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Galerie: Erster Test Infiniti EX37

Erster Test: Infiniti EX37

Infiniziert

28.10.2008

Für USA-Reisende ist die Marke Infiniti nicht neu. Seit rund 20 Jahren zeigt der japanische Automobilhersteller Deutschen, Schweden und US-Amerikanern, wie man in den USA mit Andersartigkeit gut bestehen kann. Jetzt haben die Japaner auch West-Europa im Visier.

Traditionelle Mercedes-Käufer werden sich kaum in die Infiniti-Schauräume verlaufen, die bis zum Sommer 2009 stehen sollen. Hamburg, Berlin, Düsseldorf (oder Köln), Frankfurt, Stuttgart und München sind laut Infiniti geeignete Metropolen, um Kunden von Volvo, Saab, Jaguar, Cadillac und Lexus in Empfang zu nehmen.

Sechs Händler finden

Begeistern will die Renault-Nissan-Edel-Tochter seine neuen Kunden neben dem aparten Fahrzeug-Design und der Performance vor allem auch mit exklusivem Service. Dazu müssen jedoch noch entsprechende Autohäuser gefunden werden. Den potenziellen Händlern ist die Zurückhaltung nicht zu verdenken. Kommen die Exoten - die in ihrem Heimatland Japan übrigens gar nicht angeboten werden - doch zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, um zu expandieren. „Den haben wir uns nicht ausgesucht“, so Wayne Bruce, Infiniti-Kommunikationschef. „Die Pläne für den Europa-Marktstart stehen schon seit Jahren fest“.

EX37, das Sport-Coupility

Galerie: Erster Test Infiniti EX37Das Fahrzeug mit den größten Absatzchancen in Deutschland soll laut Bruce der EX37 sein, den man treffend als Sport-Coupility bezeichnen könnte. Er passt mit variablem Allradantrieb und rund 4,60 Meter Länge bestens in die Liga der Audi Q5, BMW X3 und Volvo XC 60, ohne einem dieser Mitbewerber wirklich zu ähneln. Zu anders ist der EX – vom vielschichtigen Design wie auch vom Anspruch.

Schon allein das Motorenangebot macht seine Sonderstellung deutlich. Es gibt nur einen Antrieb: Der 3,7 Liter große V6 ist ein 320 PS starker Alu-Otto mit indirekt einspritzenden Ventilen. Laut Nicolas Tschann, Produktmanager bei Inifiniti-Europe, hat man sich für die variable und stufenlose Ventilsteuerung (VVEL) und gegen Benzin-Direkteinspritzung entschieden.

Laufruhiger Antrieb

Galerie: Erster Test Infiniti EX37Das V6-Aggregat stemmt sein maximales Drehmoment von 360 Newtonmetern bei 5.200 Touren auf die Kurbelwelle und erinnert damit mehr an Sportmotoren. Wenig verwunderlich also, dass dieser V6 auch den kommenden Nissan 370Z antreiben wird. Verglichen mit modernen Dieseltriebwerken ist das Drehmoment ein Witz. Dennoch passt der Motor gut zum EX und animiert viel mehr zu Streicheleinheiten als zur Vollgaspenetration. Sehr vibrationsarm entwickelt er erst beim Ausdrehen eine harte Stimme. Wer es drauf anlegt, schwingt den EX37 in kurzweiligen 6,4 Sekunden auf Tempo 100 und bis 240 Km/h. Beeindruckende Werte für den 1,9-Tonner. Damit ist der EX37 im Sprint gar flinker als Porsches Cayenne S und Audis Q7 4.2 FSI.

Eigenes Automatikgetriebe

Galerie: Erster Test Infiniti EX37Eine perfekte Ergänzung zum V6 stellt die Siebengang-Automatik dar. Sie ist eine Nissan-Eigenentwicklung und schaltet nahezu unmerklich, wenngleich manchmal beim „Gang suchen“ etwas zu viel Zeit vergeht. Dennoch passt sie bestens zum entspannten Naturell des EX37. Und der lange siebte Gang soll den Verbrauch bändigen. 11,2 Liter Superbenzin gibt Infiniti an. Im Alltag auf Autobahnen und Innenstädten werden es gerne 13 und mehr Liter sein, die Euro-5-konform in die Umwelt geblasen werden. Daran wird sich bis 2010 nichts ändern, erst dann folgen ein neuer 2,9-Liter-Diesel mit rund 250 PS und ein Hybridantrieb.

