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Galerie: Erster Test Hyundai i40 Kombi

Erster Test: Hyundai i40 Kombi

Meister der Verdrängung

24.08.2011

Knapp vier Jahrzehnte ist es her, dass Hyundai mit einer  ausgedienten englischen Ford-Fabrik die Produktion von Autos mit angestaubter Technik für den Heimatmarkt startete. Seither legten die Koreaner bei ihrem Aufstieg zum Global Player ein atemberaubendes Tempo an den Tag und ist ein Ende der Expansion nicht in Sicht. Im Gegenteil: Mit dem neuen i40 Kombi schickt Hyundai sich nun an, den etablierten Marken im hart umkämpften D-Segment ernste Konkurrenz zu machen. Der einst belächelte Auto-Gigant dürfte vielen etablierten Marken künftig noch größere Kopfschmerzen bereiten.

Einen Hyundai haben in der Vergangenheit wohl nur wenige allein seiner Optik wegen gekauft. Korea-Design hatte eher selten den Segen einer stilsicheren Handschrift. Einer solchen darf sich hingegen der neue i40 Kombi selbstbewusst rühmen. Vielleicht mögen sich hier und dort Versatzstücke anderer Designs finden, doch angesichts der allgemein gleichmachenden Design-Trends im Autobau bietet der Hyundai-Entwurf in der Gesamtschau sogar einen erfrischend eigenständigen Auftritt. Und wertig wirkt er auch noch. Sichtlich stolz und zu Recht lobt der deutsche Chef-Designer Thomas Bürke seinen i40 Kombi als ein Fahrzeug, das „in vielen Details hohe Qualität vermittelt“.

Die sowohl in als auch für Europa entwickelte Außenhaut fällt durch einen sickenreichen, gestreckten Körper und einen dynamisch-schwungvollen Abschluss auf. Prägend sind in der Front der Hexagon-Kühlergrill und die vom Falkenauge inspirierten LED-Tagfahrleuchten (übrigens Serie). Auch die Curtain-LEDs der Heckleuchten sollen ein Vogelmotiv darstellen: Als angedeutete Schwingen machen sie den Hintern breiter und kraftvoller. Ob man nun den ornithologischen  Analogien etwas abgewinnen möchte oder nicht: Mit seiner schnittigen, eleganten und modischen Blechhaut kann der i40 gegen Citroen C5 oder VW Passat durchaus bestehen und dürfte sein Design auch in Jahren noch Bestand haben.

Moderner Premium-Stil

Galerie: Erster Test Hyundai i40 KombiDas trifft auch auf den wohnlichen Innenraum zu, der sich ebenfalls hinsichtlich Ambiente und Materialwahl (Chromdekor, Hochglanzlack und angenehm anzufassende Soft-Oberflächen) mit  den Platzhirschen messen kann. Zugegeben: Manches Spaltmaß könnte enger  ausfallen, einige Einpassungen genauer sitzen und die Verarbeitung ruhig bis ins letzte Detail vollendet sein. Doch sieht man von diesen Kleinigkeiten einmal ab, wird man sich an dem aufgeräumten und schwungvoll gezeichneten Cockpit durchaus erfreuen.

Dieses kann sich vor allem in der Top-Ausstattung Premium sehen lassen. Hier gibt es statt Zündschlüssel einen Signalgeber und zum Anwerfen des Motors einen Start-Stopp-Knopf; und auch die elektrisch betätigte Feststellbremse trägt zum aufgeräumten und vorbildlich gestalteten Arbeitsplatz bei. Die angenehm straffen und mit gutem Seitenhalt gesegneten Sitze lassen sich zusammen mit dem optional sogar beheizbaren Lederlenkrad in tadelloser Weise in Position bringen. Hat man eine entspannte Reiseposition gefunden, sind fast alle wichtigen Bedienelemente gut erreichbar nahe um das Lenkrad gruppiert und leuchtet bläulich aus dem Kombiinstrument ein sehenswerter Mix aus Analog- und hochauflösenden Digitalanzeigen mit vielen nützlichen Fahrinformationen.

Großes Auto mit viel Platz

Auch optional bietet Hyundais i40 noch viele weitere Annehmlichkeiten. Da gibt es die klimatisierten Ledersitze, das Super-Navi, eine Rückfahrkamera, ein Panorama-Glasdach oder auch sicherheitsrelevante Extras wie den Spurhalteassistenten, eine aktive Einparkhilfe oder die adaptiven Scheinwerfer ADLS. Der Markt der Möglichkeiten sollte selbst Autofahrern mit gehobenen Ansprüchen mehr als genug bieten.

