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Galerie: Erster Test Hyundai ix20

Erster Test: Hyundai ix20

Klein, groß, gut

23.11.2010

Mit dem Hyundai ix20 stellen die Koreaner den Nachfolger des Matrix vor. Das ix im Namen steht bei diesem Mini-Van entgegen der kürzlich eingeführten ix-Nomenklatur nicht für Gelände sondern vielmehr für intelligenten Crossover. Der ix20 will nämlich mehr sein als nur ein profaner Van.

Mit einer Kürze von nur 4,10 Meter passt der durchaus hübsche Hyundai ix20 gut in die Stadt, die Parkplatzsuche wird nur selten zur Geduldsprobe ausarten. Dem Design könnte man höchstens ankreiden, dass es eher nach Kleinwagen als nach Kompaktmodell aussieht und er damit von einigen Betrachtern billiger eingeschätzt wird, als er tatsächlich ist.

Billig war einmal

Denn billig war Korea vor langer Zeit. Bei 15.000 Euro beginnt die Preisliste, will man einen ix20 pilotieren, der dem Stand der Technik entspricht. Im konkreten Fall ist damit die Stopp-Start-Funktion gemeint, die Hyundai blue nennt und die im Verbund mit weiteren Spritspardetails satte 400 Euro Aufpreis kostet. Den Sparvorteil, der beim Halten obligatorischen Motorabstellung, beziffert Hyundai mit bis zu einem halben Liter pro 100 Kilometer, was sich an der Zapfsäule durchaus auszahlen kann. Ob und wann jedoch die 400 Euro Mehrpreis reingefahren werden, entscheidet das persönliche Fahrprofil.

Galerie: Erster Test Hyundai ix20Drei Motoren bieten die Ost-Asiaten für den ix20 zum Marktstart am 26. November 2010 an. Den Anfang macht der 1.4 Benziner mit 90 PS, der wie die beiden anderen ix20 mit einer Schaltempfehlung im Kombiinstrument den unter ökonomischen Gesichtspunkten idealen Gang empfiehlt. Der kleine Vier-Zylinder treibt den mindestens 1.253 Kilogramm schweren Viertürer ausreichend kräftig an, wenn man wenig Anspruch an Längsdynamik hat. Wer ihn quält und eifrig im Fünfgang-Getriebe rührt, wird mit einer brummigen Akustik im oberen Drehzahlbereich bestraft und einem Verbrauch, der fernab der angegebenen 5,6 Liter pro 100 Kilometer liegt. Tacho 180 sind dann aber drin und sollten für die meisten Bedürfnisse reichen.

Wer dennoch mehr möchte, kann zum Sechzehnhunderter greifen. Dieser leistet 125 PS und geht mit dem ix20 deutlich souveräner um. Aber auch ihm fehlt es an Kraft aus dem Drehzahlkeller. Daran ändert auch das recht exakt schaltbare Sechsgang-Getriebe nichts. Erreicht der Fahrer das Maximaltempo, stehen rund 200 km/h auf dem Tacho. Den Spurt erledigt der 1.6 in unter elf Sekunden. Als Normverbrauch gibt Hyundai 5,9 Liter an. In der Praxis wird sich wohl kein Verbrauchsnachteil im Vergleich zum Einsvierer einstellen. Der Mehrpreis für die Mehrleistung beträgt bei identischer Ausstattung 1.100 Euro, eine nicht unvernünftige Investition. Allerdings gibt es den 1.6 erst in der höherwertigen Ausstattungslinie Comfort und kostet dann mindestens 19.000 Euro.

