breite wächst er um 20 Millimeter. Gefühlt ändert sich wenig, Platz gibt es in dem nur 3,90 Meter kurzen Onebox-Auto nach wie vor viel – vor allem hinten. Der Jazz ist innen deutlich größer, als es seine Abmessungen erwarten lassen.

Galerie: Erster Test Honda JazzZudem ist er wieder ein Meister der Variabilität. So lassen sich verschiedenste Sitz-Konfigurationen erstellen, die das Ladeabteil multifunktional machen. Beispielsweise passen nach dem Umklappen der hinteren Rücklehne (teilbar) und dem Flachlegen des Beifahrersitzes Gegenstände von fast 2,40 Metern Länge rein. Wer etwas Hohes zu transportieren hat, kann die hintere Sitzfläche hochklappen und erreicht damit eine Stehhöhe von annähernd 1,30 Metern. In den Kofferraum selbst passen bei Normalstellung der Rückbank ohne Reserverad 399 Liter unter die Ablage. Wer umklappt kann fast 1.400 Liter wegpacken. Rekordverdächtige 508 Kilogramm darf der Jazz maximal mitnehmen. Damit ist er prädestiniert für große Transportaufgaben.

Schöner Wohnen

Galerie: Erster Test Honda JazzDas Interieur-Styling wurde im Vergleich zum langweiligen Vorgänger erheblich aufgewertet. Das Cockpit wirkt modern und frisch, ist übersichtlich und stellt niemanden vor Rätsel. Viele Ablagen verstauen viel Krimskrams. Etwas karg bestückt wirkt das Kombiinstrument mit den großen, ungenutzten Flächen. Bis auf die etwas gakelige, anknöpfbare Gepäckraumabdeckung ist die Verarbeitung tadellos. Hier und da könnte die Materialauswahl besser sein.

Sehr bequem sind die Sitze des Jazz. Sie haben eine angenehme Straffheit, bieten ausreichend Seitenhalt und eine gute Rückenunterstützung. Das Lenkrad ist nun in Höhe und Weite einstellbar und ermöglicht eine hervorragende Sitzposition. Insbesondere durch die großen Dreiecksfenster und die hohen Seitenscheiben bietet der Jazz eine sehr gute Übersicht. Nach hinten lässt sich das Ende erahnen. Auf die aufpreispflichtige Einparkhilfe kann daher verzichtet werden.

Nicht gemütlich

Galerie: Erster Test Honda JazzWar das nicht lieferbare ESP beim alten Jazz ein echtes Manko, ist VSA (Vehicle Stability Assist) nun in allen Honda-Autos serienmäßig vorhanden und sorgt für Sicherheit. Zudem geriet die Abstimmung des Fahrwerks für dieses Segment recht sportlich und bietet im ersten Moment eine satte Straßenlage. Aber noch immer wird das Heck bei abenteuerlichen Ausweichmanövern so leicht, dass VSA eine willkommene Absicherung ist. Die fehlende Direktheit in der Lenkung vereitelt eine „wie am Strich gezogene“ Kurvenfahrt. Sechs Airbags (früher nur vier) verhindern im Ernstfall Schlimmeres und gelten als Pro-Argument zur eingangs erwähnten Preisfrage. Die Scheibenbremsen packen kräftig zu, sind vorne innenbelüftet und 262 Millimeter groß.

Kein Diesel

Galerie: Erster Test Honda JazzIm Kleinwagensegment spielen Diesel keine Rolle. Honda beziffert den Anteil mit zwölf Prozent, verteilt über alle Marken. Daher bieten die Japaner erst gar keinen Diesel-Jazz an und überlassen das Selbstzünder-Feld der Konkurrenz à la Nissan Note, Opel Meriva und Fiat Idea.

Honda offeriert ausschließlich Ottos mit 1,2 Liter Hubraum und 90 PS sowie 1,4 und 100 Pferden. Nicht viel Unterschied? Richtig, aber die Unterschiede liegen im Detail. So kann der schwächere Antrieb lediglich mit der Basisversion und der empfehlenswerten Trend-Ausstattung erworben werden – diese gibt es für 14.550 Euro. Wer Extras wie Klimaautomatik, Alufelgen oder das automatisierte Getriebe bevorzugt, kommt nicht um den 1,4-Liter-Benziner herum, der bei 15.950 Euro startet. Dabei ist der stärkere Motor nicht notwendig. Die Fahrleistungen liegen auf ähnlich gutem Niveau. Bei rund 180 km/h ist bei allen Versionen Schluss, lediglich im obersten Drehzahlbereich hat der Topmotor mehr Puste. Er benötigt laut Hersteller im Idealfall 11,4 Sekunden für den Standardsprint. Bemerkenswert ist die Laufruhe der Vierzylinder – zumindest im Stand sind die Motoren fast nicht hörbar, erst ab Tacho 140 sind sie stets präsent.

Galerie: Erster Test Honda JazzWar der alte Jazz mit einer stufenlosen Automatik erhältlich, setzen die Japaner im 1,4 Liter jetzt optional das automatisierte Schaltgetriebe i-Shift aus dem Civic ein. Mit diesem 1.100 Euro teuren Schaltautomat verlängert sich der 100er-Spurt um satte zwei Sekunden. Das sechsstufige Elektronik-Getriebe ist daher nur für Komfortliebhaber zu empfehlen, die einen ruhigen Fahrstil pflegen. Wer es eilig hat, wird nämlich mit einer ruckeligen und unharmonischen Fahrweise nach Vorbild der ersten Smart-Generation bestraft. Immerhin können die Gänge via Schaltpaddles am Lenkrad selbst sortiert werden. Hektische Zeitgenossen sollten gleich beim Fünfgang-Handschalter bleiben. Hier lassen sich die Gänge präzise und mit einem satten Klack arretieren und die Fahrleistungen stimmen.

Noch keine Verbrauchswerte

Galerie: Erster Test Honda JazzZum Verbrauch macht Honda noch keine Angaben. Auf Nachfrage hieß es, dass die Werte noch nicht vorliegen, aber sich in jedem Fall unter denen des Vorgängers bewegen. Das ist ein sportliches Ziel, so verbrauchte der 78 PS starke Einstiegsbenziner des alten Jazz lediglich 5,5 Liter Super nach Norm. Der serienmäßige Bordcomputer unseres 1.4 mit automatisiertem Schaltgetriebe gab nach Autobahn-, Landstraßen- und Stadt-Fahrt knapp sieben Liter an. Ein späterer Test wird Genaueres hervorbringen.

Fazit

Der neue Honda Jazz überzeugt vor allem mit seiner Variabilität, der guten Übersichtlichkeit, seinem Platzangebot und einer Drei-Jahres-Garantie. Nicht überzeugen können der Preis, die schwammige Lenkung, die teilweise billige Materialanmutung und das automatisierte Schaltgetriebe. Die beiden Benziner erledigen ihre Aufgabe gut. Unsere Empfehlung lautet 1.2 Trend für 14.550 Euro.

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