Galerie: Erster Test Hyundai i40 KombiÜppig ist auch das Platzangebot. Vorne wie hinten können selbst große Passagiere in entspannt aufrechter Position reisen. Zudem ist der i40 ein veritabler Fünfsitzer und wird sich ein erwachsener Fahrgast selbst auf den mittleren Fondsitz einigermaßen wohl fühlen. Darüber hinaus bietet der fast 4,80 Meter lange Kombi Platz für viel Gepäck. 553 Liter sind es normal, stolze 1.719 Liter, wenn man die asymmetrisch geteilte Rückbank umlegt und dann eine lange und nur leicht aufsteigende Ladefläche entsteht.

Die Entriegelung der Sitzbanklehne geht zwar leicht von der Hand, man muss sich von der Ladekante aus aber schon etwas strecken, um die entsprechenden Hebel am oberen Lehnenrand zu erreichen. Eine Fernentriegelung im ansonsten schick ausgekleideten Kofferraum wäre in diesem Fall besonders wünschenswert. Wünschenswert ist auch das clevere Gepäckordnungs-System, das mit Aluschienen im Kofferraumboden und einer darauf gelagerten, frei verschiebbaren Teleskopstange eine optimale Gepäckarretierung ermöglicht. Diese Option gibt es ab der mittleren Ausstattung gegen Aufpreis, für das Top-Modell sogar serienmäßig, für die Basis hingegen nicht.  Sei’s drum: Riesiger Stauraum und praktische Clever-Lösungen – der klassische Kombi-Kunde wird beim i40 auf seine Kosten kommen.

Spardiesel braucht 4,3 Liter

Galerie: Erster Test Hyundai i40 KombiNeben zwei Benzinern mit 135 und 177 PS sind es vor allem die beiden Dieselmotoren, mit denen Hyundai den i40 an den Mann beziehungsweise die Frau bringen will. Bei den beiden Selbstzündern handelt es sich Hardware-technisch um identische Triebwerke, die Hyundai mit Hilfe unterschiedlicher Software-Steuerung in den Leistungsstufen 116 und 136 PS anbietet.

Beiden 1,7-Liter-Vierzylindern fehlt zwar der große Diesel-Bumms aus dem Drehzahlkeller, dennoch kommt der 1,6-Tonner ausreichend schwungvoll voran. 12,9 beziehungsweise 10,6 Sekunden dauert der Sprint, maximal sind 190 beziehungsweise 200 km/h drin, sofern man das angenehm leicht zu schaltende manuelle Sechs-Gang-Getriebe hat. Die Sechs-Stufen-Automatik gibt es allein für den Stark-Diesel, drückt diesen allerdings auf das Fahrleistungs-Niveau des schwächeren Diesels. Und beim Verbrauch (5,6 Liter) gibt sich die Automatik-Version außerdem noch etwas durstiger.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Hyundai i40 CW   Hyundai i40 CW
Version / Ausstattung   1.7 CRDi (85 kW) blue / Style   1.7 CRDi (100 kW) / Premium
Motor        
Hubraum (ccm) / Bauart   1.685 / R4-Turbodiesel   1.685 / R4-Turbodiesel
Leistung (kW / PS)   85 / 116   100 / 136
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   260 / 1.250 - 2.750   320 / 2.000 - 2.500
Antriebsart   Frontantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   manuelle Sechs-Gang-Schaltung   manuelle Sechs-Gang-Schaltung
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.770 / 1.815 / 1.470   4.770 / 1.815 / 1.470
Radstand (mm)   2.770   2.770
Wendekreis (m)   10,9   10,9
Leergewicht (kg)   1.560 - 1.713   1.560 - 1.713
Kofferraum (Liter)   553 - 1.719   553 - 1.719
Bereifung Testwagen   205/60 R 16   215/50 R 17
Verbrauch        
Krafstoffart   Diesel   Diesel
Kombiniert laut Werk (l/100km)   4,3 (mit Start-Stop)   4,7 (ohne Start-Stop)
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   113 / Euro 5   124 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k.A.   k.A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   12,9   10,6
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k.A.   k.A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k.A.   k.A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   190   200
Preise        
ab (Euro)   28.190,00   32.580,00
Empfohlene Extras   Plus-Paket (1.650 Euro) bestehend aus Gepäckordnungssystem, beheizbarem Lenkrad, Scheibenwischer-Enteiser, Seitenairbags hinten, Smart-Key inkl. Start-Stop-Knopf und dunkel getönte Fondscheiben   Technik-Paket (1.970 Euro) bestehend aus adaptivem Fahrlicht, automatischem Einparkassistenten, Spurhalteassistenten und Reifenkontrollsystem
 