Ein Diesel

Galerie: Erster Test Hyundai ix20Nochmals 720 Euro mehr kostet der einzige Selbstzünder im Programm. Der 90 PS starke 1.4 CRDi genehmigt sich als Stopp-Start-Version blue auf 100 Kilometer 4,3 Liter Diesel. Bei unserer ersten Ausfahrt konnte der Diesel aber aufgrund mangelnder Durchzugskraft – trotz 220 Newtonmeter Drehmoment – nicht vollends überzeugen. Zudem wird er beim Ausdrehen laut. Da der ix20 bei den meisten Käufern sicherlich nicht als Dauerläufer fungieren wird, ist der Ölbrenner nur zweite Wahl. Zumal die Fahrleistungen unter dem Niveau des gleichstarken Benziners liegen, der bei analoger Ausstattung 1.800 Euro günstiger zu haben ist. Das gesparte Geld könnte man in Extras investieren.

Egal, welchen Motor man letztendlich wählt, an der guten Variabilität des Innenraums ändert es nichts. So ist die Rückbank in der Länge justierbar, die Fond-Lehne lässt sich mehrstufig verstellen und alles klappt sich einfach um und bildet eine ebene Ladefläche. 440 Liter sollen ohne doppelten Ladeboden reinpassen, 1.486 maximal.

Galerie: Erster Test Hyundai ix20Aber auch vor dem Kofferraum geht es großzügig weiter. So sitzen selbst mit großem Glasschiebedach Erwachsene komfortabel im 1,77 Meter breiten ix20. In der ersten Reihe sind die Verstellmöglichkeiten von Lenkrad und Sitzen großzügig, das Gestühl bietet ausreichend Seitenhalt und ist bequem gepolstert. Die Bedienung stellt auch Hyundai-Neulinge vor keinerlei Probleme. Alles ist durchdacht platziert, die Tasten am Lenkrad (Option) sind bei Dunkelheit sogar beleuchtet.

Die Benziner wippen

Galerie: Erster Test Hyundai ix20Alles in allem fühlt man sich im Ostasiaten also wohl. Noch wohler wäre einem, wenn die sehr gelungene Fahrwerksabstimmung des Diesels auch in die Benzin-Varianten wandern würde. Der CRDi spricht nämlich feinfühliger auf Bodenwellen und kleine Hubbel an als die beiden Ottos es können. Da die Benziner auf der Vorderachse leichter sind, ist ein ständiges Wippen spürbar. Ist die Beladung höher, sinkt die Wipptendenz.

Ansonsten zeichnet sich der ix20 durch wenig Seitenneigung bei Kurvenfahrt aus, ist aber sportlicher Gangart dennoch nicht zugetan, obwohl bei Lastwechsel das Heck schonmal einen sportlichen Ausfallschritt macht, bevor das deaktivierbare ESP die Kiste einfängt. Die Lenkung ist für das Segment ausreichend exakt, kommt an die Präzision einer Meriva-Lenkung jedoch nicht heran.

Ausstattungslinie Comfort ist die beste Wahl

Die gebotene Ausstattung ist in der Grundversion Classic mager. Es gibt zwar sechs Airbags sowie ESP, ebenso sind ein CD-Radio samt USB-Anschluss und ein Bordcomputer inklusive; eine manuelle Klimaanlage kostet aber bereits 1.000 Euro extra und beheizbare Außenspiegel, gerade in der kalten Jahreszeit ein sicherheitsrelevantes Detail, gibt es beim Classic nicht.

Galerie: Erster Test Hyundai ix20Wer beispielsweise die Klimaanlage und die beheizten Spiegel möchte, muss zur mindestens 17.900 Euro teuren Comfort-Version (blue-Version) greifen. Dann kommen außerdem Nebelscheinwerfer und Tagfahrlicht, der automatisch abblendbare Innenspiegel, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, elektrische Fensterheber hinten und die Mittelarmlehne für den Fahrersitz hinzu. Der Tempomat ist erst in der Comfort-Version für happige 220 Euro zu haben.

Die Top-Linie heißt Style und zeichnet sich vor allem durch optischen Schnickschnack wie Aluräder, Ledersitze, Chromapplikationen und dunkel getönte Scheiben hinten aus. Eine Klimaautomatik und beispielsweise eine Sitzheizung sollen den Komfort erhöhen. Der ix20 Style kostet als 1.4 blue mindestens 20.600 Euro.