Optimiertes Fahrwerk

Galerie: Erster Test Infiniti EX37Das dem europäischen Fahrwerks-Gaumen angepasste Fahrwerk des EX gehört zum Besten im Segment. Für diese gelungene Abstimmung musste der EX unzählige Runden auf der Nordschleife drehen und viele Kilometer auf deutschen Autobahnen abspulen. Heraus kam eine sehr ausgewogene Abstimmung mit einer für diese Fahrzeugklasse nahezu perfekten Balance zwischen sportlichem Gehabe und echtem Komfort - trotz 18-Zoll-Bereifung. Zudem erhielt die Europa-Version fast 380 Millimeter große Bremsscheiben vorne, in die sich Vierkolben-Festsattel verbeißen.

Kein Raumwunder

Die flachgedrückte Silhouette des EX mit stark abfallendem Heck verspricht schon beim flüchtigen Blick, kein Raum- und Übersichtswunder zu sein. Sitzen die Insassen vorne noch sehr kommod auf perfekt ausgeformten Sitzen, wird es hinten eng. Laut Nicholas Tschann entsprechen die Innenraum-Abmessungen denen des BMW X3. Gefühlt hinkt er deutlich hinterher. Sowohl der Kopfraum als auch die Kniefreiheit passen bestenfalls wie ein Spandex-Trainingsanzug. Im Kofferraum ein ähnliches Bild: Lediglich 340 Liter gehen hier hinein.Galerie: Erster Test Infiniti EX37

Dafür ist die Verarbeitung innen wie außen auf hohem Qualitätsniveau. Saubere Spaltmaße, glatte Übergänge und feine Nähte zeugen von hoher Handwerkskunst. Kleinigkeiten, wie die Materialauswahl um den Navi-Bildschirm, könnten noch verbessert werden, jedoch ist das Kritik auf höchstem Niveau – aber da sieht sich Infiniti ja selbst.

Hightech inklusive

Anspruch auf einen Platz an der Sonne erheben die Japaner aufgrund einer Vielzahl von Hightech-Accessoires. So besitzt der EX37 beispielsweise den besten adaptiven Geschwindigkeitsregler den wir kennen. Er reagiert extrem spät, was einem fließenden Fahrstil auf europäischen Autobahnen sehr entgegenkommt. Man kann beim Spurwechsel situationsgerecht übersetzen, ohne vom System abrupt eingebremst zu werden, weil man zu dicht am Vordermann dran ist. Zudem bremst Intelligent Cruise Control den EX bei Bedarf bis zum Stillstand ab. Des Weiteren funktioniert die visuelle Einparkhilfe, die den EX37 und seine direkte Umgebung aus der Vogelperspektive auf dem Navidisplay darstellt, in ebenfalls beeindruckender Weise. Besonders hilfreich ist die Bordsteinkanteneinstellung, mit deren Hilfe der Fahrer die Felgen vor Kratzern schützen kann.

Weiteres Schmankerl - das sogar serienmäßig - ist der neuartige Scratch-Shield-Lack. Durch eine hochelastische Beschichtung verbessert sich dessen Flexibilität und lässt kleine Kratzer durch Hitzeeinwirkung der Sonne praktisch dahinschmelzen. Bei tieferen Blessuren kann der Selbstheilungsprozess bis zu einer Woche dauern.

Attraktiver Preis

Galerie: Erster Test Infiniti EX37Den Infiniti EX soll es ab rund 46.000 Euro geben. Mit Navi, Bose-Soundsystem, Einparkkameras, Xenonlicht und adaptivem Geschwindigkeitsregler landet man bei gut 50.000 Euro. Aber: Ein 272 PS starker BMW X3 3.0i kostet mit einer ähnlichen Ausstattung mindestens 58.000 Euro. Und Infiniti-Kunden können davon ausgehen, dass sie beim Betreten der Händlerräume stets beim Namen genannt werden, was in heutigen Zeiten Balsam für die Seele sein kann.

Fazit

Infiniti wird das gleiche Problem wie Brilliance haben, nur auf anderem Niveau: Beide Marken sind neu in Deutschland. Die Chinesen wollen sich im unteren Bereich der Preisskala etablieren die Japaner wollen ziemlich weit oben mitdrehen.

Infiniti hat ausgezeichnete Produkte, keine Frage. Um aber in Deutschland bestehen zu können, müssen noch effizientere Motoren her. Lexus „schafft“ es mit Hybrid-Technik, alle anderen mit Dieselantrieb. Infiniti hat bis dato nur einen - zwar sehr guten aber keineswegs sparsamen - Benzinmotor. Vielleicht ist der späte Marktstart im Herbst 2009 aus zweierlei Hinsicht gut für Infiniti. Erstens glätten sich bis dahin eventuell die Wogen der Finanzkrise und zweitens ist dann der so wichtige Diesel in greifbarer Nähe und infiniziert vielleicht mehr Autokäufer als gedacht – eine schlechte Wahl treffen diese nicht.

Und hier die neusten Werbespots zu den edlen Japanern: www.infinitivisualiser.com

Galerie: Erster Test Infiniti EX37

 
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