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Im Zusammenspiel mit der rund 400 Euro teuren Start-Stopp-Automatik, die ihre Arbeit in der Praxis vorbildlich verrichtet, soll der Normverbrauch des Basis-Diesel bei bescheidenen 4,3 Liter liegen, in der stärkeren Version bei 4,5 Liter. Laut Bordcomputer konnten wir den starken Diesel mit manuellem Getriebe ohne Start-Stopp-Funktion mit zurückhaltenden Gasfuß mit rund fünf Litern bewegen, während bei einer längeren Vollgasetappe auf der Autobahn neuneinhalb Liter angezeigt wurden.

Solides Fahrwerk

Galerie: Erster Test Hyundai i40 KombiZwar vermag der etwas rau laufende, jedoch nie aufdringliche Motor dem Fahrer längsdynamisch kein Dauergrinsen bescheren, doch zaubert er diesem angesichts der niedrigen Verbrauchswerte immerhin ein Lächeln ins Gesicht. Vollgas ohne Reue also? Nicht ganz: Das etwas hohe Windgeräusch-Niveau dämpft die Freuden schneller und dennoch effizienter Autobahntouren. Eine Oase der Ruhe ist der i40 nicht.

Immerhin garantiert die geglückte Fahrwerksabstimmung ein weitgehend entspanntes Dahingleiten. Mit den optisch etwas verloren wirkenden 16-Zöllern nervt der Unterbau die Insassen-Popos nicht mit vorwitziger Stössigkeit. Und auch die angenehm präzise Lenkung sorgt im Zusammenspiel mit der aufwendigen Achskonstruktion (vorne McPherson, hinten Mehrlenker) für eine geschmeidige Kurven-Performance. Querdynamisch löst das solide Fahrwerk zwar keine Begeisterung aus, doch meistert es so ziemlich alles mit immerhin durchschnittlicher Bravour. Und das serienmäßige ESP sorgt für den nötigen Rückhalt, sollte doch einmal die Kurvengeschwindigkeit übertrieben hoch sein.

Reichlich Ausstattung, niedriger Preis

Galerie: Erster Test Hyundai i40 KombiWenn selbst das ESP mit den Dynamik-Ambitionen des Fahrers überfordert ist, wäre da noch die stolze Luftsack-Armada, die gehobenen Insassen-Schutz garantiert. Neben den sechs klassischen Airbags gibt es noch einen siebten speziell für die Fahrerknie. Die üppige passive Sicherheitsausstattung ist genauso Teil der bereits ordentlich bestückten Basisversion wie eine Klimaanlage, ein Gepäckrollo, ein Trennnetz, ein Lederlenkrad und –schaltknauf, ein CD-Radio, eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung , eine Dachreling und eine Lichtautomatik. Wer sich den Basisdiesel kaufen will, kriegt dieses ansehnliche Paket bereits ab 25.000 Euro.

Wer maximale Diesel-PS samt Top-Ausstattung will, liegt mit 32.600 Euro angesichts des Gebotenen auf immer noch eindrucksvoll bescheidenem Niveau. Will man einen VW Passat Variant mit 2.0 TDI auf einen vergleichbaren Ausstattungs-Level bringen, wird man rund 5.000 Euro mehr hinblättern.  Das attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis wird zudem noch gestützt von einer Fünf-Jahres-Garantie ohne Wenn und Aber und einem attraktiven Leasingangebot.

 
Fazit

Mario Hommen

Der i40 Kombi ist ein Koreaner mit nahezu perfekten europäischen Manieren. Fuhren viele Hyundai-Modelle in der Vergangenheit oft etwas am hiesigen Auto-Gaumen vorbei, trifft dieser Mittelklasse-Kombi voll ins Schwarze. Optisch ansprechend, mit schickem, funktionalem Premium-Interieur, mit viel Platz, ausreichend starken und vor allem effizienten Dieselantrieben, vielen Technik-Schmankerln, einer gelungenen Fahrwerksabstimmung  – da muss man sich angesichts der verlockend niedrigen Auspreisung schon kräftig die Augen reiben und beim nächsten Kombikauf eine bislang vielleicht vernachlässigte Marke unbedingt in die engere Wahl ziehen.
 

 

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