Fünf Jahre Garantie

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Dafür aber punkten alle Hyundai ix20 mit einer fünfjährigen Garantiezeit inklusive aller Kilometer und aller in der Zeit anfallenden Inspektionen. Insofern könnte dann doch wieder der Diesel als Dauerläufer eine gute Wahl sein. Drei Jahre Leasing = drei Jahre sorgenfrei Kilometer abspulen.

So gesehen ist der Hyundai-Wunsch, in 2011 satte 10.000 ix20 in Deutschland verkaufen zu können, gar nicht so abwegig. Einen Fehlkauf begeht nämlich niemand mit dem kleinen, großen Koreaner, der übrigens ein Zwilling des Kia Venga ist, in Rüsselsheim entwickelt wurde und im tschechischen Nosovice produziert wird.

Technische Daten
 
Marke und Modell   Hyundai ix20 blue 1.4   Hyundai ix20 blue 1.6
    Classic   Comfort
Motor        
Hubraum (ccm) / Bauart   1.396 / R4   1.591 / R4
Leistung (kW / PS)   66 / 90   92 / 125
Drehmoment (Nm) / Umdrehungen   137 / 4.000   156 / 4.200
Antriebsart   Frontantrieb   Frontantrieb
Getriebeart   manuelles 5-Gang-Getriebe   manuelles 6-Gang-Getriebe
Abmessung und Gewicht        
Länge/Breite/Höhe (mm)   4.100 / 1.765 / 1.600   4.100 / 1.765 / 1.600
Radstand (mm)   2.615   2.615
Wendekreis (m)   10,42   10,42
Leergewicht (kg)   ab 1.253   ab 1.255
Kofferraum (Liter)   440 - 1.486   440 - 1.486
Bereifung   195/65 R 15   195/65 R 15
Verbrauch        
Krafstoffart   Benzin   Benzin
Kombiniert laut Werk (l/100km)   5,6 (mit Stopp-Start)   5,9 (mit Stopp-Start)
CO2-Emissionen (g/km) / Abgasnorm   130 / Euro 5   139 / Euro 5
AS24-Verbrauch (l/100km)   k .A.   k .A.
Fahrleistungen        
Werksangabe 0-100km/h (s)   12,9   10,9
AS24-Sprint 0-100km/h (s)   k .A.   k .A.
AS24-Bremstest 100-0km/h (m)   k .A.   k .A.
Höchstgeschwindigkeit (km/h)   167   184
Preise   15.090   19.000
ab (Euro)        
Empfohlene Extras   Klimaanlage (1.000 Euro), Metallic-Lack ( 420 Euro), Winter-Paket mit Regensensor, Sitzheizung und Scheibenwischer-Enteiser (310 Euro)   Metallic-Lack ( 420 Euro), Tempomat (220 Euro), Plus-Paket mit Klimaautomatik, Licht- und Regensensor, Sitzheizung, dunkel getönten Hecjkscheiben und Enteiser für Scheibenwischer ( 790 Euro)
 
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Fazit

Der Hyundai ix20 bereichert das Segment der kleinen Vielseitigkeitsfahrzeuge á la Opel Meriva, Skoda Roomster und Citroën C3 Picasso. Er sieht hübsch aus, ist variabel und geräumig. Seine Abmessungen prädestinieren ihn für Personen mit Platz für Mensch und Material benötigen und sich oft in der Stadt tummeln. Denn genau dort spielt er seine Wendigkeit aus und man merkt wenig von (bei den Benzinern) der nicht vollendeten Fahrwerksabstimmung.

Aber auch wer auf die lange Reise geht, könnte mit dem Hyundai glücklich werden, dann vielleicht sogar mit dem Diesel. Denn erstens ist sein Fahrwerk angenehmer als bei den Benziner, zweitens besitzt der ix20 fünf Jahre Garantie inklusive aller Inspektionen und das ohne Kilometerbegrenzung, was sich für Vielfahrer durchaus rechnen kann.

Galerie: Erster Test Hyundai ix20

 
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