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Galerie: Erster Test Hyundai i20

Erster Test: Hyundai i20

Neuer Name, neues Glück

22.01.2009

Erfolg ist nicht immer ein Garant für Beständigkeit. Beispiel Getz: Nach nur sechs Jahren stellt Hyundai seinen Verkaufsschlager ein. Doch nicht ersatzlos. Für März 2009 ist der Nachfolger i20 terminiert – ein im Vergleich zum Getz in allen Belangen aufgewerteter Kleinwagen, der bei nur leichtem Aufpreis deutlich mehr bietet.

So ist der i20 um ein gutes Stück gewachsen. Nicht nur seine Länge von 3,94 Meter qualifiziert ihn zu den Großen im Kleinwagen-Segment, auch sein Design lässt ihn stattlich wirken. Große Luftöffnungen in der Front mit Chromspange dazwischen, die gepfeilte Motorhaube, dreidimensionale Scheinwerfer und markante Lichtkanten in den Flanken sorgen für Pfiff im Blechkleid.

Galerie: Erster Test Hyundai i20Auch das modern gestaltete Interieur wirkt wesentlich schicker als noch im Getz. Zwar dominiert noch immer schwarzes Hartplastik, das dafür aber mit ansehnlicher Narbung und solider Verarbeitung punktet. Mitbewerber wie Opel Corsa oder Renault Clio bieten dank Softoberflächen allerdings ein edleres Ambiente. Zwei große, chromumrandete Rundinstrumente hinterm Lenkrad, ein kleines Bordcomputer-Display in der Mitte des Armaturenbretts, ein CD-Radio mit USB- und Aux-Anschluß sowie sechs praktische Ablagefächer sind Serie bereits in der i20-Basisversion.

Galerie: Erster Test Hyundai i20Auf Wunsch nobel

Zudem gibt es ein riesiges Handschuhfach, das ab der mittleren Ausstattung Comfort über die Klimaanlage gekühlt werden kann. Die Top-Ausstattung Style verfügt sogar über eine Klimaautomatik mit edler Bedieneinheit in der dann komplett in Metall-Optik glänzenden Mittelkonsole. Erst in dieser Ausstattung wirkt das i20-Interieur schon beinahe nobel. Mit optionalen Ausstattungspaketen lässt sich das Innere sogar noch mit eine Fahrersitz-Armlehne, peppigen Farbakzente oder Teilledersitze aufwerten.

Der i20 bietet zudem gute Platzverhältnisse. Vorne ist die Bein- und auf beiden Reihen die Kopffreiheit üppig. Vier Erwachsene finden auf straff gepolsterten und bequemen Sitzen ausreichend Platz. Zu dritt wird es hinten allerdings eng.

Variabel und groß

Galerie: Erster Test Hyundai i20Das fast 300 Liter große Gepäckabteil bietet in den beiden höherwertigen Ausstattungen noch nützliche Details wie ein Ablagefach unterm Kofferraumboden und ein Gepäcknetz. Die Lehne der Rückbank lässt sich bereits in der Basisversion einfach im Verhältnis 60 zu 40 umlegen. Die deutliche Stufe des so erweiterten Gepäckabteils wird nur teilweise von einem etwas plump verlegten Auskleidungsstoff bedeckt. Braucht man mehr Stauraum, kann man zusätzlich noch die Sitzfläche der Rückbank nach vorne legen und die Lehne weiter runterklappen. Maximal schluckt der i20 dann dachhoch 1.060 Liter.

Stark und sparsam

Galerie: Erster Test Hyundai i20Nicht ganz so schluckfreudig sind die Motoren. Zum Marktstart bietet Hyundai drei Benziner und einen Diesel. Alle Aggregate erfüllen vorläufig noch die Abgasnorm Euro 4. Die Ottomotoren mit 1,2, 1,4 und 1,6 Liter Hubraum leisten 78, 101 sowie 126 PS. Der 1,6-Liter-Diesel mobilisiert 116 PS. Während die Benziner mit Fünfgang-Schaltgetriebe kombiniert werden, hat der Diesel eine Sechsgang-BoxAuf unserer Testfahrt standen uns der Basisbenziner sowie die Topmotorisierung zur Verfügung. Mit Letzterem wird der i20 zum quirligen Spaßfeger. 9,5 Sekunden dauert hier der Sprint, gut 190 km/h wird der 1,2-Tonner schnell. Der drehfreudige und kernig klingende Vierzylinder verbrauchte laut Bordcomputer akzeptable 7,4 Liter auf 100 Kilometer. Den Normverbrauch gibt Hyundai mit knapp über sechs Liter an.

Galerie: Erster Test Hyundai i20Diesem Wert deutlich näher kommt in der Praxis die 78 PS starke Basismotor. Laut Hyundai soll sich der 86 Kilo leichte Vierzylinder im i20 eigentlich mit fünf Litern bescheiden, doch am Ende unserer Testrunde zeigte des Bordcomputer 6,6 Liter an. Ein dennoch guter Wert. Der Vortrieb der Benziners ist für alle Verkehrssituationen ausreichend, will man jedoch etwas flotter unterwegs, muss man Drehzahlen abrufen. Dann ist der Motor im sonst recht leisen i20 akustisch präsent, ermöglicht aber selbst dann keine Wunder. Dreizehn Sekunden dauert der 100-km/h-Sprint, die Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h erreicht man aber problemlos.

