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Galerie: Erster Test Hyundai i30 N

Erster Test: Hyundai i30 N

Der sportliche Koreaner

13.10.2017

Kompaktsportler à la VW Golf GTI stehen hoch im Kurs. Alltagstaugliche Sportlichkeit mit zwei oder vier Türen, so um die 30.000 Euro teuer, verkauft sich deutschlandweit so gut wie warme Semmeln am Sonntagmorgen. Dachte sich auch Hyundai und so offerieren die Koreaner den i30 N zum gleichen Preis an wie die Wolfsburger ihren GTI. Sogar die etwas sportlichere Variante bekommt den identischen Zusatz im Namen: „Performance“. Ab Mitte Oktober stehen die beiden koreanischen Krawallbüchsen bei den Händlern, zu Preisen ab 29.700 Euro.

Einen kleinen Vorteil bietet der zum Marktstart nur als Viertürer erhältliche Kraft-Hyundai aber schon, die Leistung ist im Vergleich zum etablierten Power-Golf etwas höher. GTI und GTI Performance haben 169 kW/230 PS und 180 kW/245 PS unter der Haube, während i30 N und i30 N Performance 184 kW/250 PS und 202 kW/275 PS an die Vorderachse liefern. Auch bei der Grundausstattung hat der i30 N die Nase vorn: Ein Sportfahrwerk und eine Rückfahrkamera sind hier schon mit an Bord. Um die Sportlichkeit zu unterstreichen, bietet Hyundai beide Modelle ausschließlich mit Handschaltung an, denn wer Hyundai hört, denkt vielleicht an Volumenmodelle mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis, auch an anständige Qualität oder vielleicht sogar an gefälliges Design, aber ganz sicher nicht an rennstreckentaugliche und straßenzugelassene Hochleistungsmotoren, die höchste Emotionen hinterm Lenkrad hervorlocken.

Warum N?

Galerie: Erster Test Hyundai i30 NAber genau dort möchte Hyundai nun hin und so erklärt sich auch das „N“ beim dynamischsten i30-Familienmitglied. Und warum eigentlich N? Was hat denn der Buchstabe N mit Sportlichkeit zu tun? Nervenkitzel? Namyang? (Forschungs- und Entwicklungszentrum von Hyundai) Nürburgring? Nordschleife? Ja, in der Tat, das ist es, denn Hyundai hat auf der Nordschleife des Nürburgrings den Korea-GTI 480 Runden lang geschrubbt, gequält, getestet und somit auch perfektioniert. Also fast 10.000 Kilometer auf dem 20,8 Kilometer langen reifen- und motorenmordenden Rundkurs, zwischen legendären Teilstücken, wie Döttinger Höhe, Brünnchen, Bergwerk, Fuchsröhre und dem Karussell. Ja, genau so, wie es sonst nur Porsche und andere Premiumhersteller mit einem Riesenaufwand praktizieren. Respekt!

Galerie: Erster Test Hyundai i30 NWir testen den i30 N Performance rund drei Wochen vor der Markteinführung im innerstädtischen Alltagsbetrieb, auf kurvigen Landstraßen, Autobahnen und auf der Formel-1-Testrennstrecke von Vallelunga, 40 Kilometer nördlich von Rom gelegen. Die Türen öffnen schlüssellos, das kostet bei der Normal-Version im Rahmen des Funktions-Pakets 780 Euro Aufpreis, ist aber beim N-Performance serienmäßig mit dabei. Per Knopfdruck wird das Zweiliter-Vierzylinder-Turbo-Triebwerk gestartet, es bollert beeindruckend mit einem typischen Vierzylinder-Sound, der aus den beiden liegend-ovalen Endrohren zu vernehmen ist. Bei dem stärkeren Performance-Modell können wir jetzt noch die variable Klappensteuerung der Sportabgasanlage bedienen. So wird die gänsehauterzeugende Klangkulisse den ganz persönlichen Vorlieben und nach dem gewählten Fahrprofil angepasst. Hier haben die Hyundai-Techniker ganz offensichtlich mit erhöhtem Einsatz getüftelt, und es hat sich gelohnt, denn es sprotzt und böllert echt rennsportmäßig beim Gasgeben, beim -wegnehmen und beim Herunterschalten.

Racemode auf Knopfdruck

Galerie: Erster Test Hyundai i30 NDie elektrisch verstellbaren Teilleder-Sitze fassen sich gut an, man sitzt auch schön sportlich. Einen Schreck bekommen die Fingerspitzen dann aber bei den großen, dunklen Plastikflächen im Innenraum. Mal etwas weicher, mal etwas härter, aber immer irgendwie unangenehm anzufassen. Schön griffig und ergonomisch optimal ist das Multifunktionslenkrad mit zahlreichen Tasten, auch eine Drive-Mode-Taste für verschiedene Fahrmodi, wie Eco, Normal und Sport, inklusive dreistufiger Zwischengasfunktion.

Galerie: Erster Test Hyundai i30 NBesonders wichtig für den richtigen Racemodus ist die „N“-Taste mit dem Zielflaggensymbol. Sie schaltet mit einem Knopfdruck alle Regelsysteme auf die maximale Performance. Bretthart, wie der verwendete ultrafeste Stahl liegt der 4,34 Meter lange Sportler nun auf dem Asphalt. Herrlich kurz und rennsportlich knackig ist der Gangwählknüppel für die sechs Vorwärtsgänge. Hakelfrei und rasend schnell kann man hier rauf- und runterschalten. Besser geht’s in dieser Klasse nicht. Ja, er ist ein echter Kurvenräuber, der performanteste Hyundai mit Straßenzulassung.

Der sportliche Schwergewichtler

Galerie: Erster Test Hyundai i30 NDank des Sportfahrwerks mit adaptiven Stoßdämpfern, übrigens erstmals in einem Hyundai, zieht der 1,5-Tonner fast wie auf Schienen seine Bahn. Dabei hilft dem Fahrer auch die elektrisch unterstützte Servolenkung, die nicht an der Lenksäule, sondern am Lenkgetriebe platziert ist. Vorteil: Die Lenkung kann so noch höhere Kräfte übertragen.

Galerie: Erster Test Hyundai i30 NKommen wir zum Thema Gewicht. Eigentlich muss ja das was schnell sein will, auch leicht sein. Aber nicht der wildgewordene i30 mit seinen bis zu zwei Tonnen Gesamtgewicht, denn aus Kostengründen wurde hier keine einzige Gewichtsersparnis verbaut. Schade! Übrigens und hier noch ein letzte Info zum „N“: Der i30 N wird, wie alle übrigen Modellvarianten der Baureihe, im tschechischen Hyundai-Werk in Nosovice produziert. Also neben Namyang und der Nordschleife noch ein Argument für das „N“. (sp-x/ww/jms)

 
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