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Galerie: Erster Test Honda Legend

Erster Test: Honda Legend

Lenkt allein, bremst allein

18.10.2005

Fast schon bescheiden kommt der konservativ gestylte Legend daher. Trotzdem ist die Sensation perfekt: Nur knapp fünf Wochen nach der IAA präsentiert Honda ein Auto, das noch sicherer sein soll als die gerade erst vorgestellte Super-S-Klasse von Mercedes: Den Nobelschlitten Legend.

Erstmals verfügt der Legend über ein Lane Keeping Assistent System (LKAS), eine elektrische Lenkhilfe, die den Fahrer dabei unterstützt, sein Auto in der Spur zu halten. Und das funktioniert so: Im oberen Bereich der Frontscheibe ist eine Kamera installiert. Sie sendet permanent Bilder von der Fahrbahnoberfläche an einen Zentralrechner. Der gleicht die Informationen mit den Daten der elektrischen Servolenkung ab. Sobald der Fahrer eine Spurmarkierung überfährt, ertönt ein Dauerpiepton. Im Notfall unterstützt das System den Fahrer mit maximal 80 Prozent Lenkkraft, sein Fahrzeug wieder auf die Straße zu bekommen.

Haftung vor Technik

AGalerie: Erster Test Honda Legendus Haftungsgründen darf das LKAS nicht komplett autark arbeiten, auch, wenn es das jetzt schon könnte. Die Hauptverantwortung muss immer beim Fahrer bleiben. LKAS schaltet sich automatisch ab, wenn der Fahrer nicht mindestens 20 Prozent der Lenkkraft selbst aufbringt oder die Hände nicht am Steuer hat. Zudem arbeitet es nur bei Geschwindigkeiten zwischen 72 und 180 km/h. Bislang ist LKAS ausschließlich für Rechtslenker-Fahrzeuge (z. B. England und Japan) erhältlich.

Ein anderes Assistenzsystem greift bei Kollisionsgefahr von vorne ein. Ist der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu gering, erscheint das rote Symbol „Brake“ (Bremsen!) im Cockpit. Reagiert der Fahrer nicht, bremst der Legend automatisch ab. Zusätzlich werden die Gurtstraffer mehrmals leicht angezogen. Sozusagen als letzte Warnung. Wenn der Fahrer jetzt bremst, geht das System von einer Notbremsung aus und aktiviert den Bremsassistenten, der mit vollem Bremseinsatz den Legend zu stehen bringt. Erkennt die Elektronik, dass es gleich ganz böse knallen wird, werden die Sicherheitsgurte über die Gurtstraffer automatisch ganz fest angezogen. So lösen die elektronischen Gurtstraffer nicht erst während der Kollision aus, sondern schon vor dem Crash. Ein enormer Sicherheitsgewinn.

Radar

Ausgerüstet wie ein Militärfahrzeug geht der Legend in seine nächste Verkaufsrunde: Wie bei der Mercedes-S-Klasse sitzt beim neuen Honda Legend ein Millimeterwellenradar unter dem riesigen, verchromten Kühlergrill. Gemessen wird der Abstand zum Vordermann. Wenn der Fahrer die „Adaptive Cruise Control“ (ACC) einschaltet, muss er sich um Tempo und Abstand eigentlich keine Sorgen mehr machen. Zwischen 30 und 80 km/h hält der Legend das programmierte Tempo. Läuft es langsamer, nimmt er automatisch Tempo raus, ist die Straße wieder frei, gibt er wieder selbsttätig Gas. Unterschied zur S-Klasse: Bei Mercedes funktioniert das System sogar bis zum Stillstand.

Nachtsichtgerät

Galerie: Erster Test Honda LegendVorerst nur in Japan ist das Nachsichtgerät „Nightvision“ erhältlich. „Nightvision“ erkennt über Langwellen-Infrarotkameras alle abstrahlenden Objekte, die sich von 1,50 bis 80 Meter vor dem Auto befinden. Anhand von Größe und Form bestimmt das System, ob es sich um ein Auto oder einen Fußgänger handelt. Das Bild wird dem Fahrer auf ein Display im Instrumententräger übertragen. Fußgänger werden extra mit einem Warn-Rahmen gekennzeichnet.