Hohes Sicherheitsniveau

Unsere Fahrwerkseindrücke waren auf den teilweise verschneiten Straßen etwas oberflächlich. Beim ersten Antesten wirkte der i20 nicht ganz so agil wie ein Ford Fiesta. Dennoch sorgt der Unterbau für ein verbindliches und problemloses Fahrverhalten und lag der i20 selbst bei 160 km/h noch angenehm satt auf der Straße. Die Lenkung wirkt etwas synthetisch und verhärtet bei höherer Geschwindigkeit recht stark. In der Basisversion ist der Federungskomfort gut. Etwas straffer liegt der i20 mit dem 1,6-Liter-Benziner auf der Straße. Gibt man bei der 126-PS-Version beherzt Gas, kämpfen die Antriebsräder selbst noch im zweiten Gang bei 60 km/h mit massiven Traktionsproblemen. Regelnd greift dann die Traktionskontrolle des ESPs ein, das übrigens in allen i20 ein hohes aktives Sicherheitsniveau garantiert.

Galerie: Erster Test Hyundai i20Stichwort Sicherheit: Neben den elektronischen Regelsystemen ist der i20 auch bei der passiven Sicherheit vorbildlich. Zur Serienausstattung gehören neben aktiven Kopfstützen vorne noch sechs Airbags. Mit drei vollwertigen Kopfstützen und drei in die Rückenlehne integrierten Sicherheitsgurten ist auch der Fond zeitgemäß aufgerüstet. Der offizielle EuroNCAP-Crashtest steht noch aus, doch erwartet Hyundai ein Fünf-Sterne-Topergebnis.

Spannende Zukunft

Mit dem i20 und seiner Plattform hat Hyundai noch einiges vor. Als nächstes kommt Ende März 2009 der Dreitürer mit einer sportlicheren Optik. Außerdem wird es einen sparsamen 1,4-Liter-Dieselmotor in den Leistungsvarianten 75 und 90 PS geben. Mit rund vier Litern soll sich die schwächere Version auf 100 Kilometer begnügen. Ab Ende 2009 wird Hyundai mit diesem Motor noch die besonders sparsame Variante iBlue anbieten. Dank längerer Übersetzung, Start-Stop-System und Aerodynamik-Feinschliff soll sie weniger als vier Liter verbrauchen und unter 100 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen.

Galerie: Erster Test Hyundai i20Wohl ebenfalls noch 2009 könnte zumindest auf den deutschen Markt eine etwas sportlichere Ausstattungsvariante des i20 kommen. Bereits sehr konkret ist zudem ein Minivan auf i20-Basis, der noch 2010 antreten dürfte. Hingegen noch vage Pläne gibt es für einen knackigen Roadster auf i20-Basis, der ein besonders günstiger Einstieg in die Cabrio-Welt werden könnte.

Kleiner Preis

Galerie: Erster Test Hyundai i20Apropos günstig: Der Hyundai i20 ist ein bemerkenswert preiswerter Kleinwagen. Immerhin umfasst seine Serienausstattung in der 78 PS starken und 12.000 Euro teuren Basisversion ein MP3-fähiges CD-Radio, sechs Airbags und ESP. Damit kostet der fünftürige i20 nur 400 Euro mehr als der vergleichbare Getz, bietet aber einen Ausstattungsmehrwert von über 1.000 Euro. Ein starker Mitbewerber des i20 ist zum Beispiel der Ford Fiesta. Mit identischer Ausstattung kostet dieser rund 1.000 Euro mehr. Ein Fiat Grande Punto ist sogar rund 2.000 Euro teurer als die fünftürige Basis des i20. Obendrauf gibt Hyundai übrigens noch eine dreijährige Vollgarantie.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Hyundai i20 1.2, 5-türer   Hyundai i20 1.6, 5-türer
Ausstattungsvariante        
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   3.940/ 1.710 / 1.490   3.940/ 1.710 / 1.490
Radstand (mm)   2.525   2.525
Wendekreis (m)   10,4   10,4
Leergewicht (kg)   1.035   1.117
Kofferraum (Liter)   295   295
Bereifung Testwagen        
Motor        
Hubraum (ccm) / Zylinder (Zahl, Bauart)   1.248 / 4, Reihe   1.591 / 4, Reihe
Leistung (PS)   78   126
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   119 / 4.000   157 / 4.200
Antriebsart   Frontantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles 5-Gang-Getriebe   manuelles 5-Gang-Getriebe
Verbrauch        
Krafstoffart   Benzin   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   5,2   6,1
CO2-Emissionen (g/km)   124   144
AS24-Verbrauch (l/100km)        
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   13,1   9,5
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k. A.   k. A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k. A.   k. A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   165   190
Preise        
ab (Euro)   12.000   17.540
 
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Fazit

Der Hyundai i20 ist ein rundweg gelungener Kleinwagen. Eine Haut, die mit gutem Platzangebot, vorbildlicher Sicherheitsausstattung und soliden Fahreigenschaften überzeugt. Der 78 PS starke Basismotor bleibt bei angemessenen Fahrleistungen bemerkenswert sparsam. Auch beim Anschaffungspreis dürften Sparnaturen aufhorchen. Mit 12.000 Euro für den Fünftürer gibt es viel Auto fürs Geld. Der i20 ist eine reife Entscheidung für Autofahrer mit bodenständigen Ansprüchen.

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