Und wie sieht es bei all der Technik in Sachen Wohlfühlatmosphäre aus? Das Interieur überzeugt durch erstklassige Verarbeitung und tolle Materialien und bequeme Polster mit tollem Seitenhalt. Der neue Legend ist innen deutlich edler als außen. Ein echter Underdog eben.

Haubentrick

Galerie: Erster Test Honda LegendDoch zurück zur Technik, der Paradedisziplin des Legend: Pop-Up-Hood nennt Honda den neue Fußgänger-Schutz. Drei Sensoren im vorderen Stoßfänger können bei einem Zusammenprall sofort ermitteln, ob ein Fußgänger am Crash beteiligt ist. Für diesen Fall wird der hintere Teil der Motorhaube in Sekundenbruchteilen pyrotechnisch angehoben. Tests haben ergeben, dass sich durch diesen Trick die Kopfverletzungen bei Fußgänger-Unfällen um bis zu 40 Prozent reduzieren lassen.

Performance: Therorie…

Die spinnen, die Japaner. Jetzt bauen sie schon unseren Nürburgring als 1:1-Kopie nach. Die duplizierte Rennstrecke befindet sich auf dem hermetisch abgeriegelten Testgelände auf der Insel Hokkaido/Nord-Japan. Normalerweise streng geheim. Aber: Die Honda-Ingenieure sind dermaßen stolz auf ihr neues Allradsystem, dass sie uns mit dem neuen Legend ausnahmsweise auf ihre Piste gelassen haben.

Denn Honda hat den ersten Allradantrieb erfunden, der sein Drehmoment nicht nur zwischen Vorder- und Hinterachse verteilen kann, sondern auch zwischen rechtem und linkem Hinterrad. So wird das kurvenäußere Rad bei schnellen Kurvenfahrten beschleunigt (volles Drehmoment), um dem Legend unter Last das Einlenken zu erleichtern. Das Gewicht wird von der Vorderachse nach hinten verlagert, wodurch die bei Allradautos typische Tendenz zum Untersteuern verringert wird. Auf der Geraden oder bei moderater Fahrt gehen 70 Prozent des verfügbaren Drehmoments nach vorne. Beim sportlichen Spurt oder bei rasanter Kurvenfahrt wandern 70 Prozent der Motorkraft an die Hinterräder. Vom Fahrverhalten her im Grunde ein Hecktriebler auf Abruf.

…und Praxis

Galerie: Erster Test Honda LegendDer ersteiespältig: Der seidenweiche 3,5-Liter-V6 fühlt sich gar nicht an wie 300 PS. Eher wie 200 PS. Die zähe Beschleunigung ist ein Tribut an das hohe Leergewicht von fast 1,8 Tonnen. Doch einmal in Fahrt kann den neuen Legend nichts aus der Ruhe bringen. Stoisch umrundet er das nachgebaute „Kesselchen“. Lediglich rasch aufeinander folgende Bodenwellen in engen Kurven lassen das Heck der japanischen Version aufschaukeln. Der deutsche Legend wird straffer abgestimmt und damit frei von diesen Zicken sein.

Perfekt funktioniert der intelligente Allradantrieb. Kurz vor dem Kurvenscheitelpunkt schubst die gewollte, ungleiche Drehmomentverteilung an der Hinterachse den Legend förmlich in die Kurve hinein. Das ESP verhindert dabei sanft, dass es zum Dreher kommt. Mit anderen Worten: Gerade auf nasser Fahrbahn ist man mit dem neuen Legend sauschnell unterwegs. Je weniger Grip die Fahrbahnoberfläche bietet, umso spektakulärer driftet der Luxusliner durch die Schikanen.  

 
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